Keiner kommt von einer Reise so zurück,
wie er weggefahren ist.

[Graham Greene (1904-1991]

Sonntag, 25. Oktober 2015

Tage des Ungewissen

Tunnel Beach
Am 31. Mai 2015 fuhren wir zum Tunnel Beach Walkway, welcher sich südwestlich von Dunedins Zentrum erstreckt.
Der Wanderweg (hin & zurück 45 Min.) führt über Ackerland, bevor er zu den Klippen am Tunnel Beach hinunterführt. Felsnadeln, Bögen und ungewöhnliche Felsformationen wurden vom wilden Pazifik geschaffen, Fossilien bedecken die Sandsteinklippen. Das beeindruckte den Gemeindepfarrer John Cargill so sehr, dass er von Hand einen Steintunnel bauen ließ, der seiner Familie Zugang zu abgelegenen Strandabschnitten verschaffte, wo sie picknicken konnte.
Über den Mt. Cargill fuhren wir zu den Moeraki Boulders, die etwa 30 km südlich von Oamaru liegen. Ein Haufen großer kugelförmiger Felsen an einem traumhaft schönen Strand, die verstreut daliegen wie Murmeln eines Riesenkindes. Besonders eindrucksvoll ist der Anblick bei Ebbe.
In der Nähe der Felsen gab es auch ein Café, in welchem wir uns eine/n Kaffee/Schoki gönnten.
Für $ 15 übernachten wir im St. Andrews Recreation Reserve.
Auf unserer weiteren Reise in Richtung Christchurch kamen wir in Timaru an.
Die Hafenstadt ist ein günstiger Zwischenstopp auf halben Weg von Dunedin nach Christchurch.
Wir erledigten einige Einkäufe und fanden spontan eine Unterkunft über Couchsurfing bei Andrew welcher in einem Farmhaus zwischen Geraldine und Ashburton lebt – wir fanden es eine super Basis für unsere Jobsuche und Andrew sagte zu uns für eine Woche bei sich auf zu nehmen.
Zum Kennenlernen aßen wir gemeinsam Abendessen und schauten zusammen den Film „5 Zimmer Küche Sarg“, eine neuseeländische Horrorkomödie.

Moeraki Boulders
Am nächsten Tag führte unser Weg uns in die Bibliothek von Rolleston, welches in den Canterbury Plains nahe dem SH1 liegt, ca. 22 km südwestlich von Christchurch, damit wir wieder unsere Flyer ausdrucken und in diversen Supermärkten verteilen konnten (hatte in Invercargill schließlich gut funktioniert).
Nach getaner Arbeit ging es wieder zurück zu Andrews Haus, welcher nach dem langen Tag auf der Farm immer sehr erfreut war, das Chris das Abendessen kochte.
Die kommenden Tage bestanden hauptsächlich daraus Flyer aufzuhängen, in Zeitungen und im Internet nach Jobs zu suchen, mit Andrew zu quatschen, sowie gemeinsames Abendessen, und Filme zu schauen.
Am 5. Juni 2015 war nun Chris sein 22. Geburtstag: Nach einem Geburtstags-Kuchen-Schmaus (es gab meine altbewährte Milchreistorte) zum Frühstück mit Andrew, ging es für uns beide nach Christchurch zu Velocity Karts.

Moeraki Boulders
Auf einer speziell dafür gebauten Strecke fuhren, oder vielmehr: segelten wir 30 Min., auf einem dreirädrigen Gefährt - auch Blowkart oder Landyacht genannt - um die Kurven und mit einander um die Wette. Die Geschwindigkeit wurde dabei durch den Wind bestimmt (und wie wir das Gefährt und das Segel dazu ausrichteten). Blowkart-Segeln war einfach zu lernen und bevor es auf die Rennstrecke ging, bekamen wir das Steuern, Bremsen und Beschleunigen gezeigt. Hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Auf der Fahrt dahin ging in unserem Auto allerdings die Kühlflüssigkeit leer, und als wir nach dem Landsegeln tankten, bildete sich unter Olaf eine große Pfütze, also suchten wir eine Werkstatt auf. Die schlechte Nachricht des Tages war, dass wir eine neue Wasserpumpe brauchen. Also ging es an einem Freitagnachmittag gegen 14 Uhr von einer Werkstatt in die nächste, in der Hoffnung, dass noch eine die Möglichkeit hätte unseren Olaf zu reparieren. Und das obwohl wir für Chris Geburtstag was anderes geplant hatten – aber der war nun gelaufen. Im Endeffekt hatte keine Werkstatt mehr die Möglichkeit. Ein Glück haben wir immer einen 10-liter-Kanister Wasser im Auto und sagten uns, dass wird schon klappen, dass wir bis zu Andrews Haus kommen. Unterwegs haben wir bei einer Werkstatt in Ashburton angehalten und einen Termin für Dienstag ausmachen können.
Die nächsten 2 Tage stand also große Langeweile an, da wir mit unserem kaputten Auto nirgendwo hinfahren konnten.

Am 8. Juni 2015 fuhren wir mit Andrew in 2 Autos gegen 17:30 Uhr nach Ashburton und gaben Olaf in der Werkstatt ab, so dass die Mechaniker sich am nächsten Tag um diesen kümmern konnten. Nachdem wir noch bei Countdown einkaufen waren, ging es wieder zurück.
Nach einer weiteren Jobsuche am nächsten Tag, liehen wir uns Andrews Zweitwagen und holten unseren Olaf gegen 17:30 Uhr aus der Werkstatt ab – mit einer neuen Wasserpumpe, aber um $ 425 ärmer.
Mittlerweile waren wir schon länger als eine Woche bei Andrew, doch als wir ihn fragten, ob wir länger bleiben könnten während wir weiter auf Jobsuche sind, bejahte er dies nur, da er unsere Gesellschaft als sehr angenehm empfand.
Am 12. Juni 2015 hatten wir endlich ein Jobinterview und zwar im Brinkley Resort in Methven mit Paul, welcher einen Job für Chris hatte, und uns noch weitere Adressen für Unterkünfte in dem Ort gab, damit wir auch etwas für mich finden. Am Tag zuvor hatte ich einfach diverse Unterkünfte in der nähe von Skigebieten angeschrieben, und Paul hatte geantwortet. Chris bekam auch direkt die Einladung am nächsten Tag schon zu Probe zu arbeiten, welches aber bezahlt werden würde.
Methven ist im Winter am lebendigsten, denn dann treffen sich dort Wintersportfreunde und machen den nahen Mt. Hutt unsicher.

