Keiner kommt von einer Reise so zurück,
wie er weggefahren ist.

[Graham Greene (1904-1991]

Donnerstag, 14. Mai 2015

Quer über die Südinsel

Gentle Annie Beach
Der 2. April 2015 begann mit spontanem Skypen mit meiner Familie – das erste Mal seit ich im Februar abgereist bin – dafür dauerte unsere Unterhaltung auch gleich eine Stunde.
Abgesehen vom Frühstück verbrachte ich dann die meiste Zeit mit der Fotoauswahl am Laptop bis Chris und ich gegen 15 Uhr einen Strandspaziergang machten.
Vor dem Abendessen spielten wir dann noch Karten. Und danach verschickten wir unseren ersten Bewerbungen via Email an Angebote, welche wir via www.touch.trademe.co.nz/jobs gefunden hatten. Und zum Abschluss eines sehr unspektakulären Tages schauten wir im Auto „Monster Uni“.
Oparara Basin

Am nächsten Morgen sind wir gegen 9:30 Uhr aufgestanden, gingen duschen, frühstückten, nutzten noch einmal kurz das Internet und fuhren dann den Highway Richtung Norden entlang, welcher eng an der Felsküste durch eine grüne Hügellandschaft verläuft. Unterwegs legte wir eine Pause ein und liefen den Spazierweg Lake Hanlon (hin & zurück 30 min).
Im Oparara Basin nördlich von Karamea, ein Ort mit entspannter Atmosphäre, stießen wir auf einige berühmte Naturwunder der Südinsel, u. a. spektakuläre Sandsteinbögen und einzigartige Höhlen in einer von ursprünglichem Regenwald überwucherten Karstlandschaft.

Oparara Basin
Zum 200 m langen und 37 m hohen Oparara Arch, ein Felsbogen, der den gleichnamigen Fluss überspannt, führte ein leichter Fußweg (hin & zurück 45 min) durch einen alten Wald.Zum ebenso interessanten Moria Gate Arch (43 m lang, 19 m hoch) führte ein ähnlicher Weg (hin & zurück 45 min).
Danach ging es noch zum Mirror Tarn (Spiegelsee, hin & zurück 20 min), bevor wir zurück zu unserem Campingplatz der letzten Tage fuhren, allerdings haben wir die letzte Übernachtung nicht bezahlt.
Nach dem Abendessen schauten wir dann „Before Midnight“.


Gentle Annie Beach
Am Samstag fuhren wir nach Westport, gingen einkaufen, frühstückten und folgten dann dem Highway Richtung Greymouth. Die Fahrt entlang der brandungsreichen Küste bot herrliche Fernsicht übers Meer.Die Hauptattraktion auf dieser Strecke sind die geologisch faszinierenden Pancake Rocks und Spritzlöcher bei Punakaiki. Durch den Prozess der Schichtverwitterung hat der Dolomite-Point-Kalkstein die Form von dicken Pfannkuchenstapeln angenommen. Bei Flut strömt das Meer in Aushöhlungen hinein und schießt dann brüllend aus Spritzlöchern ins Freie. Ein leichter 15-minütiger Rundkurs bei Regen führte uns zu den Felsen.

Pancake Rocks
Und wegen des bereits erwähnten Regens checkten wir gegen 14:30 Uhr für 28 $/Nacht in den Imrapahoe Bay Holiday Park ein, der bis jetzt mit Abstand sauberste Campingplatz. Da dieser direkt am Strand liegt, gingen wir an diesen um nach Jade zu suchen – allerdings stellte sich uns die Frage: Woher wir beide wissen sollen, ob dieser grüne Stein in unserer Hand nun Jade ist oder nicht? Wir ließen sie also zurück...Danach spielten wir Karten und nach dem Abendessen gegen 19 Uhr schauten wir den Film „The Baytown Outlaws“.

