Keiner kommt von einer Reise so zurück,
wie er weggefahren ist.

[Graham Greene (1904-1991]

Sonntag, 19. April 2015

Auckland

Blick auf Aucklands Skyline vom Bastion Point
Nachdem mich meine Familie am 3. Februar 2015 zum Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ gebracht und wie uns für lange Zeit von einander verabschiedeten, stieg ich um 14 Uhr in meinem Flieger nach London. Der Flug dauerte 2 Stunden, es gab zwar kein Unterhaltungsprogramm, aber dafür hatte ich die Sitzreihe, bestehend aus 3 Sitzen für mich alleine, also Ausstrecken und Musik an.
Nach meiner Ankunft am Flughafen London Heathrow um 15 Uhr Ortszeit nutzte ich die Möglichkeit des kostenfreien W-Lans dort.
Eigentlich hätte mein Weiterflug nach Hongkong um 17:15 Uhr starten sollen, aber da es Probleme mit der Bordcomputer im Flugzeug gab, verzögerte sich der Abflug um 1 ½ Stunden, währenddessen mussten wir Passagiere im Flugzeug ausharren, also habe ich einen Film geschaut. Natürlich war die Sorgen groß, nun meinem Anschlussfug nach Auckland zu verpassen...
Der Flug an sich war dann aber sehr angenehm, denn ich hatte wieder das Glück, dass ich die Sitzreihe für mich allein hatten und die Filmauswahl war auch spitze – ich konnte sogar auf deutsch schauen. 
am North Head
Um 14:45 Uhr, nach 11 Stunden Flugzeit, landete ich am Hong Kong International Airport. Eigentlich hatte ich mich auf meine 2 ½ Stunden Aufenthalt gefreut, um mir nach dem langen Flug meine Beine zu vertreten, aber nichts da – aufgrund der massiven Verspätung hieß es nun durch dieses riesigen Flughafen bis zum hinter letzten Abfluggate zu rennen, um meinem nächsten Flieger zu erwischen – neben mir hatten noch reichlich andere Passagiere aus dem Flieger dieses Problem. Aber ich schaffte es rechtzeitig und kurz nachdem ich saß, hob der Flieger auch schon ab.
Nun hieß es noch einmal 11 Stunden fliegen, und meine Sitzpartnerin war sehr gesprächsfreudig, so dass ich am Anfang weder dazu kam einen Film zu schauen noch zu schlafen, aber nach einer Weile gab die freundliche Dame endlich auf.
In Auckland bin ich dann um 7:45Uhr Ortszeit angekommen, nachdem ich nun insgesamt 29 ½ Stunden unterwegs war.
Der Ballungsraum Auckland auf der Nordinsel Neuseelands ist mit über 1,4 Millionen Einwohnern – einem Drittel der Landesbevölkerung – die mit Abstand größte Agglomeration des Landes. Das landschaftliche Bild des multikulturellen Auckland wird von den ungefähr 50 inaktiven Vulkanen geprägt, über deren Rücken sich die Großstadt erstreckt. Ihnen verdankt die Stadt die weitläufigen Parkanlagen, die bis ins Zentrum reichen. Die Lage an geschützten Meeresbuchten trägt ebenfalls wesentlich zum Bild Aucklands bei, nicht zuletzt durch die zahlreichen Segelboote, die der Stadt den Beinamen City of Sails einbrachten. 
am North Head
Mit dem Airbuss Express, ich hatte vorausschauender Weise eine Hin- & Rückfahrkarte für $ 28 gekauft, ging es dann zum YHA Auckland City Backpackers, wobei ich mich zunächst einmal eine der steilsten Straßen der Stadt zu diesem großen, unpersönlichen Hochhauskasten unweit der Partymeile in der K Road hinaufkämpfen musste. Da allerdings der Bezug des Mehr-Bett-Zimmers erst ab 14 Uhr möglich war, duschte ich, verstaute mein Gepäck und lief die Queen Street entlang bis zur Queens Wharf. Nach einer kurzen Ruhepause und den Genuss der Sonne, klapperte ich auf dem Rückweg schon einmal diverse Bankfilialen ab, um die günstigste, am besten gebührenfreie Bank herauszusuchen. Ebenso holte ich mir eine Sim-Karte von Vodafone, wo ich für $ 19 kostenfrei in alle australischen und neuseeländischen Nummern telefonieren und SMS schreiben kann, sowie monatlich 500 MB Internet verfügbar habe. 
am North Head
Nachdem ich dann mein 6-Bett-Zimmer um 14 Uhr bezogen hatte, machte ich mich zu Fuß auf in eine andere Richtung, um Auckland mehr zu erkunden. Schaut man sich allerdings die Stadt und den Lonely Planet an, stellt man schnell fest, dass direkt in Auckland nicht viel zu sehen ist, dafür muss man schon weiterfahren. Unterwegs hatte ich mir dann auch Müsli und Milch im völlig überteuerten New World Supermarket geholt – Neuseeland steht Australien in teuren Unterhaltskosten in nichts nach, warum auch immer, hatte ich irgendwie gedacht, Neuseeland wäre ein wenig günstiger. Mein Abendessen um 17 Uhr bestand dann auch aus den gerade eingekauften Lebensmitteln.
Und nach der langen Anreise ging ich um 18 Uhr auch schon schlafen.