Blowkart-Segeln
Danach fuhren wir weiter bis nach Christchurch, holten Post im dortigen YHA ab, welche wir dort hatten hinschicken lassen, als wir noch keine feste Bleibe hatten. Wir registrierten uns bei Advanced Personnel, einer Arbeitsagentur, von welcher wir bis zum heutigen Tage keine Jobangebote erhalten haben.
Nachdem wir Lebensmittel im Pak'nSave gekauft hatten, hielten wir auf unserem Rückweg bei Cookie Time in Templeton an, wo es super leckere Kekse für 9 $/kg gibt.
Während Chris dann also am Samstag gegen 16:30 Uhr losfuhr nach Methven, gab es für mich und Andrew Pizza und wir schauten gemeinsam TV.
So ging es auch noch ein paar Tage weiter - Chris hatte also wieder Arbeit gefunden. Und auch am 17. Juni 2015 stand für mich ein bezahltes Probearbeiten an: als Zimmermädchen bei Ski Time. Und anscheinend habe ich mich nicht zu blöd angestellt, und habe die Stelle erhalten.
Endlich hatten wir beide einen Job, zwar nicht im gleichen Unternehmen, aber im gleichen Ort. Nächste Mission war nun eine Unterkunft für uns zu finden.

Blowkart-Segeln
Allerdings mussten wir erst einmal den Wintereinbruch am 18. Juni 2015 überleben: Während ich also von 10 bis 14 Uhr arbeiten war, gab es einen starken Schneeeinbruch zur Mittagszeit, der es für mich am Nachmittag schon veranlasste, nur noch 80 km/h auf der Landstraße zu fahren, und dazu führte, dass Chris sich während seiner Fahrt zur Arbeit bereits 3x mit Olaf drehte. Und während ich am Abend mit Anni skypte, schrieb Chris mir, dass unser Auto total eingeschneit war – während bei mir nicht mal der Schnee liegen blieb – zwischen Andrews Farmhaus und Methven liegen 45 Min. mit dem Auto.
Also fragte ich Andrew, welcher in Christchurch war, ob ich mir seinen Zweitwagen leihen könnte, um gegen 22:30 Uhr Chris abzuholen.
Zur Sicherheit nahm ich den Umweg über Ashburton, da ich erwartete, dass Highways wohl eher geschoben werden würden als Landstraßen (dem war allerdings nicht so). Bis Ashburton war auch nichts außer Regen, da lag noch nicht einmal Schnee, aber als ich dann die Straße Richtung Methven nahm, konnte ich nur noch 60 km/h fahren und habe mich auch 1x gedreht. Für die Strecke von einer eigentlich halben Stunde, habe ich gefühlt eine Ewigkeit gebraucht. Und der Schnee wurde immer höher und das Auto machte immer mehr komische Geräusche. Kurz vor Methven stand auch ein Polizeiwagen und ich dachte, dass ich jetzt noch eine Strafe wegen irgendetwas bekommen würde (wie z. Bsp. Fahren ohne Schneeketten), aber er ließ mich passieren. In Methven selbst lag der Schnee so hoch, dass ich nachdem ich noch erstaunlicherweise auf der Kreuzung wenden konnte kurz danach stecken blieb. Glücklicherweise waren um Mitternacht noch Menschen mit ihren großen 4WD unterwegs und konnten uns rausziehen. Und ab dann ging es mit 30 km/h, also im Schneckentempo weiter. In Ashburton angekommen, überließ ich Chris dann die weitere Fahrt bis zu Andrews Haus, da meine Konzentration doch stark nachgelassen hatte. Gegen 1:30 Uhr waren wir endlich zurück.
Von Deutschland her, kenne ich es auch so, dass so bald der erste Schnee liegt Räumfahrzeuge ausrücken, aber das geschah noch nicht mal wirklich am nächsten Tag.
 
Weshalb Chris am Freitag auch nicht arbeiten gehen konnte, da unser Auto eingeschneit in Methven rumstand, und die Straßen nicht geräumt waren. Dafür haben wir endlich einen Schneemann bauen können, was uns im deutschen Winter ja nicht mehr gelungen war, wegen mangelndem Schnee.
Aber es gab auch positive Nachrichten: Wir hatten über Facebook (Gruppe: Methven Noticebord) ein Zimmer bei Shirley (57 J.) angeboten bekommen. Sie hat ein riesiges 5-Schlafzimmer-Haus genau in der Mitte vom Ort, neben der Feuerwehr, mit einem unglaublich großzügigen Wohn-Ess-Koch-Bereich. Und kostete $ 200 für uns beide pro Woche mit Internet, Strom, Feuerholz etc. inklusive - wie sich im Nachhinein herausstellte, mit die günstigste Bleibe in Methven.
Also packten wir am 20. Juni 2015 unsere Sachen, denn wir zogen bei Shirley ein, dies bedeutete aber auch, dass es Zeit war sich von Andrew zu verabschieden. Dieser war sogar noch so freundlich uns nach Methven zu fahren, da unser Auto nach wie vor beim Brinkley Resort rumstand.
Nachdem wir uns ein wenig bei Shirley eingerichtet hatten, wollten wir uns Auto abholen – nun war die Batterie tot. Allerdings bot Paul (Chris Chef) an, dass er ihn mit einer mobilen Starthilfe wieder zum laufen bringen könnte, allerdings war dieses gerade nicht zur Hand.
Gegen 17 Uhr habe ich Chris dann zur Arbeit begleitet und Olaf lief einwandfrei – also ging es direkt nach Ashburton Lebensmittel einkaufen.
Ashburton hat ungefähr 16.100 Einwohner und liegt auf halber Strecke zwischen Christchurch und Timaru.
Den restlichen Abend verbrachte ich mit Shirley beim gegenseitigen Kennenlernen mit Drinks – nach Feierabend gesellte sich auch Chris dazu.