Am Ostersonntag fuhren wir durch Geymouth durch direkt nach Hokitika zu Jagosi Jade, wo der Schnitzer Aden Hoglund, ein Freund von Francis & Christine aus New Plymouth, Werke mit traditionellem und modernem Maori-Design herstellt und dafür nur Jade von der Südinsel benutzt.
Leider war er an diesem Tag nicht da, also fuhren wir zum Frühstücken zum Sunset Point, von dort aus genossen wir nebenbei eine schöne Aussicht.
Hokitika ist eine Gemeinde an der Westküste und liegt etwa 40 km südlich von Greymouth nahe der Mündung des Hokitika Rivers. Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren über Jahrzehnte hinweg die Verarbeitung von Pounamu (englisch: Greenstone), einer besonderen Art Jade sowie Forstwirtschaft und der Bergbau, wobei vornehmlich Kohle und Gold abgebaut wurden.
Während wir dann so durch die Kunst- und Kunsthandwerksgalerien schlenderten, stellten wir fest, dass wir meinen Laptop im Imrapahoe Bay Holiday Park vergessen hatten.
Nachdem wir uns ein Heißgetränk in einem Café gegönnt hatten, fuhren wir also zurück um meinen Laptop einzusammeln, der noch brav dort lag, wo wir ihn zum Aufladen zurück gelassen hatten.

Nelson Creek Camping Ground
Danach gingen wir zum Schwimmen ins Aquatic Centre in Greymouth für 5,50 $/Person.Greymouth ist die größte Stadt der Westküsten-Region hat ca. 9.500 Einwohner, damit leben etwa 20 % der Westküsten-Bewohner in Greymouth.
Zum Übernachten fuhren wir zum Nelson Creek Camping Ground, welcher auf Spendenbasis existiert. Nach einer Runde Karten spazierten wir in der Umgebung, vor dem Abendessen, und fanden eine Hängebrücke.

Nelson Creek Camping Ground
Am Ostermontag fuhren wir erst einmal nach Greymouth und legten uns einen Vorrat an Lebensmitteln an bevor wir noch einmal unser Glück bei Aden versuchten, der dieses Mal da war – für $ 50 gab ich dann bei ihm ein Fußkettchen in Auftrag. Da es mal wieder den ganzen Tag regnete fuhren wir durch bis Franz Josef Village, wo wir für 30 $/Nacht auf dem Parkplatz vom YHA übernachten und die ganze Einrichtung nutzen dürften.Vor dem Abendessen las ich und danach schauten wir „Who am I“.
Am nächsten Tag trafen wir uns um 10:15 Uhr mit Erica in „The last Kitchen“, welche zwar eine Vollzeitstelle für Chris als Koch hatte, für mich aber lediglich nur ein paar Stunden die Woche Arbeit hätte. Allerdings hatte sie den Tipp, dass ich doch einmal im Matheson Café nach Arbeit fragen könnte, leider war der Verantwortliche nicht da und meldete sich erst Tage später per Email.

