Keiner kommt von einer Reise so zurück,
wie er weggefahren ist.

[Graham Greene (1904-1991]

Mittwoch, 29. April 2015

von Taranaki bis nach Wellington

Am 19. März 2015 fuhren wir nach dem Frühstück um 10:15 Uhr die restliche Strecke des Forgotten World Highways bis nach Stratford.
40 km südöstlich von New Plymouth liegt dieser Ort, der überall an seinen Namensvetter Stratford-upon-Avon (Shakespeares Geburtsort) erinnert. Alle Straßen im Ort tragen die Name von Figuren aus den Werken des Dramatikers.
Während Chris unseren Tank auffüllte, rief ich Francis und Christine an, die uns damals am Lake Karapiro angesprochen und uns zu sich eingeladen hatten. Ich hatte Francis am Apparat, welcher meinte wir sollen direkt zu ihnen kommen – also machten wir uns auf dem Weg zu ihrem Haus. Die Fahrt dauerte ca. 40 min, dann waren wir bei den Beiden angekommen und nach einer Begrüßung gab es gleich einen Rundgang über das großzügige Grundstück mit Blick aufs Meer.
Während des Mittagessens bot Francis an, dass Chris und ich doch über Nacht bleiben könnten, sie hätten zwar kein Schlafzimmer für uns zur Verfügung, aber wir haben unseren Schlafplatz immer mit dabei.
Danach nahm uns Francis mit auf eine kleine Spritztour durch die umliegende Landschaft bis zu seiner Farm, wo wir auf seinen Sohn Kevin trafen und uns der Melkprozess gezeigt wurde. Ich habe es sogar hinbekommen eine Kuh mit der Hand zu melken und Chris als Koch wollte unbedingt frische Kuhmilch kosten – schmeckt nicht groß anders als die aus dem Supermarkt. Auf dem Rückweg nahm Francis eine andere Strecke durch New Plymouth.
New Plymouth, das vom Mt. Taranaki überragt wird und von fruchtbarem Ackerland umgeben ist, besitzt de einzigen internationalen Tiefseehafen in diesem Abschnitt der Küste. Die Stadt hat eine blühende Kunstszene und bietet mit ihren schönen Stränden und dem Egmont National Park ganz in der Nähe viele Attraktionen für Outdoorfanatiker.
Wie auch immer Chris und Francis auf das Thema Waffen und Schießen gekommen sind, jedenfalls nahm Francis uns beide dann mit zum hinteren Teil seines Grundstücks und ließ uns bei doch stärkerem Wind auf improvisierte Ziele schießen. Dabei fand Francis es sehr interessant, dass er Deutschen das Schießen beibrachte, obwohl doch sein Großvater im Krieg Deutsche erschossen hatte.
Zum Abendessen bereitete Chris das von Francis selbst erjagte Wildfleisch in Form eines Gulaschs zu und danach unterhielten wir uns 4 den Rest des Abends über viele verschiedene Themen.

Am nächsten Tag wollte uns Francis eigentlich mit seinem Boot zum Fischen mitnehmen, aber die See war zu rau dafür, also gingen wir Schafe kuscheln.
Ich wollte schon seit geraumer Zeit, da ich hier ständig Schafe sehe und die so schön flauschig aussehen, unbedingt ein Schaf kuscheln. Dieser Wunsch sollte nun in Erfüllung gehen, da Francis auf seinem Grundstück 6 Schafe hält. Allerdings mussten wir erst einmal eines davon fangen, was sich als nicht so einfach herausstellte, am Ende, nachdem Francis auch einen Purzelbaum gemacht hatte, hatten wir das Lamm gefangen und konnten es streicheln und hochheben.
Am Abend vorher hatte Francis erwähnt, dass sein Rasen vor dem Haus mal wieder gemäht werden müsste, und da er einen Aufsitzmäher hat, bot ich mich selbstverständlich an.
Nachdem ich den Rasen gemäht hatte, boten Francis und Christine uns an, mit ihnen doch noch zu ihrem Strandhaus in Mokau zu kommen. Chris hatte sich anfänglich ein wenig gesträubt, weil er dachte, er würde die Gastfreundschaft zu sehr ausnutzen.
mit Francis & Christine
Das kleine Dorf Mokau, mit dem perfekten Kegel des Mt. Taranaki am Horizont besitzt einen schönen schwarzsandigen Strand, der sich gut zum Surfen und Angeln eignet.
Auf dem Weg dorthin wollten wir eigentlich einen Imkerfreund von Francis besuchen, der uns die Honiggewinnung zeigen sollte, allerdings war dies zu dem Zeitpunkt als wir eintrafen nicht möglich.
Da Chris und ich noch einen Zwischenstopp bei den Three Sisters, einer Felsformation, einlegten, verabredeten wir uns mit Francis und Christine an ihrem Strandhaus. Da Ebbe war konnten wir die Küste entlanglaufen. 2 Schwestern stehen etwas verloren vor der Küste, die dritte ist vor 10 Jahren zu einem Steinhaufen zusammengefallen – aber durch die ausgewaschenen Klippen entsteht inzwischen eine neue Schwester.
Da Kevins, Francis Sohn, Strandhaus nur 2 Häuser weiter weg ist und dieser mit seinem Sohn Corey (16 J.) auch über das Wochenende blieb, fuhren die 3 mit ihrem Bötchen zum Angeln hinaus auf das Meer – leider war das Boot zu klein, um mehr als 3 Personen zu transportieren.
Also nutzen Chris und ich, nachdem er mir eine kleine Einführung gegeben hatte, die Möglichkeit mit deren Quads am Strand zu fahren. Warum auch immer standen in Francis Garage 4 Quads.
Somit hatte ich eigentlich alles, was ich in Neuseeland machen wollte: Schaf kuscheln, Quad fahren und Schießen, erledigt und hätte nach Haus fliegen können... ;)
bei den Three Sisters
Nach unserer Strandtour gönnten wir uns ein paar Bierchen und schauten den Abend über Chricket, da der ICC Cricket World Cup 2015, der vom 14. Februar bis 29. März 2015 in Australien und Neuseeland ausgetragen wurde, lief.
Er war die 11. Auflage des Cricket World Cup, bei der um die wichtigste Trophäe im Cricket gespielt wird. Der World Cup wird im One-Day International-Format ausgetragen, bei dem jedes Team jeweils ein Innings über maximal 50 Over bestreitet. Im Finale von Melbourne konnte sich Australien mit 7 Wickets gegen Neuseeland durchsetzen.
Gegen 23:30 Uhr gingen wir dann schlafen, allerdings nicht in Olaf sondern wir konnten in einem der Schlafzimmer übernachten – herrlich.