Freitag, 23. Oktober 2015

Invercargill

Aussichtspunkt in Bluff
Am 14. April 2015 gingen wir also in die Bibliothek von Invercargill, da es dort, wie in jeder anderen, kostenfreies W-Lan gab – wir verschickten 2 Stunden lang Bewerbungen, Chris überließ mir die Aufgabe, während er in der Stadt buntes Papier kaufte und mir mein Smartphone, dass er ja kaputt gemacht hatte, durch ein neues Samsung S5 ersetzte. Wir druckten auch noch Flyer aus, welche wir anschließend in den Supermärkten der Stadt verteilten.
Stirling-Point-Schilderpfahl

Nach einem kurzen Abstecher zurück zum Beach Road Motor Camp, gingen wir um 17 Uhr uns im Kino den Film „Die Bestimmung – Insurgent“ anschauen.

Am nächsten Morgen beluden wir Olaf und als wir das Motor Camp verlassen wollten, hat Chris unseren guten Olaf erst einmal in einer Kuhle festgefahren – ein älterer Mann verlangte doch tatsächlich $ 20 für seine Hilfe, auf welche wir dann getrost verzichtet haben – wie unfreundlich. Mit ein bisschen Schwung haben wir unser Auto dann doch noch frei bekommen.
Auf dem Plan für heute Stand ein weiterer Besuch der Bibliothek, um weitere Bewerbungen zu versenden.
Riverton

Über Couchsurfing hatten wir uns spontan ein Dach über dem Kopf für die kommenden Nächte gesichert und zwar bei Dawn & Elijah, sowie deren 2 Kinder und diversen Haustieren, darunter Hund Bailey, mit welchem wir später auch noch Gassi gingen. Es ist zwar schon schön, dass wir bei ihnen unterkommen durften, allerdings heizten sie nicht, wo durch wir permanent froren, und sie zeigten auch nicht wirklich Interesse an uns, so wie ich es von anderen Couchsurfing-Erfahrungen her gewohnt war, aber nun gut.
Am Abend gab es noch einen Anruf von Raewyn, einer Dame aus Riverton, welche uns auf einen Kaffee zu McDonalds einlud und ein Jobangebot für uns hatte – wir vereinbarten sie am nächsten Tag nach dem Mittagessen zu besuchen. Sie hatte unseren Flyer in einem der Supermärkte gefunden.
Waipapa Point
Beim Mittagssnack und Tee erklärte uns Raewyn, dass sie in ihrem Haus gerne Menschen, aller Altersklassen, mit besonderen Bedürfnissen zeitweise, z. Bsp. über ein Wochenende, aufnehmen möchte, damit die Angehörigen mal eine kleine Auszeit von der Betreuung bekommen. Chris Aufgabe sollte natürlich das Kochen sein und ich wäre für die Organisation und Planung zuständig, so wie wir beiden uns auch mit den Individuen beschäftigen sollten.

Klang alles super cool und unglaublich spannend, und wir dachten uns, wäre optimal auch Erfahrung in einem anderen Bereich als nur Gastronomie zu bekommen.
Waipapa Point

Wie sich allerdings später herausstellte, war das, hauptsächlich für mich, und unsere Neuseelandzeit reinste Zeitvergeudung. Aber dazu später mehr.
Nach unserem netten Plausch und näheres Kennenlernen, nahm uns Raewyn noch mit auf eine kleine Rundfahrt durch Riverton, diese beschauliche, kleine Hafenstadt liegt gerade einmal 38 km von Invercargill entfernt.
Wir einigten uns also darauf am nächsten Tag bei Raewyn einzuziehen.
Cardrona

Entspannt und froh darüber endlich eine Geldeinnahmequelle gefunden zu haben, fuhren wir zum Sightseeing nach Bluff, welches als Invercargills Hafen 27 km südlich der Stadt liegt. Hauptgründe für einen Besuch dieses Ortes sind: die Fähren nach Stewart Island, Fürs-Foto-Posieren neben dem Stirling-Point-Schilderpfahl () und die weit über die Grenzen des Ortes berühmten Bluff-Austern.
Nachdem wir den Ausblick vom Aussichtspunkt über den Ort genossen, wollten wir in einem Café beim Stirling-Point-Schilderpfahl ca. 16 Uhr einen Kaffee trinken, allerdings meinte die Kellnerin, dass bereits geschlossen sei, und das obwohl die Tür offen war und noch Gäste dort saßen und etwas tranken. Also fuhren wir halt nach Invercargill zum Starbucks, der weltweit am südlichsten gelegene. Wie sich herausstellte, wurde ein Besuch in diesem, unsere häufigste Aktivität in Invercargill.


Cardrona

Gerade als wir wieder in unser Auto einsteigen wollten, erhielten wir einen Anruf von Mark, dem das Sass Café in Invercargill gehört. Wir gingen also direkt zu ihm und er bot Chris Arbeit an 2 Tagen in der Woche als Koch an, was natürlich super passte - er sagte direkt zu. War zwar etwas blöd, dass er dann immer soweit von Riverton aus fahren musste, aber wie sich später herausstellte die beste Entscheidung überhaupt.
Danach ging es dann zurück zum Haus von Dawn & Elijah.
Cardrona
Cardrona
Am Freitag verließen wir die beiden und zogen zu Raweyn nach Riverton. Endlich eine Bleibe für den Winter, dachten wir uns. Wir leerten Olaf aus und organisierten uns ein wenig in dem 5-Schlafzimmer-Haus. Allerdings war das Haus spärlich mit Möbeln bestückt, denn das Projekt von Raewyn war noch in der Entstehung, was auch bedeutete, dass nicht wirklich Kapital vorhanden war und ewig keine Menschen mit Behinderungen kamen, und wir somit auch nicht einen Cent verdienten. Raewyn vertröstete uns aber immer damit, dass innerhalb der nächsten 2 Wochen schon welche kommen könnten, und so verging Woche um Woche ohne das ich Geld verdiente. Chris hatte das Glück, dass aus seiner Teilzeitstelle bei Mark im Café mittlerweile eine Vollzeitstelle (6:45 bis 14/15 Uhr 5 Tage/Woche) wurde und er pro Stunde $ 17,50 verdiente, so dass er pro Woche mindestens $ 600 verdiente, wobei leider ein Großteil für Sprit drauf ging. 
Below Zero Ice Bar