Fox-Gletscher
Nach unserem Frühstück, bekamen wir von Erica via SMS noch den Tipp, dass wir uns im Motel „The Westhaven“ melden sollten, aber auch hier war kein Verantwortlicher da und bis heute haben wir keine Reaktion auf unsere Email erhalten.Nun fuhren wir zum Fox-Gletscher, welcher ein Talgletscher ist und innerhalb des Westland-Nationalparks liegt. Sein Nährgebiet befindet sich im Bereich der höchsten Gipfel der Neuseeländischen Alpen und wie auch der 25 km weiter nördlich liegende Franz-Josef-Gletscher fließt er von dort die steile Westflanke des Gebirges hinab und reicht deshalb weit hinunter, fast bis auf 300 m. Der Fox-Gletscher entwässert über den Fox River in die Tasmansee. Durch die Nähe der Ortschaft Fox Glacier Village ist der Gletscher touristisch gut erschlossen. Vom Parkplatz gelangten wir nach einem 30-minütigen Fußmarsch zum Gletschertor.Da das Wetter noch immer klasse und sonnig war, ging es weiter zum Franz-Josef-Gletscher.
Der Franz-Josef-Gletscher ist ein etwa 10 km langer Gletscher und befindet sich auf der Westseite der Neuseeländischen Alpen. Er entwässert über den Waiho River in die Tasmansee. Ebenso wie der Fox-Gletscher war auch der Franz-Josef-Gletscher einmal so groß, dass er direkt ins Meer kalbte. 
Fox-Gletscher
Auch heute ist er noch gemeinsam mit dem Fox-Gletscher einer der am niedrigsten über Meereshöhe (ca. 400 m) gelegene Gletscher mittlerer Breite. Nachdem der Gletscher zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und 1982 deutlich zurückgegangen war und über 3 km an Länge verloren hatte, begann er seit 1982 wieder um etwa 1 km zu wachsen. Seit 1999 hat sich der Trend wieder umgekehrt und der Gletscher wieder an Masse verloren. Damit ist der Franz-Josef-Gletscher einer der wenigen großen Gletscher, die bislang nicht so stark von der weltweiten Gletscherschmelze betroffen sind. Bis zum Jahrhundertende wird dennoch damit gerechnet, dass der Gletscher weitere 5 km an Länge und etwa 38 % seiner Masse verlieren wird. Vom Parkplatz war die Wanderung verglichen zum Fox-Gletscher nicht so anstrengend, dauerte aber einer halbe Stunde länger.
Als Schlafplatz fuhren wir zurück zum YHA, wo wir dann die 2. Nacht einfach nicht bezahlten und es auch keinem vom Personal aufgefallen war. Vor dem Abendessen schauten wir „Fast & Furious Five“ und danach „Fast & Furious 6“.
Franz-Josef-Gletscher


Am Mittwoch standen wir um 9 Uhr auf und fuhren nach Hokitika. Allerdings haben wir unterwegs am Lake Ianthe gefrühstückt, der von Sandflies, auf deutsch Kriebelmücken, heimgesucht wurde.
Sie sind kleine Mücken, die im Aussehen eher den Fliegen ähneln. Sie treten am liebsten in Schwärmen auf und können mit ihren Bissen einen Menschen wahrlich in den Wahnsinn treiben. Es sind allerdings nur die Weibchen, die das Blut von Vögeln und Säugetieren saugen; sie stechen die Haut auf und saugen den Blutstropfen auf, der dann hervortritt. Die Männchen sind dagegen scheue Vegetarier.
In Hokitika gingen wir erst einmal zu einer Westpac, um dort Chris Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretung in Höhe von $ 30 zu bezahlen, welchen er sich über Ostern mit 10 km/h zu viel eingefangen hatte. Danach gingen wir zur Hokitika Library und nutzten das kostenfreie W-Lan um weitere Jobbewerbungen zu verschicken.
Daraufhin besuchten wir Aden, der meine Fußkette bereits fertig hatte und Chris gab sein Schmuckstück in Auftrag. Das sollte allerdings ein längerer, zeitlich aufwendiger Prozess werden, welches dann mit der Post geschickt wird.
Devils Punchbowl Waterfall
Und da es mal wieder einer dieser verregneten Tage war, fuhren wir dann zur Goldsborough Campsite, welche eigentlich 12 $/Nacht gekostet hätte, aber wir haben mal wieder einfach nicht bezahlt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Karten spielen und lesen.