Da schon am Abend zuvor mitgeteilt wurde, dass die 3 Jungs wieder zum Angeln raus fuhren und das recht früh, schliefen Chris und ich aus bis ca. 11 Uhr. Danach fuhren wir mit einem Quad runter zum Strand, damit Chris den Jungs den Anhänger für das Boot ins Meer steuern konnte, während sie wieder einliefen, wie schon am Abend vorher. Danach gönnten wir uns ein Bad im Meer, das allerdings echt kühl war.
bei den Three Sisters
Während Chris dann den anderen half den gefangenen Fisch zu filetieren, las ich mein Buch. Relativ schnell stand fest, dass wir mit der Familie noch eine weitere Nacht im Strandhaus verbringen würden – Francis hatte unsere Gesellschaft echt gern.
Da Chris das Bedürfnis hatte etwas Lebendes zu erschießen, machten wir uns wenig später mit Francis und Corey auf die Suche nach wilden Ziegen, leider hatten wir das Pech, dass wir keine gefunden hatten. Für mich war das irgendwie beruhigend, denn ich denke nicht, dass es mir möglich gewesen wäre auf so eine niedliche Ziege zu schießen.
Nach erfolgloser Jagd sind wir zurück nach Mokau und Chris und ich haben uns jeweils ein Quad geschnappt und sind noch mal am Strand entlang geheizt.
Später lief dann wieder Cricket und währenddessen sind gegen 18:30 Uhr Corey, Kevin und sein äußerst unangenehmer Freund Wall zum Abendessen rüber gekommen. Ein Glück hatten die sich nach einiger Zeit wieder verabschiedet, denn die beiden Erwachsenen waren in ihrem betrunkenen Zustand keine angenehme Gesellschaft.
Francis und Christine brachten uns dann das Kartenspiel Euchre bei.
Mt. Taranaki
Euchre ist ein Kartenspiel für 2 bis 6 Personen. In der Regel wird es zu viert gespielt. In England und Amerika ist Euchre ein beliebtes Kartenspiel. In Deutschland dagegen ist dieses Spiel weniger bekannt, obwohl es von deutschstämmigen Einwanderern nach Amerika gebracht wurde. Ziel des Spiels ist, mindestens die Mehrzahl der Stiche, also 3 an der Zahl, zu erlangen. Nach dem Mischen und Abheben werden die Spielkarten gegen den Uhrzeigersinn verteilt. Jeder der Euchre-Spieler erhält 5 Karten, die in 2 Würfen verteilt werden: Zuerst bekommt jeder Spieler 3, dann noch einmal 2 Karten. Die übrigen Karten werden als Talon verdeckt beiseitegelegt. Die oberste Talonkarte wird jedoch umgedreht und bestimmt die Trumpffarbe. Beginnend mit dem Spieler in der Vorhand-Position müssen die Spieler nun erklären, ob sie ein Spiel wagen wollen. Sieht sich ein Spieler aufgrund seiner Handkarten nicht dazu in der Lage, das Spiel zu übernehmen, erklärt er: „Ich passe!“ Denkt ein Spieler jedoch, mindestens drei Stiche erringen zu können, so sagt er: „Ich nehme das Spiel auf“. In diesem Fall bleibt die Trumpf weisende Karte offen liegen. Falls jedoch alle Spieler passen, wird vom Kartengeber die Trumpf bestimmende Karte umgedreht und von Vorhand eine neue Versteigerungsrunde begonnen. Nun darf allerdings die Trumpffarbe von den Spielern bestimmt werden. Der Spieler, der jetzt eine Trumpffarbe benennt, bildet zusammen mit seinem Partner die spielende Partei. Wenn sich abermals kein Spieler zur Spielübernahme bereit erklärt, wird vom nächsten Spieler neu gegeben.
Bei unserer Runde bildeten Francis und Chris ein Team, sowie Christine und ich – und da Chris eigentlich immer gewinnt, war das auch an diesem Abend so. Aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.
Manawatu Gorge


Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen von den Beiden. Dies spiegelte sich dann auch gleich im Wetter wieder: es regnete.
Chris und ich sind dann erst einmal nach New Plymouth gefahren, um unsere Vorräte aufzufüllen.
Über den Surf Highway 45, welcher sich von New Plymouth bis nach Hawera im Süden über eine 105 km Strecke entlangzieht, fuhren wir zum Cape Egmont Lighthouse.
Entlang der Strecke findet man jede Menge schwarze Strände – wer aber erwartet, dass er während des ganzen Fahrt die Wellen an die Küste branden sieht, wird enttäuscht sein: Die meiste Zeit schlängelt sich de Straße durch Farmland.
Der malerische gusseiserne Leuchtturm, welchen wir an diesem Tag sogar besteigen konnten, wurde 1881 von Mana Island bei Wellington an seinen heutigen Standpunkt versetzt.
Zum Übernachten ging es dann zum kostenfreien Te Ngutu O Te Manu Domain Camp, wo wir Karten spielten und es uns nach dem Abendessen in Olaf gemütlich machten.

Der nächste Tag begann mit leichtem Nieselregen zum Frühstück, woraufhin wir uns weiter in Richtung Süden begaben. Wir legten einen Zwischenstopp in Wanganui oder Whanganui ein, welches eine raue, etwas verlotterte historische Stadt mit rund 39.400 Einwohnern ist. Sie liegt etwa 200 km nordnordöstlich von der Hauptstadt Wellington an der Mündung des Flusses Whanganui River in die Tasmansee.
Danach ging es weiter nach Palmerston North, wo wir zu Kmart und Countdown – ohne Kühlmöglichkeit mussten wir eben öfter einkaufen – gingen.
Von der wohlhabende, von Schafzucht und Milchwirtschaft geprägte Region bildet das an den Ufern des Manawatu River gelegene Palmerston North das Zentrum. Dessen nicht allzu hohe Hochhaustürme ragen aus den Ebenen empor.
Rund 15 km nordöstlich von Palmerston North taucht der Highway in die Manawatu Gorge ein.
Die Manawatu Gorge ist eine Schlucht, die zwischen der Ruahine Range und der Tararua Range verläuft. Sie verbindet die Regionen Manawatu und Hawke's Bay. Die Manawatu Gorge mit dem in ihm fließenden Manawatu River hat sich als Durchbruchstal geradlinig durch das umgebende Gebirge geschnitten, während sich die Gebirge langsam hoben. Die meisten anderen Flusstäler haben sich durch Erosion bereits vorhandener Gebirge gebildet.
Bei der Alfredton Domain, welches ein kostenfreier Campingplatz ist, angekommen und wo wir die Einzigen waren, versuchten wir vergeblich in die dort vorhanden Küche zu kommen, die sich trotz gefundenem Schlüssel nicht öffnen ließ. Also spielten wir Karten, aßen Abendessen und Chris machte wieder ein Lagerfeuer.

Am 24. März 2015 fuhren wir über Masterton in die hübsche Stadt Martinborough, welche das reizvollste Ziel in Wairarapa ist, mit ihrem baumbestandenen zentralen Platz und ein paar zauberhaften alten Häusern inmitten von Weideland und geraden Reihen von Weinstöcken. Mit so vielen Weingütern rund um die Stadt war es gar keine Frage, was die Hauptbeschäftigung an diesem Tag war.
Als erstes ging es zur eleganten Kellerei: Palliser, wo die Weine wohl so gut sind, dass selbst die britische Königin ein paar Flaschen in ihrem Keller lagern hat. Wir verkosteten 6 Weine, aber überzeugt zum Kauf hatte uns keiner.
Im Ata Rangi, eine der ersten Weinkellerein, die im Weinland Wairarapa entstanden ist, wurde für die Verkostung 5 $/Person verlangt – leider hatte sich die Investition nicht gelohnt.
Bei Schubert Wines, welche auch eine Gebühr für die Verkostung verlangten, überzeugte lediglich der 2014er Dolce, der mit seinem Preis allerdings viel zu überteuert war.
Leider hatten die anderen Weingüter geschlossen, so dass wir zum Cape Palliser fuhren.
Die Wairarapa-Küste südlich von Martinborough um die Palliser Bay und das Cape Palliser ist abgeschieden und dünn besiedelt. Die kurvige Straße zum Kap ist äußerst malerisch: auf der einen Seite das weite Meer und schwarzsandige Strände auf der anderen karge Hügel und steile Klippen.
Cape Palliser
Der steile Aufstieg über die rund 250 Stufen auf den Cape-Palliser-Leuchtturm ging ganz schön in die Beine, belohnte aber mit einem hinreißenden Blick über die Küste.
Auf der windigen Ngawi Camping Area konnten wir kostenfrei übernachten – dort angekommen spielten wir Karten, aßen Abendessen und während des Sonnenuntergangs schauten wir „Kampf der Titanen“ und „Pitch Perfect“.