Etwas Positives allerdings war, dass wir für Unterkunft und Essen bei Raewyn nichts zahlen mussten, auch wenn wir die Lebensmittel erst einmal vorstreckte -, nach einigem Drängen gab uns Raewyn aber das Geld stets zurück.
Am Anfang war auch eigentlich alles gut, wir verstanden uns gut mit Raewyn, hatten kostenfreies W-Lan, aßen gemeinsam Abendessen, ich hatte Zeit meinen Blog zu schreiben und nebenbei machte ich das Haus und den Garten hübsch für eventuelle Klienten, und half beim Einrichten einer Facebookseite.
Below Zero Ice Bar

Und so pläpperten sich die Tage dahin, für mich waren sie furchtbar langweilig: ausschlafen bis 11 Uhr, bisschen Küche aufräumen, Blog schreiben, warten auf Chris, Handy spielen, Abendessen, Filme schauen und das eigentlich jeden Tag in der ganzen Zeit, die wir dort verschwendet haben. An machen Tagen habe ich auch etwas im Haushalt getan, wie z. Bsp. die ganze Bettwäsche waschen, im Garten Laub harken oder die Garage ausmisten, da ich dachte, wir werden dafür bezahlt...
Am 24. April 2015 entschieden wir uns, dass ich auch das Haus mal verlassen sollten und wir unternahmen einen Spaziergang am Howells Point, woraufhin wir entschieden am nächsten Tag einen Ausflug in die Caitlins zu unternehmen, eine Region aus fruchtbarem Ackerland, einheimischen Wäldern und ursprünglichen Buchten.
Lake Gunn
 

Chris hatte nämlich am nächsten Tag aufgrund des ANZAC Days (ANZAC: Akronym für Australian and New Zealand Army Corps) frei. Der 25. April 1915 ist der Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen sowie Soldaten aus Tonga im Ersten Weltkrieg – der Landung auf Gallipoli. Die Schlacht von Gallipoli führte zu erheblichen Verlusten unter den australischen, neuseeländischen und tongaischen Soldaten, die in einer Streitmacht geführt wurden.
Milford Sound

Nach einem teuren Frühstück in einem Café (aufgrund des Feiertags wurden zusätzlich 15 % berechnet), war unser erstes Ziel der Leuchtturm am Waipapa Point von 1884.
Weiter fuhren wir zum Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Es ging 20 min zu Fuß über Felder zu einem stämmigen Leuchtturm und einem hässlichen Wegweiser auf einem windgepeitschtem Felsvorsprung mit Blick über die gesamte Küste.
Daraufhin ging es mal wieder zum Starbucks in Invercargill und danach zurück nach Riverton.
 

Milford Sound

Am 1. Mai 2015 habe ich für wenige Stunden im „Sass Café“ ausgeholfen und auch einmal ein paar $ verdient. Welche allerdings für das anschließende Wochenende draufgingen, welches Chris organisiert hatte.
Milford Sound

Am nächsten Morgen hieß es früh um 7 Uhr aufstehen und auf ging es, vorbei an Queenstown, nach Cardrona über die Crown Range Road, einer schmalen, kurvenreichen Bergstraße. Mit ihrem Ausblick auf grüne Täler, Gebirgsläufer und endlose, schneebedeckte Gipfel ist sie eine der malerischsten Autostrecken der Südinsel. Am Straßenrand lagen viele Rastplätze, von denen aus wir die Aussicht genießen konnten, vor allem am Queenstowner Ende der Straße, wenn es im Zickzack hinunter nach Arrowtown ging.
Bei „The Cardrona“, wo auch der BH-Zaun ist, hatte Chris für uns um 13 Uhr eine 2-stündige Quadtour gebucht, welche sich als eine spontane Privattour herausstellte, da wir die einzigen waren, die für diesen Tag gebucht hatten. Das Wetter spielte super mit, wir hatten strahlenden Sonnenschein und Kelly, unsere Tourleiterin, fuhr mit uns auf die umliegenden Berge mit einer unglaublichen Aussicht. Es wurden auch genügend Stopps für Fotos gemacht. Allerdings hätten wir uns gefreut ein wenig schneller fahren zu dürfen, als es Berg runter ging. :) Da Kelly stets vor uns fuhr, gab sie das Tempo vor.
Danach ging es nach Queenstown, wo wir uns im Starbucks einen Kaffee/Heiße Schoki schnappten und durch die Stadt schlenderten.
Milford Sound

Als nächsten Programmpunkt hatte Chris für 17 Uhr einen Besuch in der Below Zero Ice Bar vorgesehen, für welchen er über bookme.com Rabatt erhalten hatte, ebenso wie bei der Quadtour. Die Bar ist komplett aus Eis, ebenso die Gläser und ein Cocktail war im Eintritt inklusive. Der Raum ist mit Eisfiguren verziert, aber die Cocktails sind relativ teuer, von daher war das dann doch eher ein kurzer Spaß von einer halben Stunde.
Danach ging es zum Abendessen ins Winnies, einer Mischung aus Bar und Restaurant, wo immer viel los ist. Wir haben trotzdem einen Tisch bekommen und uns super leckere Pizzen gegönnt.
Da wir am nächsten Tag morgens im Milford Sound sein mussten, hieß es jetzt noch 2 1/2 Stunden bis nach Te Anau zu fahren, wobei uns der Sprit echt leer ging, und wir glücklicherweise noch eine geöffnete Tankstelle in Te Anau fanden, um 21 Uhr!!! Alle anderen unterwegs waren bereits geschlossen, womit wir um diese Uhrzeit niemals gerechnet hätten – nach 22 Uhr okay, aber doch nicht vor 20 Uhr. Zwischenzeitlich dachten wir schon wir müssen auf einer Tankstelle im Auto übernachten.
Die beschauliche Ortschaft Te Anau am See ist ein guter Standort für all jene, die den Milford Sound besuchen möchten.
Nach weiteren 20 min Autofahrt erreichten wir die Henry Creek Campsite, welche $ 12 die Nacht kostete.
Am nächsten Morgen ca. 8:15 Uhr fuhren wir die SH 94 weiter nach Milford. Die Fahrt dauert ohne Pausen 2 bis 2 ½ Stunden, doch sollte man sich unterwegs Zeit zum Anhalten nehmen, um die herrliche Landschaft auf sich wirken zu lassen. Der erste Teil der Straße windet sich durch das Weideland oben auf der Seitenmoräne des Gletschers, der einst den Lake Ta Anau ausgefräst hat. Die Straße verläuft weiter zum Eingang des Fjordland National Park, an Wäldern von Rot-, Silber- und Bergsüdbuchen, angeschwemmten Ebenen und Wiesen entlang.
Gleich hinter dem Campingplatz McKay Creek hatten wir einen tollen Blick über das Eglinton Valley mit steilen Bergen zu beiden Seiten sowie Pyramid Peak und dem Ngatimamoe Peak geradeaus.
Riverton

