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| Tunnel Beach |
Am 31. Mai 2015 fuhren wir zum Tunnel
Beach Walkway, welcher sich südwestlich von Dunedins Zentrum
erstreckt.
Der Wanderweg (hin & zurück 45
Min.) führt über Ackerland, bevor er zu den Klippen am Tunnel Beach
hinunterführt. Felsnadeln, Bögen und ungewöhnliche Felsformationen
wurden vom wilden Pazifik geschaffen, Fossilien bedecken die
Sandsteinklippen. Das beeindruckte den Gemeindepfarrer John Cargill
so sehr, dass er von Hand einen Steintunnel bauen ließ, der seiner
Familie Zugang zu abgelegenen Strandabschnitten verschaffte, wo sie
picknicken konnte.
Über den Mt. Cargill fuhren wir zu den
Moeraki Boulders, die etwa 30 km südlich von Oamaru liegen. Ein
Haufen großer kugelförmiger Felsen an einem traumhaft schönen
Strand, die verstreut daliegen wie Murmeln eines Riesenkindes.
Besonders eindrucksvoll ist der Anblick bei Ebbe.
In der Nähe der Felsen gab es auch ein
Café, in welchem wir uns eine/n Kaffee/Schoki gönnten.
Für $ 15 übernachten wir im St.
Andrews Recreation Reserve.
Auf unserer weiteren Reise in Richtung
Christchurch kamen wir in Timaru an.
Die Hafenstadt ist ein günstiger
Zwischenstopp auf halben Weg von Dunedin nach Christchurch.
Wir erledigten einige Einkäufe und
fanden spontan eine Unterkunft über Couchsurfing bei Andrew welcher
in einem Farmhaus zwischen Geraldine und Ashburton lebt – wir
fanden es eine super Basis für unsere Jobsuche und Andrew sagte zu
uns für eine Woche bei sich auf zu nehmen.
Zum Kennenlernen aßen wir gemeinsam
Abendessen und schauten zusammen den Film „5
Zimmer Küche Sarg“, eine neuseeländische Horrorkomödie.
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| Moeraki Boulders |
Am nächsten Tag
führte unser Weg uns in die Bibliothek von Rolleston, welches in den
Canterbury Plains nahe dem SH1 liegt, ca. 22 km südwestlich von
Christchurch, damit wir wieder unsere Flyer ausdrucken und in
diversen Supermärkten verteilen konnten (hatte in Invercargill
schließlich gut funktioniert).
Nach getaner Arbeit
ging es wieder zurück zu Andrews Haus, welcher nach dem langen Tag
auf der Farm immer sehr erfreut war, das Chris das Abendessen kochte.
Die kommenden Tage
bestanden hauptsächlich daraus Flyer aufzuhängen, in Zeitungen und
im Internet nach Jobs zu suchen, mit Andrew zu quatschen, sowie
gemeinsames Abendessen, und Filme zu schauen.
Am 5. Juni 2015 war
nun Chris sein 22. Geburtstag: Nach einem Geburtstags-Kuchen-Schmaus
(es gab meine altbewährte Milchreistorte) zum Frühstück mit
Andrew, ging es für uns beide nach Christchurch zu Velocity Karts.
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| Moeraki Boulders |
Auf einer speziell dafür gebauten
Strecke fuhren, oder vielmehr: segelten wir 30 Min., auf einem
dreirädrigen Gefährt - auch Blowkart oder Landyacht genannt - um
die Kurven und mit einander um die Wette. Die Geschwindigkeit wurde
dabei durch den Wind bestimmt (und wie wir das Gefährt und das Segel
dazu ausrichteten). Blowkart-Segeln war einfach zu lernen und bevor
es auf die Rennstrecke ging, bekamen wir das Steuern, Bremsen und
Beschleunigen gezeigt. Hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Auf der Fahrt dahin ging in unserem
Auto allerdings die Kühlflüssigkeit leer, und als wir nach dem
Landsegeln tankten, bildete sich unter Olaf eine große Pfütze, also
suchten wir eine Werkstatt auf. Die schlechte Nachricht des Tages
war, dass wir eine neue Wasserpumpe brauchen. Also ging es an einem
Freitagnachmittag gegen 14 Uhr von einer Werkstatt in die nächste,
in der Hoffnung, dass noch eine die Möglichkeit hätte unseren Olaf
zu reparieren. Und das obwohl wir für Chris Geburtstag was anderes
geplant hatten – aber der war nun gelaufen. Im Endeffekt hatte
keine Werkstatt mehr die Möglichkeit. Ein Glück haben wir immer
einen 10-liter-Kanister Wasser im Auto und sagten uns, dass wird
schon klappen, dass wir bis zu Andrews Haus kommen. Unterwegs haben
wir bei einer Werkstatt in Ashburton angehalten und einen Termin für
Dienstag ausmachen können.