Chris wollte schon seit einigen Tagen in eine Schwimmhalle/Wasserpark zu gehen. Nun hatten wir uns dies für den heutigen Tag vorgenommen, doch zu erst waren wir noch im Pak'nSave einkaufen und nutzten das W-Lan in der Upper Hut City Library.
Upper Hutt ist eine 30 km nordöstlich der neuseeländischen Hauptstadt Wellington gelegene Stadt. Sie befindet sich in der nördlichen Talsenke des Hutt Valley. Der Stadt-Distrikt von Upper Hutt ist mit einer Fläche von über 540 km² der größte Stadt-Distrikt auf der Nordinsel und nach den Stadt-Distrikten von Dunedin und Christchurch der drittgrößte Neuseelands.
Gegen 13:30 Uhr gingen wir für 9,10 $/Person ins H²O Xtream, welches mich an die einfach Schwimmhalle in meiner Heimatstadt eronnerte. Immerhin gab es 2 große Becke, eines sogar mit Wellensimulation und einigen Wasserspielerein, sowie 3 Rutschen.
Später machten wir noch einen Abstecher zu Countdown, bevor wir uns für die Nacht nur 15 Fahrminuten vom Wellingtoner Zentrum an der Ohwiro Bay als kostenfreien Campingplatz niederließen. Vor dem Abendessen lasen wir ein wenig, danach gingen wir spazieren und schauten vor dem Schlafen „Pacific Rim“.
Cape-Palliser-Leuchtturm
Wellington ist die Hauptstadt von Neuseeland und, zusammen mit den angrenzenden Städten Lower Hutt, Upper Hutt und Porirua, nach Auckland der zweitgrößte Ballungsraum des Landes. Wellington befindet sich an der Südspitze der Nordinsel und hat rund 191.000 Einwohner. Das Gebiet in und um Wellington stellt das politische und kulturelle Zentrum des Landes dar und ist Mittelpunkt der neuseeländischen Film- und Theaterindustrie. Der Rang als Kulturhauptstadt Neuseelands ist jedoch durch das in diesem Bereich aufstrebende Auckland bedroht. Bekanntheit erlangte Wellington auch für seine malerische Lage zwischen Naturhafen und grünen Hügellandschaften, die in die hügeligen Vororte eingebettet sind und in denen man noch viele Villen im Kolonialstil vorfindet.

Der 26. März 2015 bedeutete die Überfahrt auf die Südinsel.
Also begaben wir uns nach dem Aufstehen zur Reederei Bluebridge Ferry, wo wir für $ 226 unser Ticket für die Fähre um 13:30 Uhr bekamen. Da wir unser Auto kostenfrei auf dem Parkplatz der Reederei stehen lassen konnten, schauten wir uns zu Fuß ein wenig die Innenstadt von Wellington an. Wir machten auch einen Abstecher zum YHA, wo wir uns ohne Probleme einen Moment aufhalten konnten, nach deutschen Büchern und Lebensmitteln stöbern, die andere Reisende nicht mehr benötigen und in sogenannten Free Food Shelves liegen lassen. Ebenso nutzen wir kurz das e kostenfreie W-Lan, bevor wir zurück zu unserem Auto gingen, um etwas zu frühstücken.
Auf dem Fährschiff suchten wir uns dann einen Platz mit Steckdose und luden all unsere elektronischen Geräte auf, während wir „Riddick – Überleben ist seine Rache“ schauten.
Gegen 18 Uhr legten wir in Picton an.
Die kleine Hafenstadt schmiegt sich in eine tiefe Schlucht tief im Innern des Queen Charlotte Sound. Die Stadt ist der wichtigste Hafen für Reisen zur Südinsel und der beste Ausgangsort für die Weiterfahrt zu den Marlborough Sounds.
Wir folgten dem 35 km langen kurvenreichen Queen Charlotte Drive in Richtung Havelock und genossen dabei traumhafte Blicke auf die Sounds. Als Nachtquartier wählten wir den Smiths Farm Holiday Park für 32 $/Nacht und bekamen zur Begrüßung jeweils einen Muffin und eine Tüte Tierfutter, um die die Ziegen, Schafe oder das Schwein zu füttern. Ebenfalls wurde uns empfohlen die Wanderung zum in der Nähe liegenden Wasserfall mit Glühwürmchen zu machen. Also starteten wir mit Taschenlampe bewaffnet gegen 19:45 Uhr, wie so viele andere Camper, in Richtung Wasserfall, welchen wir nicht erreichten, da der Weg unbefestigt war und es schnell sehr dunkel wurde, allerdings konnten wir die Glühwürmchen leuchten sehen.

Dienstag, 28. April 2015

die Ostküste & Taupo

Maraehako Bay
Zum Wachwerden am 13. März 2015 sind wir, wie schon so oft, erst einmal in der Bucht schwimmen gewesen. Danach fuhren wir weiter Richtung Osten bis nach Te Araroa, um unseren Tank aufzufüllen.
Te Araroa ist eine Gemeinde in der Region Gisborne im extremen Nordosten. Dort beginnt die größtenteils unbefestigte Straße zum etwa 20 km weiter östlich befindlichen East Cape, dem östlichsten Punkt der Nordinsel.
Dieser Punkt wird damit als der Ort bezeichnet, an dem die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf Neuseeland treffen, noch euphorischer ist die von Einheimischen genutzte Bezeichnung, das hier der neue Tag erstmals auf festen Boden trifft. Dies vernachlässigt allerdings, dass es einige Inseln gibt, die noch näher an der Datumsgrenze liegen.
Bevor wir uns zu Fuß den 25-minütigen sehr anstrengenden Pfad zum Leuchtturm hinauf wagten, frühstückten wir neben Schafen und Pferden.
Der Leuchtturm wurde 1900 auf East Island erbaut, wegen zahlreicher Erdbeben und Felsabbrüche wurde er jedoch 1922 auf die Spitze von East Cape versetzt. Der Leuchtturm ist ein 14 m hoher Turm aus aufeinander geschweißten Stahlblechringen, das Leuchtfeuer befindet sich 154 m über dem Meeresspiegel. Das Licht blinkt in einem Zehn-Sekunden-Intervall und kann über 19 nautische Meilen (rund 35 Kilometer) gesehen werden. Bis 1985 versah im Leuchtturm noch ein Leuchtturmwärter Dienst. Heute wird der Turm vollständig automatisch betrieben.
Es erbot sich uns eine gute Aussicht auf den Pazifik und die umliegende Landschaft.
Zurück auf der Straße machten wir als nächstes Halt in Tolaga Bay, dem größten Ort am East Cape. Wahrzeichen von Tolaga ist der bemerkenswerte historische Kai, welchen wir entlang spazierten, der mit 660 m der längste der südlichen Hemisphäre ist.
Im dortigen Uawa Foodmarket konnten wir uns die Genehmigung für das Übernachten in der Blue Waters Area in der Nähe vom Strand kaufen, allerdings muss man ein Minimum von 2 Nächten für insgesamt $ 16 zahlen. Nebenbei berichtete uns die Kassieren, dass sie am Wochenende eine starken Zyklon erwarteten und wir uns dann am Besten nicht an der Küste aufhalten sollten.
Am Campingplatz angekommen, spielten wir Karten und aßen Abendessen bevor unser Tag um 21 Uhr endete.

East Cape
Am Samstag sind wir bereits um 7:30 Uhr aufgestanden und direkt in den Wellen baden gewesen. Danach ging es nach Gisborne.
Gisborne ist eine hübsche Kleinstadt im Nordosten der Nordinsel. Sie liegt an der Mündung des Turanganui River in die Poverty Bay (Pazifischer Ozean), hat ungefähr 32.700 Einwohner und wird von Surfstränden und einem Meer an Chardonnay-Reben umrahmt.
Nachdem wir in der HB Williams Memorial Library das kostenfreie W-Lan genutzt hatten, aßen wir in einem Park Frühstück und besuchten dann Bushmere Estate, die allerdings 5 $/Person für eine Weinverkostung verlangten, weshalb wir direkt weiter zu Matawhero Wines sind. Dort haben wir gratis 4 Weine verkosten können und entschieden uns den 2014er Gisborne Pinot Rose und den 2012er Church House BF Chardonnay mitzunehmen.

Tolaga Bay
Danach fuhren wir zum für uns geschmacklich besten Weingut: Millton, wo wir etliche Weine kosteten und uns entschieden den 2013er Millton Riverpoint Gewürztraminer mitzunehmen. Chris trauert noch heute, dass er den 2013er Millton Opou Riesling nicht mitgenommen hat. Da auch das Kirkpatrick Estate eine Gebühr für die Verkostung verlangt, beendete wir unsere Weintour an diesem Tag und fuhren zur Oaraka Reserve, wo wir kostenfrei übernachten konnten. Nach einem Spaziergang und einer Runde Rommé gab es Abendessen.