Ungefähr 10 km vor Milford ist der Chasm Walk (20 min hin & zurück) – der bewaldete Cleddau River stürzt durch verwitterte Felsblöcke in einen schmalen Spalt, was zur Bildung von noch steileren Wasserfällen und einer natürlichen Steinbrücke führt.
Der erste Blick auf den Milford Sound ist einfach atemberaubend: Felsklippen ragen aus dem ruhigen, dunklen Wasser, an die Abhänge klammern sich Bäume. Sie wirken wie eine Art Baumlawine, die jeden Moment ins Meer zu stürzen droht. Der sagenhafte und fotogene Mitre Peak dominiert die Szenerie.
Queenstown
Mit Juicy Cruise machten wir um 11:45 Uhr einen 1 ½-stündigen Bootsausflug über den Milford Sound.
Auf dem Rückweg nach Riverton hielten wir für einen Snack im Sandfly Café in Te Anau und kamen gegen 18:30 Uhr an.
Nächster Höhepunkt der recht öden Zeit in Riverton sollte eigentlich mein Geburtstag sein: Wir schreiben also den 9. Mai 2015 und es regnete, was Chris Pläne mir einen tollen Tag zubereiten völlig zu nichte machte, allerdings wurde ich mit 2 Geburtstagskuchen im Bett überrascht.
Skyline Gondola Queenstown
Spontan wollten wir dann Kart fahren in Invercargill, allerdings sprachen uns die Bahn und der Preis dafür nicht an, so dass wir entschieden, nach einem Snack im Sass Café um 15:45 Uhr „Pitch Perfect 2“ im Kino zu schauen.
Gegen 18:30 Uhr waren wir zurück in Riverton, wo uns Raewyn mit einem gedeckten und dekorierten Tisch, inklusive Seifenblasenmaschine überraschte.
Gegen 19 Uhr nahm ich aber erst einmal die Glückwünsche meiner Familie via Skype entgegen. Und danach gab es Geburtstagsessen mit den Nachbarn Lawton & Freida.

ONSEN Hot Pools
Der Tag danach sollten nun eher meinem Geburtstag entsprechen, denn es ging morgens um 9 Uhr eines sonnigen Tages los zur Skyline Gondola, welche einen großartigen Blick auf Queenstown, den See und die Berge ermöglicht. Highlight abgesehen von der Gondelfahrt ist natürlich die Sommerrodelbahn dort oben.
Danach gönnten wir uns mal wieder einen Kaffee/Heiße Schoki im Starbucks und schlenderten durch die Souvenirläden, bevor es um 15 Uhr zu Onsen Hot Pools bei Arthur's Point ging, wo Chris uns einen Whirlpool nur für uns 2 für eine Stunde gebucht hatte mit Sekt und Eiscrème. Während wir also im Pool entspannten, genossen wir eine unglaublich schöne Aussicht über Fluss und Berge.
Danach hieß es allerdings auch schon wieder zurück nach Riverton fahren, da Chris am nächsten Tag wieder arbeiten musste.

Aufgrund des halbjährlichen WoF (sowie der deutsche TÜV) ging Olaf am 15. Mai 2015 in die Werkstatt, während Chris im Café arbeitete, allerdings haben wir die Verlängerung unseren WoF nicht bekommen, da Ersatzteile bestellt werden mussten, aber wir dürften für den WoF und Ölwechsel schon einmal $ 215 zahlen.

Am 26. Mai 2015 erklärten wir Raewyn, während eines Kaffees im Sass Café nach Chris Feierabend, dass wir gehen werden, da wir nicht einen Cent bei ihr verdienten, und das obwohl wir schon so viel für sie gemacht hatten, u. a. ein Wochenende lang auf einen kleinen Jungen, namens Kane, der eine Aufmerksamkeitsspanne von 3 Minuten hatte, aufgepasst haben. Wir erklärten ihr, dass wir sie am Ende der Woche verlassen werden, so dass Chris noch seine Arbeitswoche im Café beenden kann. Daraufhin sagte sie, dass wir sie direkt verlassen müssen und sie uns keine weitere Nacht mehr bei ihr haben möchte. Wohin nun? Wo wir unterkommen, war ihr offenbar sehr egal. Also fuhren wir nach Riverton, um unsere Sachen zu packen, während sie, dämlich wie sie war, in Invercargill geblieben ist. Wir haben also alles Brauchbare mitgenommen, u. a. eine sehr bequeme Matratze, den Kühlschrank & Vorratsschrank leer gemacht; Chris hat noch Muffins gebacken und die Küche wie im Saustall hinterlassen, darin ist er Profi.
Glücklicherweise konnten wir bei Chris Chef Mark für die restlichen Tage unterkommen.
Am Abend haben wir dann seine Frau Denise, seine Tochter Teagan (21 J.), sowie deren 2 Töchter Payton (4 J.) & Kinley (5 Tage) kennengelernt.
Am 27. Mai 2015 hatten wir einen weiteren Werkstatttermin, wo dann endlich die nötigen Ersatzteile eingebaut wurden, wir unseren WoF bis November bekamen und noch einmal $ 460 zahlten.
Am 30. Mai 2015 endete unsere Zeit in Invercargill: Zu erst verabschiedeten wir uns von Teagan & Payton bei ihnen zu Hause und später von Denise & Mark im Café und fuhren Richtung Dunedin. Eine kostenfreie Übernachtung fanden wir im Warrington Reserve, wo wir gegen 18:15 Uhr ankamen.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Quer über die Südinsel