Die nächsten 2 Tage stand also große
Langeweile an, da wir mit unserem kaputten Auto nirgendwo hinfahren
konnten.

Am 8. Juni 2015 fuhren wir mit Andrew in 2 Autos gegen 17:30 Uhr nach Ashburton und gaben Olaf in der Werkstatt ab, so dass die Mechaniker sich am nächsten Tag um diesen kümmern konnten. Nachdem wir noch bei Countdown einkaufen waren, ging es wieder zurück.
Nach einer weiteren Jobsuche am
nächsten Tag, liehen wir uns Andrews Zweitwagen und holten unseren
Olaf gegen 17:30 Uhr aus der Werkstatt ab – mit einer neuen
Wasserpumpe, aber um $ 425 ärmer.
Mittlerweile waren
wir schon länger als eine Woche bei Andrew, doch als wir ihn
fragten, ob wir länger bleiben könnten während wir weiter auf
Jobsuche sind, bejahte er dies nur, da er unsere Gesellschaft als
sehr angenehm empfand.
Am 12. Juni 2015
hatten wir endlich ein Jobinterview und zwar im Brinkley Resort in
Methven mit Paul, welcher einen Job für Chris hatte, und uns noch
weitere Adressen für Unterkünfte in dem Ort gab, damit wir auch
etwas für mich finden. Am Tag zuvor hatte ich einfach diverse
Unterkünfte in der nähe von Skigebieten angeschrieben, und Paul
hatte geantwortet. Chris bekam auch direkt die Einladung am nächsten
Tag schon zu Probe zu arbeiten, welches aber bezahlt werden würde.
Methven ist im
Winter am lebendigsten, denn dann treffen sich dort
Wintersportfreunde und machen den nahen Mt. Hutt unsicher.
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| Blowkart-Segeln |
Danach fuhren wir
weiter bis nach Christchurch, holten Post im dortigen YHA ab, welche
wir dort hatten hinschicken lassen, als wir noch keine feste Bleibe
hatten. Wir registrierten uns bei Advanced Personnel, einer
Arbeitsagentur, von welcher wir bis zum heutigen Tage keine
Jobangebote erhalten haben.
Nachdem wir
Lebensmittel im Pak'nSave gekauft hatten, hielten wir auf unserem
Rückweg bei Cookie Time in Templeton an, wo es super leckere Kekse
für 9 $/kg gibt.
Während Chris dann
also am Samstag gegen 16:30 Uhr losfuhr nach Methven, gab es für
mich und Andrew Pizza und wir schauten gemeinsam TV.
So ging es auch noch
ein paar Tage weiter - Chris hatte also wieder Arbeit gefunden. Und
auch am 17. Juni 2015 stand für mich ein bezahltes Probearbeiten an:
als Zimmermädchen bei Ski Time. Und anscheinend habe ich mich nicht
zu blöd angestellt, und habe die Stelle erhalten.
Endlich hatten wir
beide einen Job, zwar nicht im gleichen Unternehmen, aber im gleichen
Ort. Nächste Mission war nun eine Unterkunft für uns zu finden.
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| Blowkart-Segeln |
Allerdings mussten
wir erst einmal den Wintereinbruch am 18. Juni 2015 überleben:
Während ich also von 10 bis 14 Uhr arbeiten war, gab es einen
starken Schneeeinbruch zur Mittagszeit, der es für mich am
Nachmittag schon veranlasste, nur noch 80 km/h auf der Landstraße zu
fahren, und dazu führte, dass Chris sich während seiner Fahrt zur
Arbeit bereits 3x mit Olaf drehte. Und während ich am Abend mit
Anni skypte, schrieb Chris mir, dass unser Auto total eingeschneit
war – während bei mir nicht mal der Schnee liegen blieb –
zwischen Andrews Farmhaus und Methven liegen 45 Min. mit dem Auto.