Oraka
Am nächsten Morgen waren wir um 7 Uhr wach und machten uns auf in Richtung Napier, vorbei an Waiora, wobei der Highwayabschnitt zwischen diesen beiden Orten in weiten Teilen durch wenig fotogenes Farmland führte. Bäume verwehrten auf dem größten Teil der 117 km langen Strecke die Aussicht. Zwischendurch fuhren wir unter dem Mohaka Viaduct, dem höchsten Bahnviadukt Australasiens (97 m) hindurch. Am Lake Tutira, welcher schon von den frühen Maori besiedelt war und ein Vogelschutzgebiet ist, nahmen wir gegen 10:30 Uhr unser Frühstück ein.
27 km nördlich von Napier im Tangoio Falls Scenic Reserve liefen wir zu den lohnenswerten Te Ana Falls.

Oraka
Der Highway führte die letzten 25 km an der Küste entlang und eröffnete sehr beeindruckende Aussichten in Richtung Napier. Das Weinland Hawke's Bay beginnt an der Mündung des Esk River. Hawke Bay heißt der Küstenabschnitt, der sich von der Mahia-Halbinsel zum Cape Kidnappers ersreckt – die Bucht sieht aus, als sei sie aus der Ostseite der Nordinsel herausgebissen worden.
Mit seiner entspannten rustikalen Atmosphäre war das Weingut Crab Farm Winery eine gute Adresse für die erste Weinverkostung an diesem Tag. Zum Preis von 3 = 2 nahmen wir die 2009er Botrytis Selection mit.
Danach erreichten wir Napier, welches eine Küstenstadt an der Hawke Bay ist. Die mit über 56.000 Einwohnern 14.-größte Stadt Neuseelands ist die Hauptstadt der Region Hawke’s Bay. Zusammen mit dem etwa 10 km südlicheren Hastings bildet sie den fünftgrößten Ballungsraum Neuseelands.
Mit unserem Auto fuhren wir den Gipfel (102 m) zum Bluff Hill Lookout hinauf – allerdings erbot sich keine spektakuläre Aussicht, da der Hafen das Bild dominiert.

Mahia-Halbinsel
Und da wir schon mit Wein begonnen hatten, fuhren wir zu weiteren Weingütern. Der Weg führte zu Neuseelands ältestem Weingut: Mission Estate, mit wunderschönen Grünanlagen. Allerdings überzeugte uns keiner der 5 verkosteten Weine. Weiter ging es zu Church Road, welches geführte Touren über das Weingut anbot, allerdings waren wir zu einer unpassenden Zeit dafür da. Allerdings war die Dame, welche mit uns die Verkostung machte, sehr gesprächig und informativ, so dass wir 6 Weißweine verkosteten.
Es werden hier in Neuseeland hauptsächlich Weißweine hergestellt, und nur wenige Rote, was für mich fantastisch ist, da mir diese eh nicht zu sagen – selten kostete Chris mal einen Roten, war aber auch so gut wie nie überzeugt.

bei den Te Ana Falls
Nach dem wir im Black Barn Vineyards, welches über ein eigenes Amphitheater verfügt, 3 Weine gekostet hatten, fuhren wir zur Clearview Estate Winery, mit einer riesigen Auswahl an Weinen. Hier wurde uns keine Reihenfolge der Weine zum Verkosten vorgegeben, sondern wir hatten selbst zu wählen, woraufhin wir uns durch 9 Weine kosteten. Geschmacklich am interessantesten, doch leider zu teuer, war der Sea Red. Zu dem standen auf dem Parkplatz Avocadobäume, woraufhin, obwohl ausdrücklich verboten, Chris welche pflückte – aber sie waren somit gratis. Als letzte Adresse an diesem Tag hielten wir bei Beach House Wines, die eigentlich 5 $/Person für die Verkostung verlangen, da wir allerdings mit 16:30 Uhr schon sehr spät dran waren, ließ die Dame uns die noch vorhanden geöffneten 4 Weine kostenfrei verkosten.

auf dem Bluff Hill Lookout
Danach füllten wir unseren Tank und fuhren zur Mt. Valley Lodge, da wir aufgrund des vorhergesagten Zyklons vorsichtshalber nicht an der Küste übernachten wollten. Für 24 $/Nacht hatten wir den Campingplatz für uns alleine, allerdings regnete es ununterbrochen, weshalb uns nach dem Abendessen und einer warmen Dusche nur Lesen und Karten spielen im Auto übrig blieb.
Am nächsten Morgen regnete es immer noch, so dass sich auf dem Rasen, auf welchem wir parkten schon Pfützen gebildet hatten. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Taupo.
Taupo ist eine 22.300 Einwohner zählende Stadt im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel und liegt malerisch am nordöstlichen Seeufer des Lake Taupo und macht mittlerweile Rotorua als Hauptstadt des Nervenkitzels auf der Nordinsel Konkurrenz. Der immer beliebter werdende Ort bietet eine Vielzahl an adrenalingeladener Aktivitäten an.

Huka Falls
Nach einem Abstecher zu The Warehouse und Pak'nSave checkten wir gegen 14 Uhr für 46 $/Nacht im All Seasons Kiwi Holiday Park, aufgrund des nicht enden wollenden Regens, ein. Zum Aufwärmen ging es erst einmal in den dort vorhanden beheizten Pool. Danach spielten wir Karten bevor es Abendessen gab.

Nach einem warmen Bad im Pool am 17. März 2015 und einer wohltuenden Dusche fuhren wir gegen 10:15 Uhr zu den Huka Falls.
Diese markieren den Punkt, an dem Neuseelands längster Fluss, der Waikato, durch eine enge Schlucht 10 m in die Tiefe stürzt. Beim Überqueren der Brücke ließ sich die volle Wucht des reißenden Stroms am eindrucksvollsten betrachten.

Huka Falls
Gegen 13 Uhr kamen wir bei den Aratiatia Rapids an. Durch einen Damm wird der natürliche Wasserfluss des Waikato River gedrosselt. Von Oktober bis März werden die Schleusentore bis zu 4x täglich geöffnet. Um den besten Blick auf das durch die Schleusen stürzende Wasser zu haben, fanden wir uns rechtzeitig für die Öffnung um 14 Uhr am oberen Aussichtspunkt ein und gingen während des Spektakels zum unteren Aussichtspunkt. Danach verkosteten wir im Honey Hive, welches über einen gläsernen Schau-Bienenstock verfügt und zudem Bienenprodukte, ob nun essbare, medizinische oder kosmetische, verkauft, Honig und Met.