Gentle Annie Beach
Der 2. April 2015 begann mit spontanem Skypen mit meiner Familie – das erste Mal seit ich im Februar abgereist bin – dafür dauerte unsere Unterhaltung auch gleich eine Stunde.
Abgesehen vom Frühstück verbrachte ich dann die meiste Zeit mit der Fotoauswahl am Laptop bis Chris und ich gegen 15 Uhr einen Strandspaziergang machten.
Vor dem Abendessen spielten wir dann noch Karten. Und danach verschickten wir unseren ersten Bewerbungen via Email an Angebote, welche wir via www.touch.trademe.co.nz/jobs gefunden hatten. Und zum Abschluss eines sehr unspektakulären Tages schauten wir im Auto „Monster Uni“.
Oparara Basin

Am nächsten Morgen sind wir gegen 9:30 Uhr aufgestanden, gingen duschen, frühstückten, nutzten noch einmal kurz das Internet und fuhren dann den Highway Richtung Norden entlang, welcher eng an der Felsküste durch eine grüne Hügellandschaft verläuft. Unterwegs legte wir eine Pause ein und liefen den Spazierweg Lake Hanlon (hin & zurück 30 min).
Im Oparara Basin nördlich von Karamea, ein Ort mit entspannter Atmosphäre, stießen wir auf einige berühmte Naturwunder der Südinsel, u. a. spektakuläre Sandsteinbögen und einzigartige Höhlen in einer von ursprünglichem Regenwald überwucherten Karstlandschaft.

Oparara Basin
Zum 200 m langen und 37 m hohen Oparara Arch, ein Felsbogen, der den gleichnamigen Fluss überspannt, führte ein leichter Fußweg (hin & zurück 45 min) durch einen alten Wald.Zum ebenso interessanten Moria Gate Arch (43 m lang, 19 m hoch) führte ein ähnlicher Weg (hin & zurück 45 min).
Danach ging es noch zum Mirror Tarn (Spiegelsee, hin & zurück 20 min), bevor wir zurück zu unserem Campingplatz der letzten Tage fuhren, allerdings haben wir die letzte Übernachtung nicht bezahlt.
Nach dem Abendessen schauten wir dann „Before Midnight“.


Gentle Annie Beach
Am Samstag fuhren wir nach Westport, gingen einkaufen, frühstückten und folgten dann dem Highway Richtung Greymouth. Die Fahrt entlang der brandungsreichen Küste bot herrliche Fernsicht übers Meer.Die Hauptattraktion auf dieser Strecke sind die geologisch faszinierenden Pancake Rocks und Spritzlöcher bei Punakaiki. Durch den Prozess der Schichtverwitterung hat der Dolomite-Point-Kalkstein die Form von dicken Pfannkuchenstapeln angenommen. Bei Flut strömt das Meer in Aushöhlungen hinein und schießt dann brüllend aus Spritzlöchern ins Freie. Ein leichter 15-minütiger Rundkurs bei Regen führte uns zu den Felsen.

Pancake Rocks
Und wegen des bereits erwähnten Regens checkten wir gegen 14:30 Uhr für 28 $/Nacht in den Imrapahoe Bay Holiday Park ein, der bis jetzt mit Abstand sauberste Campingplatz. Da dieser direkt am Strand liegt, gingen wir an diesen um nach Jade zu suchen – allerdings stellte sich uns die Frage: Woher wir beide wissen sollen, ob dieser grüne Stein in unserer Hand nun Jade ist oder nicht? Wir ließen sie also zurück...Danach spielten wir Karten und nach dem Abendessen gegen 19 Uhr schauten wir den Film „The Baytown Outlaws“.

Am Ostersonntag fuhren wir durch Geymouth durch direkt nach Hokitika zu Jagosi Jade, wo der Schnitzer Aden Hoglund, ein Freund von Francis & Christine aus New Plymouth, Werke mit traditionellem und modernem Maori-Design herstellt und dafür nur Jade von der Südinsel benutzt.
Leider war er an diesem Tag nicht da, also fuhren wir zum Frühstücken zum Sunset Point, von dort aus genossen wir nebenbei eine schöne Aussicht.
Hokitika ist eine Gemeinde an der Westküste und liegt etwa 40 km südlich von Greymouth nahe der Mündung des Hokitika Rivers. Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren über Jahrzehnte hinweg die Verarbeitung von Pounamu (englisch: Greenstone), einer besonderen Art Jade sowie Forstwirtschaft und der Bergbau, wobei vornehmlich Kohle und Gold abgebaut wurden.
Während wir dann so durch die Kunst- und Kunsthandwerksgalerien schlenderten, stellten wir fest, dass wir meinen Laptop im Imrapahoe Bay Holiday Park vergessen hatten.
Nachdem wir uns ein Heißgetränk in einem Café gegönnt hatten, fuhren wir also zurück um meinen Laptop einzusammeln, der noch brav dort lag, wo wir ihn zum Aufladen zurück gelassen hatten.

Nelson Creek Camping Ground
Danach gingen wir zum Schwimmen ins Aquatic Centre in Greymouth für 5,50 $/Person.Greymouth ist die größte Stadt der Westküsten-Region hat ca. 9.500 Einwohner, damit leben etwa 20 % der Westküsten-Bewohner in Greymouth.
Zum Übernachten fuhren wir zum Nelson Creek Camping Ground, welcher auf Spendenbasis existiert. Nach einer Runde Karten spazierten wir in der Umgebung, vor dem Abendessen, und fanden eine Hängebrücke.