Am Waitangi Tag, welche der Nationalfeiertag ist, und somit ein gesetzlicher Feiertag in Neuseeland ist, welcher jedes Jahr am 6. Februar abgehalten wird, um das Unterzeichnen des Vertrages von Waitangi (Neuseelands Gründungsdokument) im Jahre 1840 zu feiern, hab ich nach dem Frühstück um 8:30 Uhr von meinen beiden kanadischen Zimmernachbarn Terence & Alice (beide 29 Jahre) erfahren, wo
Blick auf Rangitoto vom North Head
ich einen Supermarkt, in dem Falle Countdown, mit akzeptablen Einkaufspreisen finde. Also bin ich direkt dorthin und habe mich mit Lebensmitteln eingedeckt, allerdings galt es auch diese die steile Queen Street bis zum Hostel zu schleppen.
Mit dem Bus, für $8 hin und zurück, bin ich dann zum Waitangi Day Festival am Bastion Point gefahren. 

Bastion Point ist ein Stück Küstenland in Orakai im neuseeländischen Auckland. Es befindet sich südlich der Zufahrt zum Waitemata Harbour. Das Gebiet hat eine besondere Bedeutung in der Neuseeländischen Geschichte, da es ein Brennpunkt der Proteste der Māori gegen zwangsweise Eigentumsübertragungen an Māoriland durch weiße Neuseeländer war.
So gesehen war es eine endlos lange Wiese auf einem Hügel, wo Futterstände und eine riesige Bühne aufgebaut waren. Als musikalische Unterhaltung lief hauptsächlich Reggae. Zwischenzeitlich hatte ich auch kurz Bekanntschaft mit einer US-Amerikanerin gemacht, allerdings diese auch schnell wieder aus den Augen verloren.
Gegen 16 Uhr fuhr ich wieder zurück zum Hostel und unterhielt mich nach dem Abendessen abermals mit Alice, welche mich spontan dazu einlud mit den beiden und 2 ihrer irischen Freunde, Laura und Greg, welche in Auckland wohnen, ein Bier trinken zu gehen. Somit landeten wir dann in O'Hagans Irish Pub. Für 0,5 l Bier zahlt man für gewöhnlich dort $ 9, allerdings hatten wir 3 Frauen das Glück, dass die Jungs den Abend zahlten.

Am darauffolgenden Tag nahm ich die Fähre für $11,50 (hin & zurück) nach Devonport. 
Devonport ist ein Ortsteil von North Shore City und ein Vorort von Auckland. Der Vorort liegt am Südende einer Halbinsel, die sich vom nahegelegenen Lake Pupuke im Vorort Takapuna nach Südosten erstreckt. Diese Halbinsel bildet die Nordseite der Mündung des Waitemata Harbour. Der Hafen und die zugehörige Ngataringa Bay umschließen Devonport von Westen bis Südosten. Östlich liegt der zum Hauraki Gulf gehörende Rangitoto Channel, der die Insel Rangitoto Island vom Festland trennt. Östlich von Devonport liegt North Head, der nördlichste Punkt der Hafenzufahrt.
Allererste Amtshandlung war natürlich eine Runde baden bei dem herrlichen Sonnenschein. Danach bin ich zum North Head. 