Irgendwie müssen wir am Vortag unsere Batterie leer gespielt haben, denn Olaf ließ sich am nächsten Morgen nicht mehr starten, aber einer der anderen Camper kam direkt zu uns, um uns Starthilfe zu leisten. Und das obwohl wir erst 2 Tage zuvor selbst bei anderen Reisenden geholfen haben den Motor zum Laufen zu bringen.
Nach einem Abstecher zu New World, der Bibliothek und einem Frühstück am Sunset Point von Hokitika nahmen wir den Highway über Arthur's Pass Richtung Christchurch.
Arthur's Pass ist ein alpiner Übergang in den Südalpen. Mit einer Höhe von 920 m markiert er die Grenze der Regionen Westland und Canterbury. Von Christchurch sind es 140 km und bis Greymouth 95 km. Der Pass trennt die Täler des Otira River, eines Nebenflusses des Taramakau im Westen und des Bealey River im Osten. Der Pass wurde benannt nach Arthur Dudley Dobson, der 1864 die ersten Europäer über den Pass führte. Er wusste von dem Übergang, der gelegentlich von einheimischen Jägern benutzt wurde, durch Erzählungen des von der West Coast stammenden Māorihäuptlings Tarapuhi. Er ist die höchste der 3 Passstraßen, die die Südalpen überqueren. Die anderen sind Haast Pass und Lewis Pass.
In der näher dieser höchstgelegenen Ortschaft Neuseelands mit herrlicher Aussicht unternahmen wir die Wanderung zum malerischen Devils Punchbowl Waterfall (hin & zurück 1 Std.). Danach fuhren wir durch bis zum Campingplatz Coes Ford in der Nähe von Christchurch, welcher kostenfrei ist.
Nach dem Abendessen schauten wir „Der Plan“.

Lake Tekapo
Am 10. April 2015 waren wir um 9:30 Uhr beim Vorstellungsgespräch im Café Izone Stonegrill Restaurant & Café in Rolleston, welche eine Kellnerin und einen Koch suchten. Wir wurden zum Probearbeiten am nächsten Abend eingeladen.
Rolleston ist ein Ort in der Region Canterbury und liegt in den Canterbury Plains ca. 22 km südwestlich von Christchurch. Rolleston wurde gegründet als ein vorläufiger Endpunkt der Eisenbahnstrecke von Christchurch und wurde benannt nach dem Politiker William Rolleston (1831–1903) aus Canterbury.
Zwar hatte es den ganzen Tag über genieselt, aber wir mussten Wäsche waschen, also fuhren wir zum Rakaia Huts Campground für 10 $/Nacht. Nach einem Frühstück und als die Wäsche hing, fuhren wir nach Christchurch, da wir nicht den ganzen Tag nur rumlungern wollten.
Christchurch ist eine lebhafte Stadt im Umbruch, welche unermüdlich und erfinderisch die Folgen von Neuseelands zweitgrößter Naturkatastrophe meistert. Traditionell gilt sie als die englischste Stadt Neuseelands, doch nach dem Beben verleiht man dem schwer beschädigten historischen Kern auch einen modernen Touch.
Irgendwie sind wir dann im Shopping Centre „The Palms“ gelandet und fanden uns relativ schnell im Kmart wieder, bevor wir gegen 17 Uhr spontan entschieden „Fast & Furious 7“ im dortigen Reading Cinemas zuschauen.
Gegen 21 Uhr kamen wir dann wieder am Campingplatz an. Während Chris das Abendessen zubereitete, kümmerte ich mich um die Wäsche.

Am Samstag darauf läpperte sich der Tag so dahin, bis wir uns gegen 14 Uhr auf in Richtung Rolleston machten, da für16 Uhr das Probearbeiten anstand. Chris hatte sich allerdings eigentlich 5 Stunden nur gelangweilt, denn da es Samstag war, kamen mehr als 100 Gäste zum Abendessen, und es war zu stressig um ihn einzuarbeiten oder dass er zeigen konnte, was er kann. Ich hingegen hatte damit zu kämpfen den Überblick zu behalten, da das Restaurant nicht in Reviere eingeteilt wurde und jeder alles machte, was nur zu Chaos führen konnte. Und da uns auch keine Mahlzeit offeriert wurde, ging es danach dann zu McDonalds bevor wir zum Campingplatz Coes Ford fuhren.
Da wir erfahren hatten, dass die noch so etliche Bewerber mehr eingeladen hatten, und Chris noch einmal zum Probearbeiten hätte kommen sollen, da es an diesem Tag zu stressig war, selbstverständlich unbezahlt, hatten wir gleich am nächsten Morgen abgesagt, da wir auch keine Lust hatten noch eine Woche zu warten, bis wir erfahren, ob wir eingestellt werden oder nicht.