Nelson Creek Camping Ground
Am Ostermontag fuhren wir erst einmal nach Greymouth und legten uns einen Vorrat an Lebensmitteln an bevor wir noch einmal unser Glück bei Aden versuchten, der dieses Mal da war – für $ 50 gab ich dann bei ihm ein Fußkettchen in Auftrag. Da es mal wieder den ganzen Tag regnete fuhren wir durch bis Franz Josef Village, wo wir für 30 $/Nacht auf dem Parkplatz vom YHA übernachten und die ganze Einrichtung nutzen dürften.Vor dem Abendessen las ich und danach schauten wir „Who am I“.
Am nächsten Tag trafen wir uns um 10:15 Uhr mit Erica in „The last Kitchen“, welche zwar eine Vollzeitstelle für Chris als Koch hatte, für mich aber lediglich nur ein paar Stunden die Woche Arbeit hätte. Allerdings hatte sie den Tipp, dass ich doch einmal im Matheson Café nach Arbeit fragen könnte, leider war der Verantwortliche nicht da und meldete sich erst Tage später per Email.

Fox-Gletscher
Nach unserem Frühstück, bekamen wir von Erica via SMS noch den Tipp, dass wir uns im Motel „The Westhaven“ melden sollten, aber auch hier war kein Verantwortlicher da und bis heute haben wir keine Reaktion auf unsere Email erhalten.Nun fuhren wir zum Fox-Gletscher, welcher ein Talgletscher ist und innerhalb des Westland-Nationalparks liegt. Sein Nährgebiet befindet sich im Bereich der höchsten Gipfel der Neuseeländischen Alpen und wie auch der 25 km weiter nördlich liegende Franz-Josef-Gletscher fließt er von dort die steile Westflanke des Gebirges hinab und reicht deshalb weit hinunter, fast bis auf 300 m. Der Fox-Gletscher entwässert über den Fox River in die Tasmansee. Durch die Nähe der Ortschaft Fox Glacier Village ist der Gletscher touristisch gut erschlossen. Vom Parkplatz gelangten wir nach einem 30-minütigen Fußmarsch zum Gletschertor.Da das Wetter noch immer klasse und sonnig war, ging es weiter zum Franz-Josef-Gletscher.
Der Franz-Josef-Gletscher ist ein etwa 10 km langer Gletscher und befindet sich auf der Westseite der Neuseeländischen Alpen. Er entwässert über den Waiho River in die Tasmansee. Ebenso wie der Fox-Gletscher war auch der Franz-Josef-Gletscher einmal so groß, dass er direkt ins Meer kalbte. 
Fox-Gletscher
Auch heute ist er noch gemeinsam mit dem Fox-Gletscher einer der am niedrigsten über Meereshöhe (ca. 400 m) gelegene Gletscher mittlerer Breite. Nachdem der Gletscher zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und 1982 deutlich zurückgegangen war und über 3 km an Länge verloren hatte, begann er seit 1982 wieder um etwa 1 km zu wachsen. Seit 1999 hat sich der Trend wieder umgekehrt und der Gletscher wieder an Masse verloren. Damit ist der Franz-Josef-Gletscher einer der wenigen großen Gletscher, die bislang nicht so stark von der weltweiten Gletscherschmelze betroffen sind. Bis zum Jahrhundertende wird dennoch damit gerechnet, dass der Gletscher weitere 5 km an Länge und etwa 38 % seiner Masse verlieren wird. Vom Parkplatz war die Wanderung verglichen zum Fox-Gletscher nicht so anstrengend, dauerte aber einer halbe Stunde länger.
Als Schlafplatz fuhren wir zurück zum YHA, wo wir dann die 2. Nacht einfach nicht bezahlten und es auch keinem vom Personal aufgefallen war. Vor dem Abendessen schauten wir „Fast & Furious Five“ und danach „Fast & Furious 6“.
Franz-Josef-Gletscher


Am Mittwoch standen wir um 9 Uhr auf und fuhren nach Hokitika. Allerdings haben wir unterwegs am Lake Ianthe gefrühstückt, der von Sandflies, auf deutsch Kriebelmücken, heimgesucht wurde.
Sie sind kleine Mücken, die im Aussehen eher den Fliegen ähneln. Sie treten am liebsten in Schwärmen auf und können mit ihren Bissen einen Menschen wahrlich in den Wahnsinn treiben. Es sind allerdings nur die Weibchen, die das Blut von Vögeln und Säugetieren saugen; sie stechen die Haut auf und saugen den Blutstropfen auf, der dann hervortritt. Die Männchen sind dagegen scheue Vegetarier.
In Hokitika gingen wir erst einmal zu einer Westpac, um dort Chris Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretung in Höhe von $ 30 zu bezahlen, welchen er sich über Ostern mit 10 km/h zu viel eingefangen hatte. Danach gingen wir zur Hokitika Library und nutzten das kostenfreie W-Lan um weitere Jobbewerbungen zu verschicken.
Daraufhin besuchten wir Aden, der meine Fußkette bereits fertig hatte und Chris gab sein Schmuckstück in Auftrag. Das sollte allerdings ein längerer, zeitlich aufwendiger Prozess werden, welches dann mit der Post geschickt wird.
Devils Punchbowl Waterfall
Und da es mal wieder einer dieser verregneten Tage war, fuhren wir dann zur Goldsborough Campsite, welche eigentlich 12 $/Nacht gekostet hätte, aber wir haben mal wieder einfach nicht bezahlt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Karten spielen und lesen.

Irgendwie müssen wir am Vortag unsere Batterie leer gespielt haben, denn Olaf ließ sich am nächsten Morgen nicht mehr starten, aber einer der anderen Camper kam direkt zu uns, um uns Starthilfe zu leisten. Und das obwohl wir erst 2 Tage zuvor selbst bei anderen Reisenden geholfen haben den Motor zum Laufen zu bringen.
Nach einem Abstecher zu New World, der Bibliothek und einem Frühstück am Sunset Point von Hokitika nahmen wir den Highway über Arthur's Pass Richtung Christchurch.
Arthur's Pass ist ein alpiner Übergang in den Südalpen. Mit einer Höhe von 920 m markiert er die Grenze der Regionen Westland und Canterbury. Von Christchurch sind es 140 km und bis Greymouth 95 km. Der Pass trennt die Täler des Otira River, eines Nebenflusses des Taramakau im Westen und des Bealey River im Osten. Der Pass wurde benannt nach Arthur Dudley Dobson, der 1864 die ersten Europäer über den Pass führte. Er wusste von dem Übergang, der gelegentlich von einheimischen Jägern benutzt wurde, durch Erzählungen des von der West Coast stammenden Māorihäuptlings Tarapuhi. Er ist die höchste der 3 Passstraßen, die die Südalpen überqueren. Die anderen sind Haast Pass und Lewis Pass.
In der näher dieser höchstgelegenen Ortschaft Neuseelands mit herrlicher Aussicht unternahmen wir die Wanderung zum malerischen Devils Punchbowl Waterfall (hin & zurück 1 Std.). Danach fuhren wir durch bis zum Campingplatz Coes Ford in der Nähe von Christchurch, welcher kostenfrei ist.
Nach dem Abendessen schauten wir „Der Plan“.