Aratiatia Rapids
Auf der Urchin Campsite, welche kostenfrei war, fanden wir unseren Übernachtungsplatz. Allerdings war es schon bei der Ankunft ungewöhnlich kalt, weshalb Chris sich aufmachte Feuerholz zu holen, während ich mein Buch las. Nach einer Runde Karten und dem Abendessen, freute Chris sich wie ein kleines Kind endlich das Feuer anzuzünden. Da auch dieses irgendwann erlosch und es sehr früh dunkel wurde, hieß es früh ins Bettchen zu gehen.
Nach einer durchfrorenen Nacht, trotz 3 Decken, sowie Leggins, Pullover und 2 Paar Socken, fuhren wir gegen 11 Uhr in den Tongariro-Nationalpark.
Aratiatia Rapids
Dieser ist der älteste Nationalpark Neuseelands. Der sich im Zentrum der Nordinsel erstreckende Park gehört als eine von nur 23 Stätten sowohl zum Weltkultur- als auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Tongariro-Nationalpark ist der viertälteste Nationalpark weltweit. Im Zentrum des Parks befinden sich 3 aktive Vulkanberge: der Tongariro (1968 m), der Ngauruhoe (2291 m) und der Ruapehu (2797 m). Auf dem Gebiet des Nationalparks befinden sich mehrere Kultstätten der Māori, die die Vulkane als heilig verehren.
Wir entschieden uns den Pfad zu den Waitonga Falls (hin & zurück 1 ½ Stunden, 4 km), Tongariros höchstem Wasserfall (39 m), zu nehmen.
Tongariro-Nationalpark
Vom Parkplatz etwas weiter die Straße entlang versuchten wir eine Filmkulisse aus „Der Herr der Ringe“ zu finden – vergeblich.
Nachdem wir uns in Taumarunui seit Langem Fast Food im McDonalds gegönnt hatten, obwohl Chris eigentlich nur einen Kaffee haben wollte – die Versuchung war eben zu groß, fuhren wir die 150 km lange Fernstraße zwischen Taumarunui und Stratford, auch bekannt als Forgotten Wolrd Highway bekannt, entlang.
Die Strecke, von der 11 km noch nicht asphaltiert sind, windet sich durch hügeliges Buschland – vorbei an Wehrdörfern der Maori, verlassenen Kohlebergwerken und Gedenktafeln für längst Verstorbene. Ein Highlight war Whangamomona (170 Einwohner): Der schrullige Ort hat sich 1988 nach Meinungsverschiedenheiten mit der lokalen Verwaltung zur unabhängigen Republik ausgerufen. Im Whanagamomona Hotel erhielten wir für 2 $/Person einen Stempel in unserem Reisepass.
Waitonga Falls
Gegen 18 Uhr kamen wir in der Te Wera Valley Lodge an, für 20 $/Nacht hatten wir den Campingplatz mal wieder ganz für uns alleine und damit auch die große Küche und den Aufenthaltsraum, welche eigentlich für Schulklassen gedacht sind. Da das Waschen hier im Übernachtungspreis enthalten ist, schmiss ich gleich eine Maschine an.
Im Aufenthaltsraum spielten wir Karten und gegen 21:30 Uhr gab es ein spätes Abendessen, bevor wir im Auto noch ein wenig lasen.

Sonntag, 26. April 2015

von der Coromandel Peninsula über Waikato bis zur Bay of Plenty

Coromandel Peninsula
Auf dem Weg zur Coromandel Peninsula haben wir einen Stopp in Thames unternommen, um unsere Vorräte aufzufüllen.
Die Coromandel Peninsula ist 85 km lang und 40 km breit. Sie liegt westlich der Bay of Plenty und grenzt den westlich liegenden Hauraki-Golf mit dem Firth of Thames teilweise vom Pazifik ab. Auckland, liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Hauraki-Golfs, 55 km westlich. Bei gutem Wetter, besonders im Winter, ist die Halbinsel von der Stadt aus gut zu erkennen. Die Halbinsel ist sehr hügelig und größtenteils von subtropischem Regenwald bewachsen. Die Bergkette Coromandel Range steigt bis auf etwa 900 m auf und bildet gleichsam das Rückgrat der Halbinsel. Die Karagangahake-Schlucht stellt die südliche Grenze der Halbinsel dar. Sie trennt die Coromandel Range von den Kaimai Range.
Coromandel Peninsula
Thames ist eine Stadt mit etwa 6.800 Einwohnern. Die Ortschaft liegt an einer Förde der Hauraki-Bucht, etwa 100 km südöstlich der Stadt Auckland. Thames wurde 1867 als Goldgräberstadt zwischen dem Firth of Thames (Themse-Förde) und der Coromandel Range gegründet. 1868 erreichte die Einwohnerzahl der Ortschaft mit 18.000 Menschen ihren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt war Thames bedeutender als die heutige Metropole Auckland. Heute leben die Menschen im Stadtgebiet von Thames hauptsächlich vom Tourismus, dem Einzelhandel sowie der Landwirtschaft.
Danach folgten wir der schmalen Küstenstraße, welche sich an der Küste entlang schlängelt, vorbei an hübschen kleinen Buchten und steinigen Stränden, Richtung Norden bis nach Coromandel Town.
Coromandel Peninsula
Randvoll mit denkmalgeschützten Gebäuden, ist die Stadt ein durch und durch idyllischer kleiner Ort. Und fuhren dann über Colville bis zur Nordsitze, dieser zerklüftete Zipfel ist äußerst einsam und atemberaubend schön, wo wir am Port Jackson Strand badeten.
Als letzten Abstecher besuchten wir noch die Fletcher Bay, da dort die Straße endet, bevor wir den ganzen Weg zurückfuhren, um zur Little Bay im Osten zu gelangen, um kostenfrei im Little Bay Recreation Reserve zu übernachten.
Dort lernten wir Barbara (36 J.) und ihren Sohn Luis (4 J.) aus Deutschland kennen. Nach einem gemeinsamen Abendessen, gingen wir mit dem Kleinen noch am Strand spazieren.
Stony Bay

Am 1. März 2015 fuhren wir nach Norden zur Stony Bay und frühstückten dort, bevor wir in die andere Richtung nach Whangapoua fuhren. Dort ruhten wir kurz am Strand und kühlten uns im Nass ab, bevor wir am felsigen Küstenvorland zum entlegenen, wunderschönen, 30 Gehminuten entfernten New Chum's Beach wanderten, wo wir auch wieder ein Wellen- und Sonnenbad genossen.
Für 30 $/Nacht übernachteten wir im Long Bay Motor Camp & Cabins an der Westküste.
Dort angekommen gönnten wir uns ein Bier auf einer Wiese am Strand, bevor es Abendessen gab.
New Chum's Beach
Nach so vielen Tagen auf Schotterstraßen unterwegs, ließen wir uns nicht die Möglichkeit nehmen, in dem Camp Olaf mit einem Gartenschlauch abzuspritzen. Zum Sonnenuntergang unternahmen wir einen kleinen Spaziergang zur nicht weit entfernten Tucks Bay.

Da sich der Campingplatz direkt an einer Bucht befand, gingen wir am nächsten Morgen als erstes im Meer schwimmen.
Danach war unser erstes Ziel an diesem Tag Opito – eine versteckte Enklave mit 250 Eigenheimen. Am sagenhaften Strand unternahmen wir einen ausgiebigen Spaziergang, bevor wir nach Whitianga weiterfuhren und dort zum Tanken hielten, wobei wir schon Spritpreise von 1,77 – 2,17 $/L hatten.
Coromandel Peninsula
Der Ort Whitianga liegt im Herzen der Mercury Bay an der Ostküste der Coromandel Peninsula, einem der beliebtesten Touristenziele 208 km östlich der Metropole Auckland. Mit 3.768 Einwohnern gehört Whitianga zu den größeren Siedlungen des Thames-Coromandel-Distrikts. Das Gebiet um Whitianga ist schon vor über 1.000 Jahren von den Maori besucht worden. Jahrzehntelang wurde Whitianga als Hafenstadt für den Export von Holz in zahlreiche Länder, z.B. nach Norwegen, Frankreich oder Italien verwendet. Damals diente der Ort als Zentrum für die Verarbeitung von Flachs und Holz von Kauribäumen, Bootsbau, Bergbau sowie zur Gewinnung von Kautschuk. Heute ist Whitianga eine blühende Kleinstadt mit vielen Angeboten für Wasser- und Angelfreunde.
Cathedral Cove
Weiter ging es zum kleinen Hahei, welches eine legendäre Stadt am Strand ist. Im Sommer bläht sie sich fast bis zum Platzen auf, ansonsten aber ist sie fast verwaist – sieht man mal von den Busladungen voller Touristen ab, die den obligatorischen Zwischenstopp an der Cathedral Cove einlegen – so wie wir.
Opoutere
Die Cathedral Cove ist eine Bucht am Strandabschnitt der Mercury Bay. Der Name schließt im Allgemeinen die Cathedral Cave (Kathedralen-Höhle) mit ihrem berühmten gigantischen steinernen Torbogen mit ein. Trotz ihrer Einordnung im Meeresschutzgebiet ist die Höhle sowie einige der Buchten in dem Areal mit Wegen gut erreichbar. Vom Parkplatz nahe Hahei und der Gemstone Bay mussten wir rund 30 min Fußweg und ein Abstieg über eine Treppe bis zum Strand der Mare’s Leg Cove zurücklegen. Am Ziel angekommen, war der Strand schlichtweg überfüllt mit Touristen, weshalb wir uns nicht lange dort aufhielten.
Wenige Kilometer südlich von Hahei liegt der ebenfalls sehr interessante Hot Water Beach.
Hamiltons Gap
Der Hot Water Beach trägt seinen Namen wegen des Austrittes von Thermalwasser an einem eng begrenzten Abschnitt des Sandstrandes. Etwa 2 km unter der Erdoberfläche befinden sich etwa 170 °C heiße Gesteinsschichten, die Reste vulkanischer Aktivität in einer Zeit vor 5 bis 9 Millionen Jahren sind. Darüber befinden sich Reservoire heißen Wassers. Kaltes Grundwasser sickert in das Gestein, an seiner Stelle steigt Heißwasser durch Risse im Gestein nach oben. Der Bereich, in dem das Heißwasser austritt, ist nur in einer Zeit von 1 bis 2 Stunden während der Ebbe nicht vom Meer bedeckt. In dieser Zeit wird der Strandabschnitt von Einheimischen und Touristen genutzt, die sich Mulden in den Sand graben, um in dem warmen Wasser zu baden. Die jährlichen Besucherzahlen lagen 2011 bei rund 700.000, wobei man von rund 210.000 Touristen ausging, die von außerhalb Neuseelands kamen. Damit ist der Strand die wichtigste mit Geothermie verbundene Sehenswürdigkeit der Region Waikato.
Hamiltons Gap
Da man allerdings mitten im kleinen Ort für das Parken zahlen soll, sind wir zu dem Surfstrand ein wenig außerhalb des Ortes gefahren, von welchem man problemlos hätte zum Hot Water Beach laufen können, allerdings war es an dem Tag so warm, dass wir gar nicht in warmen Wasser baden wollten und uns stattdessen im Meer erfrischten.
Für die Übernachtung fuhren wir zum kostenfreien Waiponga Reserve bei Opoutere, wo wir gegen 18 Uhr zu Abend aßen, bevor wir ca. 700 m bis zum Strand gingen und dort spazierten.