Also ging es am nächsten Tag nach Queenstown – je näher wir kamen, desto kälter wurde es. Gegen 11:45 Uhr hielten wir irgendwo zum Frühstücken und später genossen wir die Aussicht über den Lake Tekapo.
Der eine Fläche von 82 km² einnehmende Lake Tekapo befindet sich auf einer Höhe von über 700 m über dem Meeresspiegel und wird durch den aus Schmelzwasser von Gletschern gebildeten Godley River gespeist, was dem See, im Zusammenhang mit dem feingeschliffenen Felsuntergrund, eine einzigartige türkise Farbe verleiht.
Zum Übernachten fuhren wir zum Luggate Cricket Club Campground, welcher 10 $/Nacht kostete. Den Abend verbrachten wir, wie schon so oft, mit Karten spielen und lesen.

Lake Wakatipu
Um 9:30 Uhr sind wir bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden und als wir in Queenstown ankamen, schneite es – unglaublich, wir waren noch überhaupt nicht bereit für Winter. Also fuhren wir nach einem kleinen Zwischenstopp direkt weiter gen Süden, denn auch wenn wir hätten bleiben wollen, ist eine Unterkunft in Queenstown zu teuer und bei Minusgraden im Auto übernachten – undenkbar.
Umgeben von den indigofarbenen Gipfeln der Remarkables, gekrönt vom Coronet Peak und eingerahmt von den gewundenen Buchten des Lake Wakatipu liegt das eigentlich beschauliche Städtchen. Die Stadt wird nicht müde, ihren Ruf als Adventure-Kapitale des Planeten zu betonen.
Unterwegs haben wir dann im The Garston Hotel & Al's Cafe Diner etwas gegessen und sind dann weiter nach Lumsden, um dort gegen 16 Uhr in der Bibliothek mit dem kostenfreien W-Lan nach Jobs im Southland zu schauen.
Southland ist die südlichste der Verwaltungsregionen Neuseelands auf der Südinsel. Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt ist Invercargill. Sie zählt zu den am frühsten besiedelten Gebieten Neuseelands, so dass es dort auch zu den ersten intensiveren Kontakten mit den Māori kam. Besonders Einwanderer aus Schottland ließen sich in der Gegend nieder.
Nachdem wir uns den Ivercargill Central City Camping Park angeschaut hatten, fuhren wir stattdessen zum wesentlich schöneren und günstigeren Beach Road Motor Camp, wo wir für 2 Nächte $ 56 zahlten. Nach dem Abendessen schauten wir dann „Drift“.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Marlborough & Nelson

Marlborough Sound
Nach einer Dusche und dem Frühstück am 27. März 2015 verfütterten wir noch das am Abend zuvor erhaltene Futter an die bereits äußerst fetten Schafe, die erstaunlicherweise noch recht flink unterwegs waren.
Über Havelock, welches eine Ortschaft mit weniger als 1000 Einwohnern ist, im Norden der Südinsel in der Region Marlborough am Ende des Pelorus Sound liegt und sich zum Zentrum der neuseeländischen Muschelzucht entwickelt hat, fuhren wir zu den Weingütern von Marlborough.
Es ist die größte Weinbauregion Neuseelands; ¾ der gesamten Ernte des Landes stammen von dort. Die letzte Zählung ergab eine Rebfläche von 23.900 ha. Sonnenreiche Tage und kühle Nächte erzeugen ein ideales Mikroklima, in dem Rebsorten gedeihen, die für ein kühleres Klima geeignet sind. Aus ihnen werden der weltberühmte Sauvignon Blanc, der erstklassige Pinot Noir sowie Chardonnay, Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris und qualitativ hochwertige Schaumweine erzeugt. Die Mehrzahl der rund 140 Weingüter, wobei rund 40 für Besucher geöffnet werden, liegt im Wairau Valley, hauptsächlich rund um Blenheim und Renwick.