Lake Tekapo
Am 10. April 2015 waren wir um 9:30 Uhr beim Vorstellungsgespräch im Café Izone Stonegrill Restaurant & Café in Rolleston, welche eine Kellnerin und einen Koch suchten. Wir wurden zum Probearbeiten am nächsten Abend eingeladen.
Rolleston ist ein Ort in der Region Canterbury und liegt in den Canterbury Plains ca. 22 km südwestlich von Christchurch. Rolleston wurde gegründet als ein vorläufiger Endpunkt der Eisenbahnstrecke von Christchurch und wurde benannt nach dem Politiker William Rolleston (1831–1903) aus Canterbury.
Zwar hatte es den ganzen Tag über genieselt, aber wir mussten Wäsche waschen, also fuhren wir zum Rakaia Huts Campground für 10 $/Nacht. Nach einem Frühstück und als die Wäsche hing, fuhren wir nach Christchurch, da wir nicht den ganzen Tag nur rumlungern wollten.
Christchurch ist eine lebhafte Stadt im Umbruch, welche unermüdlich und erfinderisch die Folgen von Neuseelands zweitgrößter Naturkatastrophe meistert. Traditionell gilt sie als die englischste Stadt Neuseelands, doch nach dem Beben verleiht man dem schwer beschädigten historischen Kern auch einen modernen Touch.
Irgendwie sind wir dann im Shopping Centre „The Palms“ gelandet und fanden uns relativ schnell im Kmart wieder, bevor wir gegen 17 Uhr spontan entschieden „Fast & Furious 7“ im dortigen Reading Cinemas zuschauen.
Gegen 21 Uhr kamen wir dann wieder am Campingplatz an. Während Chris das Abendessen zubereitete, kümmerte ich mich um die Wäsche.

Am Samstag darauf läpperte sich der Tag so dahin, bis wir uns gegen 14 Uhr auf in Richtung Rolleston machten, da für16 Uhr das Probearbeiten anstand. Chris hatte sich allerdings eigentlich 5 Stunden nur gelangweilt, denn da es Samstag war, kamen mehr als 100 Gäste zum Abendessen, und es war zu stressig um ihn einzuarbeiten oder dass er zeigen konnte, was er kann. Ich hingegen hatte damit zu kämpfen den Überblick zu behalten, da das Restaurant nicht in Reviere eingeteilt wurde und jeder alles machte, was nur zu Chaos führen konnte. Und da uns auch keine Mahlzeit offeriert wurde, ging es danach dann zu McDonalds bevor wir zum Campingplatz Coes Ford fuhren.
Da wir erfahren hatten, dass die noch so etliche Bewerber mehr eingeladen hatten, und Chris noch einmal zum Probearbeiten hätte kommen sollen, da es an diesem Tag zu stressig war, selbstverständlich unbezahlt, hatten wir gleich am nächsten Morgen abgesagt, da wir auch keine Lust hatten noch eine Woche zu warten, bis wir erfahren, ob wir eingestellt werden oder nicht.

Also ging es am nächsten Tag nach Queenstown – je näher wir kamen, desto kälter wurde es. Gegen 11:45 Uhr hielten wir irgendwo zum Frühstücken und später genossen wir die Aussicht über den Lake Tekapo.
Der eine Fläche von 82 km² einnehmende Lake Tekapo befindet sich auf einer Höhe von über 700 m über dem Meeresspiegel und wird durch den aus Schmelzwasser von Gletschern gebildeten Godley River gespeist, was dem See, im Zusammenhang mit dem feingeschliffenen Felsuntergrund, eine einzigartige türkise Farbe verleiht.
Zum Übernachten fuhren wir zum Luggate Cricket Club Campground, welcher 10 $/Nacht kostete. Den Abend verbrachten wir, wie schon so oft, mit Karten spielen und lesen.

Lake Wakatipu
Um 9:30 Uhr sind wir bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden und als wir in Queenstown ankamen, schneite es – unglaublich, wir waren noch überhaupt nicht bereit für Winter. Also fuhren wir nach einem kleinen Zwischenstopp direkt weiter gen Süden, denn auch wenn wir hätten bleiben wollen, ist eine Unterkunft in Queenstown zu teuer und bei Minusgraden im Auto übernachten – undenkbar.
Umgeben von den indigofarbenen Gipfeln der Remarkables, gekrönt vom Coronet Peak und eingerahmt von den gewundenen Buchten des Lake Wakatipu liegt das eigentlich beschauliche Städtchen. Die Stadt wird nicht müde, ihren Ruf als Adventure-Kapitale des Planeten zu betonen.
Unterwegs haben wir dann im The Garston Hotel & Al's Cafe Diner etwas gegessen und sind dann weiter nach Lumsden, um dort gegen 16 Uhr in der Bibliothek mit dem kostenfreien W-Lan nach Jobs im Southland zu schauen.
Southland ist die südlichste der Verwaltungsregionen Neuseelands auf der Südinsel. Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt ist Invercargill. Sie zählt zu den am frühsten besiedelten Gebieten Neuseelands, so dass es dort auch zu den ersten intensiveren Kontakten mit den Māori kam. Besonders Einwanderer aus Schottland ließen sich in der Gegend nieder.
Nachdem wir uns den Ivercargill Central City Camping Park angeschaut hatten, fuhren wir stattdessen zum wesentlich schöneren und günstigeren Beach Road Motor Camp, wo wir für 2 Nächte $ 56 zahlten. Nach dem Abendessen schauten wir dann „Drift“.