am North Head
North Head ist ein Kap vulkanischen Ursprungs. Das Gebiet ist ein als Teil des Hauraki Gulf Maritime Park und bekannt für seinen Ausblick auf den Hafen und den Hauraki Gulf. In den letzten hundert Jahren wurde das Kap hauptsächlich für die Küstenverteidigung genutzt. Aus dieser Zeit ist ein Netzwerk alter Bunker und Tunnel erhalten.
Nachdem schönen Spaziergang mit herrlichem Ausblick nahm ich dann um 15:45 Uhr wieder die Fähre zurück zur City und lief zum Hostel, dort hatte ich im Aufenthaltsraum das Buch: Töte deinen nächsten von Michael Herzig gefunden und dieses bis zum Einschlafen gelesen.

Am Sonntag stand der LYC Big Gay Out am Point Chevalier’s Coyle Park an.
Zum Event bin ich gegen 12:30 Uhr, mal wieder mit dem Bus für $ 5 (hin & zurück).
Der Park wartete mit mehr als 100 Marktständen auf, welche alles von Lebensmitteln und Handelswaren bis zu Informationen und Unterstützung anboten. Das Burnett-Zentrum offerierte kostenlos und vertraulich HIV-Tests. Zusätzlich gab es auch hier ein Bühne mit sehr unterschiedlichem Unterhaltungsprogramm und einen Biergarten mit Tanzzelt. Freiwillige in unterhaltsamen Kostümen verteilten nebenbei von Durex gesponserte Kondome. 
Blick auf Aucklands Skyline von North Head

Der 9. Februar 2015 war seit meiner Ankunft der erste Tag an dem mal kein strahlend blauer Himmel war. Mein erster Gang führte mich heute zu einer Post, welche gar nicht so einfach zu finden war, da sie sich mitten in einem Krankenhaus befand.
Wer in Neuseeland arbeiten will, braucht nicht nur ein gültiges Visum, sondern auch eine Steuernummer - in Neuseeland 'IRD Number' genannt. Die IRD Nummer konnte ich dann relativ einfach und kostenfrei beantragen. Dafür musste ich vorher ein Formular ausfüllen und dieses sowie meinen Reisepass und Führerschein, und zusätzlich je eine Kopie der Dokumente mitbringen. Die Postangestellte erledigte dann den Rest. Es sollte bis zu 2 Wochen dauern, bis mir die Steuernummer an die Hosteladresse zugeschickt wird. 
Nach meinem Frühstück im Hostel wollte ich mein Konto bei der Westpac eröffnen. Nach Besuch 2er Filialen, musste ich feststellen, dass es nicht möglich war dies spontan zu machen, man konnte mir lediglich einen Termin für den 11. Februar anbieten. Ernsthaft? Ein Termin um ein Bankkonto zu eröffnen? Aber es sind eben einfach zu viele Rucksacktouristen in Auckland, die alle das gleiche vorhaben wie ich. Bei einem Versuch 2 Tage später vorsorglich schon mal einen Termin für Chris auszumachen, war schon keiner mehr vor dem 24. Februar zu bekommen, auf welchen ich dann getrost verzichtet habe.
auf Rangitoto Island
Ansonsten verbrachte ich den Rest des Tages ganz unspektakulär mit Lesen, wobei ich erst auf der Dachterrasse des Hostels saß und später, als es frisch wurde, in den Aufenthaltsraum beziehungsweise in mein Bett gewechselt bin.