Wither Hills
Unser erstes Halt galt dem Bladen Estate, ein netter kleiner Familienbetrieb mit viel Charme und einem ausgesprochen sympathischen und unterhaltungsfreudigen Weinkenner. Nach der Verkostung von 6 Weinen entschieden wir uns den Riesling mitzunehmen. Auch bei der Verkostung bei Framingham Wines, welche sich auf Rieslingweine außergewöhnlicher Qualität spezialisiert haben, hatten wir eine Menge Spaß und nahmen wieder einen Riesling, den 2013er Framingham Classic Riesling, mit.
Das klimaneutral arbeitende Familienanwesen Wairau River zählt zu den ältesten Güter von Marlborough. Wie schon in den Weingütern davor haben wir auch hier 6 Weine verkostet.
Bei Huia, welchen Weinbau in kleinem, nachhaltigem Stil betreibt, konnte uns so gar keiner der 5 Weine überzeugen.

Abel Tasman National Park
Das architektonische Schmuckstück Wither Hills, ein Flagschiff unter den Weingütern der Region, war richtig gut besucht und es war uns nach der Verkostung gestattet die Aussicht vom Dach aus zu genießen. Im Brancott Estate, eine hypermoderne Kellerei mit Restaurantkomplex und Shuttle Service hoch über den alten Anbauflächen des Sauvignon Blanc, wurden wir förmlich abgefüllt – leider haben wir die Weinliste liegen gelassen, so dass ich nicht mehr weiß, wie viele Weine wir verkostet hatten, jedenfalls hatten wir 4 Flaschen gekauft und es war wirklich großartig dort.
Eindrucksvolle Weitblicke über das Wairau Valley öffnen sich von der Turmspitze des rosaroten Weingutes Highfield Estate in toskanischem Stil – allerdings sollte die Verkostung, wie schon so einige Male, 5 $/Person kosten, also entschieden wir uns lediglich den Riesling zu kosten und nahmen auch direkt 2 Flaschen mit.

Golden Bay
Da Mahi Wines und Auntsfield Estate geschlossen waren und bei Cloudy Bay eine deftige Gebühr verlangt wurde, hielten wir gegen 16:30 Uhr bei Gibson Bridge. Da hatten wir mal wieder das Glück kurz vorm Schließen aufzutauchen und dürften 6 Pinot Gris kostenfrei verkosten. Darunter 2 Dessertweine zu Preisen von $ 45 und $ 65. Danach ging es zur Onamalutu Campsite, die eigentlich 12 $/Nacht kostet, aber wir haben einfach nicht gezahlt, da es eine Kasse des Vertrauens war.
Während Chris sich dann nach dem Abendessen seine Haare mit der Haarschneidemaschine gestutzt hatte, las ich.

Am nächsten Tag standen wir gegen 8 Uhr auf, fuhren dann nach Blenheim zum Pak'nSave und frühstückten dann inmitten von Weinfeldern.
Nach einem Abstecher zum Seresin Estate, wo die Weine und Olivenöle ökologisch und biodynamisch erzeugt werden, fuhren wir 100 km weit bis nach Nelson.