Also fragte ich
Andrew, welcher in Christchurch war, ob ich mir seinen Zweitwagen
leihen könnte, um gegen 22:30 Uhr Chris abzuholen.
Zur Sicherheit nahm
ich den Umweg über Ashburton, da ich erwartete, dass Highways wohl
eher geschoben werden würden als Landstraßen (dem war allerdings
nicht so). Bis Ashburton war auch nichts außer Regen, da lag noch
nicht einmal Schnee, aber als ich dann die Straße Richtung Methven
nahm, konnte ich nur noch 60 km/h fahren und habe mich auch 1x
gedreht. Für die Strecke von einer eigentlich halben Stunde, habe
ich gefühlt eine Ewigkeit gebraucht. Und der Schnee wurde immer
höher und das Auto machte immer mehr komische Geräusche. Kurz vor
Methven stand auch ein Polizeiwagen und ich dachte, dass ich jetzt
noch eine Strafe wegen irgendetwas bekommen würde (wie z. Bsp.
Fahren ohne Schneeketten), aber er ließ mich passieren. In Methven
selbst lag der Schnee so hoch, dass ich nachdem ich noch
erstaunlicherweise auf der Kreuzung wenden konnte kurz danach stecken
blieb. Glücklicherweise waren um Mitternacht noch Menschen mit
ihren großen 4WD unterwegs und konnten uns rausziehen. Und ab dann
ging es mit 30 km/h, also im Schneckentempo weiter. In Ashburton
angekommen, überließ ich Chris dann die weitere Fahrt bis zu
Andrews Haus, da meine Konzentration doch stark nachgelassen hatte.
Gegen 1:30 Uhr waren wir endlich zurück.
Von Deutschland her,
kenne ich es auch so, dass so bald der erste Schnee liegt
Räumfahrzeuge ausrücken, aber das geschah noch nicht mal wirklich
am nächsten Tag.
Weshalb Chris am
Freitag auch nicht arbeiten gehen konnte, da unser Auto eingeschneit
in Methven rumstand, und die Straßen nicht geräumt waren. Dafür
haben wir endlich einen Schneemann bauen können, was uns im
deutschen Winter ja nicht mehr gelungen war, wegen mangelndem Schnee.
Aber es gab auch
positive Nachrichten: Wir hatten über Facebook (Gruppe: Methven
Noticebord) ein Zimmer bei Shirley (57 J.) angeboten bekommen. Sie
hat ein riesiges 5-Schlafzimmer-Haus genau in der Mitte vom Ort,
neben der Feuerwehr, mit einem unglaublich großzügigen
Wohn-Ess-Koch-Bereich. Und kostete $ 200 für uns beide pro Woche mit
Internet, Strom, Feuerholz etc. inklusive - wie sich im Nachhinein
herausstellte, mit die günstigste Bleibe in Methven.
Also packten wir am
20. Juni 2015 unsere Sachen, denn wir zogen bei Shirley ein, dies
bedeutete aber auch, dass es Zeit war sich von Andrew zu
verabschieden. Dieser war sogar noch so freundlich uns nach Methven
zu fahren, da unser Auto nach wie vor beim Brinkley Resort rumstand.
Nachdem wir uns ein
wenig bei Shirley eingerichtet hatten, wollten wir uns Auto abholen –
nun war die Batterie tot. Allerdings bot Paul (Chris Chef) an, dass
er ihn mit einer mobilen Starthilfe wieder zum laufen bringen könnte,
allerdings war dieses gerade nicht zur Hand.
Gegen 17 Uhr habe
ich Chris dann zur Arbeit begleitet und Olaf lief einwandfrei –
also ging es direkt nach Ashburton Lebensmittel einkaufen.
Ashburton hat
ungefähr 16.100 Einwohner und liegt auf halber Strecke zwischen
Christchurch und Timaru.
Den restlichen Abend
verbrachte ich mit Shirley beim gegenseitigen Kennenlernen mit Drinks
– nach Feierabend gesellte sich auch Chris dazu.
















