Hamiltons Gap
Am nächsten Morgen wurden wir unsanft um 8 Uhr von einer Mitarbeiterin der naheliegenden Gemeinde geweckt, die uns eine $ 200 Strafe auferlegte, weil wir auf dem Campspot unerlaubt übernachtet hatten. Was nicht der Wahrheit entsprach, denn unser Problem war lediglich das wir kein zertifiziertes Selbstversorgerfahrzeug sind, weshalb es uns nicht gestattet ist in den dafür gekennzeichneten Plätzen zu übernachten. Das wiederum ist schwachsinnig, da es an diesen Übernachtungsplätzen immer Toiletten gibt. Dieses Gesetz wurde erst im Jahr 2011 eingeführt, das muss bedeuten, dass der Strom an Touristen in den letzten Jahren so stark zugenommen hat und damit auch die Verschmutzung der Campingplätze, dass die Neuseeländer sich gezwungen sahen, solch bescheuerte Regeln aufzusetzen.
Wir versuchten mit der Dame zu reden und auf unwissend zu tun, doch diese drückte uns trotzdem den Strafzettel in die Hand und meinte lediglich wir könnten schriftlich Widerspruch einlegen.
Bridal Veil Falls
Also fuhren wir nach Thames, gingen ins Gemeindehaus und füllten das dementsprechende Formular aus. Auf welches wir nach nur einem Tag schon per Email eine Reaktion bekamen, in welchem unserem Widerspruch nicht stattgegeben wurde und wir die Strafe trotzdem zahlen sollen.
Seit dem meiden wir die kostenfreien nur für Selbstversorger ausgeschilderten Campingplätze, auch wenn viele meinen, dass nur die Gemeinde von der Coromandel Peninsula so streng ist.
Da uns doch so einige Dinge an unserem Auto aufgefallen sind und wir noch auf die Briefe mit unseren Steuernummern warteten, welche zum Hostel geschickt werden sollten, fuhren wir nach Auckland, sammelten meinen Brief (Chris seiner war noch nicht angekommen) im YHA ein, nutzen das kostenfreie W-Lan dort und suchten eine Werkstatt auf, welche uns einen Termin für 2 Tage später gab. Danach suchten wir noch eine Tankstelle auf, wo Chris den Reifendruck von Olaf prüfte.
Hobbingen
Danach ging es weiter zu einer Post, wo wir für $ 297 unsere Autoregistrierung um ein Jahr bis zum 5. März 2016 verlängerten.
Nach so vielen erledigten Aufgaben fuhren wir ungefähr 1 ½ Stunden bis zum kostenfreien Campingplatz Hamiltons Gap.
Nach einem Strandabstecher gab es gegen 17:30 Uhr Abendessen und während wir den Sonnenuntergang erwarteten, spielten wir Karten.

Hobbingen
Der 4. März 2015 begann mit einem Bad im Meer, einer kalten Dusche und Müsli zum Frühstück. Danach fuhren wir nach Pukekohe, gingen im Pak'nSave einkaufen und fuhren dann zum kostenfreien Campingplatz beim Kaiaua Boat Club.
Pak'nSave ist die günstigste Supermarktkette, danach kommt Countdown und am teuersten ist New World. Sparen ist das Motto der gelb-schwarzen Kette Pak'nSave: Dort sieht es aus wie in einem Warenlager mit Metallregalen bis zur Decke, es gibt alles in großen Mengen und daher vergleichsweise günstig. Das zweite Alleinstellungsmerkmal von Pak'nSave ist, wie der Name schon sagt, die für Kiwis unerhörte Tatsache, dass dort die Einkäufe selbst eingepackt werden müssen. In den anderen Supermarktketten bekommt man sonst seine Einkäufe sorgfältig und thematisch sortiert in Tüten verpackt.
Da es noch mitten am Tag war, nahmen wir uns mal wieder die Zeit Olaf neu zu organisieren – Chris liebstes Hobby.
Hobbingen
Danach spielten wir Karten, gingen spazieren, aßen Abendbrot und spielten wieder Karten.

Am Donnerstag mussten wir das erste Mal seit Langem mit Wecker um 6:30 Uhr aufwachen, da an diesem Tag um 8:30 Uhr der Werkstatttermin anstand, wo wir Dank des Staus in Auckland mit einer halben Stunde Verspätung ankamen. Da wir nicht wussten, wie lange die Reparaturen in Anspruch nehmen würden, gingen wir mal wieder in das YHA, wo ich dann 4 Stunden damit beschäftigt war sämtliche elektronischen Geräte upzudaten und Fotos zu bearbeiten und in Facebook zu veröffentlichen, während Chris in der City unterwegs war. Nach einer ausgiebigen Dusche chillten wir dann auf der Dachterrasse, wo wir dann die 2 deutschen 18-jährigen Leonard und Anton kennenlernten und mit ihnen quatschten. Zwischendurch gesellte sich noch eine 65-jährige Dame aus den USA dazu.
Hobbingen
Um 17:30 Uhr konnten wir unseren Olaf dann aus der Werkstatt holen und hatten eine Rechnung von $ 470 zu zahlen.
Zum Übernachten fuhren wir wieder zurück zum Kaiaua Boat Club, wo wir gegen 19 Uhr ankamen und nach dem Abendessen nur noch Karten spielten.