Paynes Ford Scenic Reserve
Angeblich ist Nelson der geographische Mittelpunkt von Neuseeland. Praktischerweise soll dieser Punkt auf einem Hügel im Zentrum der Stadt liegen. Dieser Mittelpunkt war allerdings nur der Mittelpunkt, um frühe Landvermessungen durchzuführen. Der wahre geographische Mittelpunkt liegt tatsächlich in dichtem Gestrüpp eines Waldes auf der Spooner Range in der Nähe von Tapawera, 35 km südwestlich von Nelson. Um die Region Nelson herum befinden sich die 3 meistbesuchten Nationalparks Neuseelands: Abel-Tasman-Nationalpark, Kahurangi-Nationalpark und der Nelson-Lakes-Nationalpark, was vielleicht daran liegt, dass in dieser Provinz die jährliche Sonnenscheindauer mit durchschnittlich 2.400 Stunden die längste im gesamten Land ist. Die Region Nelson grenzt im Osten an die Region Marlborough, im Südwesten an Tasman und im Westen an die Tasman Bay. Nach einem Spaziergang durch die Innenstadt nutzten wir im Auto sitzend das kostenfreie W-Lan der Elma Turner Library.

Te Waikoropupu Springs
Wir folgten dem stark befahrenen Küsten-Highway, der rund um das Waimea Inlet und an der Rugby Coast entlang verläuft und die schnellste Verbindung von Nelson nach Motueka ist. Nur 10 km von Richmond entfernt liegt das Weingut Waimea, welches aber leider geschlossen war, also versuchten wir unser Glück beim Weingut Seifried, welches an der Abzweigung zur Rabbit Island liegt. Diese verlangen allerdings eine Gebühr für die Verkostung, also fuhren wir weiter zur erholsamen Rabbit Island, mit Ausblicken auf das Mündungsgebiet. Es gibt Sandstrände, an einem davon spazierten wir, und ausgedehnte stille Kiefernwälder. Die Inselbrücke wird bei Sonnenuntergang geschlossen – über Nacht ist ein Aufenthalt nicht erlaubt.
Nach unserer Ankunft auf der McKee Domain, welche für 12 $/Nacht einfach großartig war, spielten wir Karten und gegen 18 Uhr gab es Abendessen. Danach schauten wir „Kindsköpfe 2“.

Farewell Spit
Aufgrund von Sonnenschein entschieden wir einen Waschtag einzulegen und fuhren zum nur 5 min entfernten Tasman Motor Camp, wo wir 30 $/Nacht zahlten. Während Chris nach dem Frühstück mal wieder sein Bedürfnis Olaf aufzuräumen nachging, kümmerte ich mich um die Wäsche, allerdings hat es den Tag über immer mal wieder getröpfelt, so dass wir unser Kartenspiel mehrmals zwischendurch unterbrechen mussten, um die Wäsche ins Trockene zu holen und wieder aufzuhängen. Am Nachmittag schauten wir dann den Film „Ich darf nicht schlafen“, bevor wir wieder Karten spielten.
Nach dem Abendessen machten wir einen kurzen Spaziergang und schauten dann „World War Z“.
 Der Montag begann mit einem kalten Bad im Pool und einer darauffolgenden warmen Dusche. Während die Wäsche noch ein wenig trocknen musste, aßen wir Frühstück, nutzten 100 MB gratis zur Verfügung gestelltes Internet und spielten Billard.
Später fuhren wir dann nach Motueka – in der geschäftigen, kleinen Stadt fanden wir Gelegenheit unsere Vorräte aufzufüllen.

McKee Domain
Hinter Motueka windete sich der Highway in schwindelerregenden Kurven, wenn Chris fährt, wird mir eh schon meistens übel, den Takaka Hill hinauf, vorbei an Aussichtspunkten, die einen spektakulären Ausblick über die Tasman Bay und den Abel Tasman National Park gewährten. Der Takaka Hill (791 m) trennt die Tasman Bay von der Golden Bay. Kurz vor dem Berg biegt eine Abzweigung zum Canaan Downs Scenic Reserve ab, das am Ende einer 11 km langen Schotterstraße liegt. Das Gebiet erlangte Berühmtheit als Filmkulisse in der Trilogie „Der Herr der Ringe“ und im Film „Hobbit“, doch das hervorstechendste Merkmal dieser Landschaft ist das Harwood's Hole. Es ist eines der größten Dolinen des Landes: Die Höhle ist insgesamt 357 m tief und 70 m breit. An der Oberkante beginnt ein 176 m tiefer, senkrecht abfallender Höhlenschacht. Vom Parkplatz waren es 30 min zu Fuß dorthin. Für 20 $/Nacht übernachteten wir im Payne Ford's Hangdog Camp. Dort spielten wir erst einmal Karten bevor es Abendessen gab. Danach machten wir einen Spaziergang zum und im, in der Nähe befindlichen, Paynes Ford Scenic Reserve. Zurück im Camp schauten wir dann „The Watch“.


Am 31. März 2015 fuhren wir zu den Te Waikoropupu Springs, welche die größten Süßwasserquellen Australiens und Ozeaniens sind und als die klarsten der Welt gelten. 14.000 l Wasser sprudeln pro Sekunde aus unterirdischen Kanälen auf, die verteilt im Schutzgebiet liegen und bei einem 30-minütigen Rundgang bestaunt werden können. Das Wasser wirkt verlockend, doch Schwimmen oder selbst die Berührung des Wassers ist streng verboten.
Danach fuhren wir den weiten Weg bis zum Farewell Spit, wo wir auf dem Parkplatz erst einmal etwas aßen – nennen wir es Frühstück.
Das science-fiction-artige, offene, außergewöhnliche Farewell Spit ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und ein bekanntes Vogelschutzrevier: Im Sommer tummeln sich hier Tausende Watvögel. Den 35 km langen Strand säumen gigantische, halbmondförmige Dünen, von denen aus man einen weiten Blick über die Golden Bay und die gewaltige, bei Ebbe freiliegende Salzmarsch hat. Die ersten 4 km des Spit konnten wir auf verschiedenen Wegen erkunden, wie auch immer sind wir aus Versehen den 12 km Rundweg gegangen und fühlten uns dabei wie auf Juist.
Bei Olaf angelangt, stärkten wir uns erst einmal von dem langen nicht enden wollenden Marsch und lernten dabei die beiden Deutschen Chris und Micha kennen.
Buller Gorge Swingbridge
Gegen 15 Uhr sind wir dann wieder zur McKee Domain aufgebrochen, da es uns dort gut gefallen hatte. Nach einem Zwischenstopp in The Warehouse kamen wir am Ziel gegen 17:30 Uhr an. Nach dem Abendessen spielten wir Karten und schauten dann „2 Guns“.

Am nächsten Morgen nutzten wir die Gelegenheit der kostenfreien, wenn auch kalten Dusche, bevor wir uns nachdem Frühstück nach Motueka aufmachten, um von dort aus Richtung Murchison zu fahren.
Murchison, 125 km südwestlich von Nelson und 95 km östlich von Westport gelegen, ist das nördliche Einfallstor zur Westküste. Von dort windet sich der Highway durch die Buller Gorge. Etwa 14 km westlich von Murchison schwingt sich Neuseelands längste Hängebrücke (110 m), die Buller Gorge Swingbridge, über den Buller River. Für 10 $/Person dürften wir die Brücke überqueren und einen 15-minütigen Rundweg absolvieren. Eine deutsche Familie war mit unserem Schaukeln der Brücke nicht so begeistert und hat uns permanent irritiert angeschaut – sehr unterhaltsam.
Gentle Annie Beach
Im Hafenort Westport, welcher seinen Aufschwung dem Kohlebergbau verdankt, füllten wir unseren Tank auf und fuhren dann Richtung Norden, wo wir im Gentle Annie Mokihinui Holiday Park für 24 $/Nacht unseren Schlafplatz fanden.
Nach dem Abendessen, gingen wir zum Sonnenuntergang an den Strand, spielten dann später Karten und da der Akku meines Laptops am Vorabend starb, schauten wir „2 Guns“ zu Ende.