Da es am nächsten Tag einfach nicht aufhören wollte zu regnen, fuhren wir mal wieder nach Pukekohe.
Pukekohe ist eine Stadt mit 21.500 Einwohnern. Sie liegt in der Region Auckland zwischen Manukau Harbour und der Mündung des Waikato River etwa 50 km südlich Aucklands. Die in den 1860er Jahren gegründete Stadt ist das ländliche Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum des Franklin-Distrikts. Vorwiegende Wirtschaftszweige sind Gartenbau und Milchwirtschaft.
Hobbingen
Auf dem Programm stand: Tanken, Einkaufen, im The Warehouse meine FlipFlops umtauschen, Chris Konto bei der KiwiBank eröffnen, am Vortag kam endlich sein Brief mit der Steuernummer im Hostel an, bei der Westpac meine Steuernummer nachreichen und die Anschrift ändern und bei Vodafone Handyaufladungen holen.
Auf dem Weg zurück zum Kaiaua Boat Club meinte ein Auto mit Bootsanhänger mir die Vorfahrt klauen zu müssen, wobei ich eine Vollbremsung einlegen musste, aber der Bremsweg so lang war, dass ich dem trotzdem fast hinten drauf gefahren wäre, nach rechts oder links ausweichen war unmöglich – es war echt knapp.
Hobbingen
Und da das noch nicht Schock genug war, flog ich wenig später bei einem Überholmanöver aus der Kurve und versenkte Olaf in einem Zaun am Straßenrand. Dabei haben wir uns zwar gedreht aber nicht überschlagen, wobei dies nur aufgehalten wurde, weil der Zaun uns gebremst hatte. Wir haben unseren Unterbodenschutz verloren und ungefähr 10 m Zaun zerstört und einige Drähte hatten sich an unserem Hecklicht verfangen – diese konnten wir aber lösen. Olaf sprang sogar noch an, allerdings bewegte er sich aufgrund des nassen Rasens kein Stück nach vorne und nach hinten ging nicht, da das Heck im Zaun hing, und der schon sehr strapaziert war.
Hobbingen
Aber es haben viele angehalten und uns Hilfe angeboten, der erste Mann, der anhielt, namens Glenn, fuhr nur kurz nach Hause um seinen 4WD zu holen und ein vernünftiges Seil. Während wir auf seine Rückkehr warteten kam Graham dazu, der Bruder des Farmers, dessen Zaun ich zerstört hatte, und half uns ebenfalls mit Glenn unser Auto freizubekommen. Für den zerstörten Zaun verlangte er lediglich $ 100 und bis heute kam keine Reaktion vom Farmer, obwohl ich meine Kontaktdaten da ließ, also scheint er mit der Summe zufrieden gewesen zu sein.
Gegen 18 Uhr kamen wir dann am Campingplatz an, tranken Bier und Wein auf den Schock, aßen Abendessen und schauten gegen 20:30 Uhr mit meinem Laptop den Film „Max Payne“.
Lake Ngaroto

Erstaunlicherweise lief Olaf auch am nächsten Tag ohne Probleme, selbstverständlich wollten wir noch mit ihm in eine Werkstatt, aber am Wochenende ist alles geschlossen. Also fuhren wir nach Raglan, aßen dort in einem Park Frühstück und fuhren zum Ocean Beach, um einen Strandspaziergang zu unternehmen.
Raglan ist eine Ortschaft an der Westküste und ist vor allem als Surfspot bekannt.
Marokopa Falls
Nach einem Stopp an der Manu Bay, ein legendärer Surfstrand, fuhren wir zu den Bridal Veil Falls, welche ein 55 m hoher Wasserfall am Pakoka River sind. Der Fall stürzt über die Abbruchkante einer Steilwand aus Säulenbasalt in einen kleinen, 5 m tiefen See am Fuße der Wand. Hier befindet sich unmittelbar unter der Seeoberfläche ein großer Felsen, auf dem das auftreffende Wasser zerstäubt. Dies brachte dem Wasserfall seinen Namen ein. Der Wasserfall war nach einem 10-minütigem Fußmarsch durch den Regenwald, der die umgebende Landschaft dominiert, erreicht. Dort gab es 2 Aussichtsplattformen. Über eine Treppe an der Seite der Steilwand – unterwegs gab es eine weitere Aussichtsplattform – konnten wir den Wasserfall auch von unten betrachten.
Am Lake Karapiro übernachteten wir dann kostenfrei in der Horahora Domain, wo es nicht aufhörte zu regnen.
Lake Rotorua
Der Lake Karapiro ist ein Stausee am Waikato River. Der See nahe Cambridge und etwa 30 km südöstlich der Stadt Hamilton wurde 1947 für das Wasserkraftwerk Karapiro Power Station geschaffen.
Während Chris also im Regen unter unserer Heckklappe das Abendessen zubereitete, kam Francis (Neuseeländer, >60 J.) zu uns und lud uns zu einem Heißgetränk in seinem Wohnmobil ein, welches wir nach dem Abendessen auch gerne in Anspruch nahmen. Somit lernten wir dann auch seine Frau Christine kennen und unterhielten uns mit ihnen bis 21:30 Uhr. Zum Abschied bekamen wir auch deren Visitenkarte mit der Bitte, dass wir uns melden sollten, wenn wir in der Nähe von New Plymouth sind.
Rotorua

Am 8. März 2015 war es endlich so weit – wir fuhren zum Hobbiton Movie Set.
Eigentlich ist Hobbingen, bei Matamata gelegen, die Schaffarm der Familie Alexander. Der Legende nach ist Peter Jackson auf der Suche nach einem geeigneten Filmset über die Farm geflogen und war überzeugt: Hier ist Hobbingen (vor Ort nennt man es englisch Hobbiton). Jetzt musste nur noch der Farmer überzeugt werden, sein Land für ein paar Monate der Filmcrew zu überlassen. Der Ort war perfekt, er hatte alles was Hobbingen hat: einen Berg, einen Partybaum, einen See, es mussten nur die Hobbithöhlen zugefügt werden. Die neuseeländische Armee kam, und baute eine Straße. Die Ausstatter kamen und bauten das Filmset. Dann kam die Filmcrew mit 400 Leuten und drehte alle 3 Herr-der-Ringe-Teile. Nach Drehschluss kamen die Abrissbagger und fingen mit der Demontage an. Und dann regnete es, so doll, dass die Bagger aufhören mussten. Während dieser Pause kamen die ersten Lord-of-the-Rings-Fans und besuchten die Hobbingen-Kulisse (oder das was übrig war). 2 Jahre später, so lange brauchte die Familie Alexander und New Line Cinema, wurden die ersten Touren für Touristen auf das Gelände angeboten. Und dann kam Peter Jackson zurück: Im Jahr 2011 wurde Hobbingen komplett neu aufgebaut, diesmal aus Stein und haltbaren Materialien. Anfang November 2011 wurden alle 3 Teile der Hobbit-Trilogie gedreht. Nach Ende der Dreharbeiten kamen diesmal keine Bagger, sondern die Gärtner: Hobbingen wird erhalten und kann besucht werden. Wer will, kann im Rahmen einer Tour durchlaufen, fotografieren und im Ende 2012 eröffneten Green Dragon Inn einen Hobbit-Drink.
Wir kamen gegen 11 Uhr am Shires Rest Café an, wo die Touren starten. Dort ist auch ein Parkplatz und der Souvenir-Shop. Die nächste verfügbare Tour war um 12:15 Uhr und kostete uns 75 $/Person. Mit einem Bus ging es über die Schafweiden zum Set. Eine Gruppenleiterin erkundete mit uns und dem Rest unserer Gruppe, gefühlte 40 Personen, das Set und gab ausführliche Erklärungen und Informationen. Insgesamt dauerte die Tour 2 Stunden, also ausreichend Zeit für Erinnerungsfotos vor den vielen Hobbitlöchern. In die Hobbithöhlen konnte wir nicht hinein – sie sind nur eine Kulisse, das heißt hinter den Türen sind keine Höhlen, sondern Wände.
im Kuirau Park in Rotorua

Nach diesem großartigen Erlebnis besuchten wir die Familie Gaylor in Glen Massey, welche unsere Briefe, da wir deren Adresse nutzen dürfen, aufbewahrten und wir sie nun abholen wollten, wenn wir schon mal in der Nähe sind. Nach einem kurzen Plausch fuhren wir dann zum Lake Ngaroto, an welchem wir kostenfrei übernachten konnten.

Nachdem wir am nächsten Morgen gegen 8 Uhr aufgestanden waren, mussten wir leider feststellen, dass wir hinten links einen platten Reifen hatten. Natürlich machte Chris sich gleich ans Wechseln, allerdings scheiterte er anfangs an der riesigen Mutter, die sich nicht lösen ließ. Daraufhin fragte er 2 Herren, die nebenan im Seglerhaus am Herumhantieren waren, aber auch die hatten nicht die geeigneten Werkzeuge. Allerdings bot einer uns an, nach dem Segelunterricht uns mit zu einer Werkstatt zu nehmen. Also hieß es abwarten und frühstücken. Während ich das Geschirr auf der Toilette spülte, hatte Chris sich einen Hammer geschnappt und damit die Mutter bearbeitet und konnte den Reifen dann erfolgreich austauschen.

Blick auf Mount Maunganui
Nun fuhren wir, da Montag war und die Werkstätten nun wieder geöffnet waren, gegen 10:30 Uhr nach Hamilton und gaben Olaf im Tyre Place ab, um die Hinterreifen zu erneuern, die Fahrwerksgeometrie richten zu lassen und ihn allgemein checken zu lassen nach dem Unfall. Um die Zeit zu überbrücken gingen wir bei Kmart und im The Warehouse shoppen. Hamilton bildet mit etwa 130.000 Einwohnern den siebtgrößten Stadt-Distrikt bzw. mit 185.000 Einwohnern im Ballungsraum die viertgrößte Agglomeration des Landes.
Als wir gegen 13 Uhr wieder bei der Werkstatt ankamen, hatten sie noch einen defekten Schlauch entdeckt, der ersetzt werden musste, ansonsten haben sie keine weiteren Schäden vom Unfall finden können. Während wir also noch einmal 1 ½ Stunden warten mussten, spielten wir Karten im Wartebereich und bedienten uns am kostenfreien Kaffeeautomaten. Die Rechnung betrug dann dieses Mal $ 435.
Da wir noch etwas Spannendes an diesem Tag erleben wollten, fuhren wir zum Mangapohue Natural Bridge Scenic Reserve, welches ein 5,5 ha großes Naturschutzgebiet mit einem riesigen Kalksteinbogen ist. Die eindrucksvoll gestuften, 30 m hohen Marokopa Falls liegen noch weiter westlich. Ein kurzer Weg ( hin & zurück 15 min) führte uns ab der Straße zum Fuß des Wasserfalls.
Für 35 $/Nacht übernachteten wir dann im Otorohanga Holiday Park, wo wir Wäsche wuschen, duschten, Abendessen aßen und uns im Auto dann „Maleficent – Die dunkle Fee“ anschauten.

Am Dienstag spielten wir nach dem Frühstück Karten bis die Wäsche ausreichend getrocknet war und um dann gegen 12:30 Uhr nach Rotorua zu fahren.
Rotorua ist ein Kurort und hat 54.900 Einwohner. Er liegt in der Region Bay of Plenty und befindet sich direkt an der Südküste des nach dem Lake Taupo zweitgrößten Sees auf der Nordinsel, des etwa 80 km² großen Lake Rotorua. Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Gegenwärtig sind der Pohutu Geysir, die Thermalfelder von Whakarewarewa nahe der Stadt und die einzige Schnitz- und Kunstakademie der Māori die wichtigsten Attraktionen. Außerdem besitzt auch der botanische Garten eine gewisse Bekanntheit. Auch das früher sowohl von Māori als auch von Europäern gegründete Te Wairoa, eine kleine Ortschaft unweit Rotoruas, das bis 1886 als Ausgangspunkt zu den White and Pink Terraces diente, wird heutzutage immer öfter besucht. In dem wiederausgegrabenen Dorf wurde ein Museum zur Geschichte der Siedlung eingerichtet.
Da allerdings alles Sehenswerte dort Eintritt kostet, gingen wir lediglich am See spazieren und im Kuirau Park, ein durch und durch vulkanisches Gebiet, das wir kostenlos erkunden konnten.
Matata
Im Jahr 2003 begrub ein Vulkanausbruch einen Großteil des Parks unter Schlamm. Somit befinden sich dort ein Kratersee, Tümpel mit kochendem Schlamm und jede Menge wabernde Dampfwolken. Chris mochte an diesem Ort besonders die schwefelreiche Luft.
Nach einer kleinen Einkaufstour im Pak'nSave und Countdown fuhren wir zum Pikowai Campground für 16 $/Nacht. Wo wir ein wenig am Strand entspannten, dann Abendbrot aßen und Karten spielten.

Zum Wachwerden am nächsten Morgen gingen wir im Meer schwimmen und nutzen dann die kalten Duschen.
Danach fuhren wir nach Tauranga zum Minden Lookout, von wo aus man einen ausgezeichneten Blick zurück auf die Bay of Plenty hat.
Tauranga ist eine mit über 114.789 Einwohner Hafenstadt im Nordosten. Sie ist die größte und aus ökonomischer Sicht wichtigste Stadt der Region Bay of Plenty und zudem die größte neuseeländische Agglomeration, die offiziell einen Māori-Namen führt.
In der Mills Reef Winery, ein herrschaftliches Gut, verkosteten wir 5 herrliche Weißweine. Daraufhin fuhren wir nach Mount Maunganui und gingen am dortigen Mount Beach in den Wellen baden.
Mount Maunganui ist ein Vorort der Stadt Tauranga und liegt auf einer Halbinsel nördlich der Stadt. Der Name wurde von dem erloschenen Vulkan gleichen Namens übernommen, der sich über die Stadt erhebt. Umgangssprachlich wird er vor Ort einfach als The Mount bezeichnet. Die Stadt liegt auf einer Sandbank, die den Vulkan mit dem Festland verbindet. So hat Mount Maunganui sowohl eine geschützte Hafenküste als auch eine Ozeanküste in Reichweite. Am Fuße des Vulkans ist die Stadt nur wenige hundert Meter breit. Der Ort ist für gute Bedingungen zum Surfen bekannt, obwohl Teile der Küste als gefährlich gelten. Der erloschene Vulkankegel, dem die Stadt ihren Namen verdankt, ist 232 m hoch und dominiert das weitgehend flache Umland.
Danach erkundeten wir Moturiki Island, welche mit der Halbinsel verbunden ist.
Und auf dem Weg zur Matata Campsite, für 12 $/Nacht, hielten wir noch an der riesigen Nachbildung einer aufgeschnittenen Kiwifrucht bei Te Puke an.
Maraehako Bay
Te Puke ist eine Kleinstadt 28 km südöstlich von Tauranga. Sie ist besonders für den Anbau von Kiwifrüchten bekannt.

Am 12. März 2015 wurden wir mal wieder von Regen heimgesucht. Trotzdem fuhren wir zu den Wairere Falls in Whakatane, ein Bilderbuch-Wasserfall, der hinter der Stadt über die Klippen plätschert und somit für eine dunstige Stimmung sorgt.
Die Stadt Whakatane liegt direkt an der Mündung des Whakatane Rivers in den Pazifischen Ozean. Bis nach Tauranga im Westen sind es 94 km und Opotiki im Osten liegt 55 km entfernt. Das Stadtzentrum liegt unterhalb des Ausläufers der Raungaehe Range, die an der Küste in dem in die See hineinreichenden Kohi Point enden. Die Felsen, die die sichtbare Verwerfung der Whakatane Fault darstellen, unterbrechen an dieser Stelle den fast 100 km langen Sandstrand der Bay of Plenty.
Maraehako Bay
Danach wollten wir vom Kohi Ponit Lookout die Aussicht genießen, aber durch den Regen war nicht viel zu erkennen, drum entschieden wir uns uns einfach schon früher auf einem Campingplatz einzufinden. Nachdem wir bereits 2 angefahren hatten, diese uns aber nicht zusagten, landeten wir beim traumhaft schönen Maraehako Camping Ground für 24 $/Nacht
Da der Himmel während der Fahrt noch einmal aufgeklart ist, nutzten wir die Gelegenheit und gingen in der Bucht schwimmen, wobei in 50 cm Abstand ein Rochen an mir vorbeischwamm
Danach spielten wir Karten und lasen bis zum Abendessen (Chris hat mittlerweile auch angefangen zu lesen).