Am Tag danach war ich aufgrund der Lautstärke meiner Zimmergenossen schon um 7 Uhr wach und entschied mich die Fähre um 9:15 Uhr nach Rangitoto zu nehmen für $ (30 hin & zurück). Rangitoto ist eine 23,1 km² große inaktive vulkanische Insel, die vor Auckland im Hauraki-Golf liegt. Die vor etwa 600 bis 700 Jahren entstandene Insel ist annähernd symmetrisch aufgebaut und Bestandteil des Vulkangebietes Aucklandfeld. Die Insel ist mit der Nachbarinsel Motutapu Island durch einen im Zweiten Weltkrieg aufgeschütteten Damm verbunden. Auf der Insel befindet sich der größte Pōhutukawa-Forst Neuseelands. Der Forst wurde in den 1920er-Jahren von Sträflingen gepflanzt. Der höchste Punkt der Insel liegt auf 260 m und ist zu Fuß zu erreichen. Für jene, die nicht gerne in der sommerlichen Hitze wandern, gibt es auch ein „Züglein“, das regelmäßig bis fast zum Gipfel fährt. Die Aussicht aus 260 m Höhe ist an einem klaren Tag einmalig. Auckland und einige Nachbarinseln sind zu sehen.
Ich bin auf dieser Insel bestimmt gefühlt 4 – 5 Stunden gewandert, aber dank Musik im Ohr ging es einfach, allerdings hatte ich Wolken als ich am höchsten Punkt angekommen war und strahlenden Sonnenschein als ich wieder unten angekommen war und über die McKenzie Bay zurück zum Anleger lief, wo ich dann um 14:30 Uhr die Fähre zurück nahm.
auf Rangitoto Island
Auf dem Weg zum Hostel ging ich noch kurz einkaufen und dann erlaubte ich mir die wohl verdiente Dusche, bevor ich ein neues Buch: „Ein seltsamer Ort zum Sterben“ von Derek B. Miller begann zu lesen.

Am Mittwoch stand also erst einmal der um 9 Uhr vereinbarte Termin bei der Bank an. Ich hatte die Westpac rausgesucht, da sie gebührenfrei ist, wenn man nur die Automaten und das Onlinebanking verwendet, also das was ich sowieso auch schon immer in Deutschland gemacht habe. Hinzu kommt, dass sie eine der größten Banken Neuseelands und somit eigentlich in jedem Ort einen Automaten, wenn nicht sogar eine Filiale, hat. Und laut Information des Mitarbeiters, der mich beraten hatte, verlangen die keine Einzahlung von $ 500 bei Eröffnung des Kontos, wie so einige andere große Banken.
In der Bank angekommen, bediente mich eine freundliche Mitarbeiterin und fragte dann kurz vor Ende, ob ich denn die notwendigen $ 500 dabei hätte. Woraufhin ich völlig irritiert war. Also erklärte ich der Dame, dass ich diese Woche mit 2 Mitarbeitern in 2 Filialen gesprochen hatte, und keiner mir diese Information mitgeteilt habe, weshalb ich mich weigerte ihr das Geld zu geben. Daraufhin sprach sie mit ihrem Vorgesetzten und die Eröffnung meinen Kontos ließ sich auch ohne die Einzahlung erledigen.
auf Rangitoto Island


Zurück im Hostel gab es Frühstück, dann schaute ich auf www.gumtree.co.nz schon mal nach Autos, wusch meine Wäsche und las.

Am 12. Februar 2015 musste ich gegen 10 Uhr mein Zimmer verlassen, da ich an diesem Tag in ein 5-Bett-Zimmer umziehen musste, da es nicht möglich war, Chris, welcher den nächsten Tag ankommen sollte, mit in das 6-Bett-Zimmer zu buchen. Allerdings war es auch erst wieder möglich das neue Zimmer um 14 Uhr zu beziehen. Also hab ich mich mit meinem Laptop und einem neuen Buch: „Wie ein Licht in der Nacht“ von Nicholas Sparks in den Aufenthaltsraum gesetzt.
Nach Bezug des neuen Zimmers habe ich mich direkt an der Rezeption beschwert, da der Geruch in dem Zimmer nichts auszuhalten war, allerdings konnte man mir erst für den nächsten Tag eine Alternative anbieten und für diese Nacht musste ich mit dem Gestank klar kommen – immerhin für die darauffolgenden Nächte Upgrades in Doppel- bzw. Zwei-Bett-Zimmern.
Bevor ich mich wieder meinem Buch widmete, sprach ich noch eine Weile mit meinem Zimmernachbarn Chen aus China.
Am Abend lernte ich dann noch 2 weitere kennen – einen 20-jährigen Amerikaner und eine 28-jährige Deutsche. Zu dritt unterhielten wie uns dann bis ca. 22 Uhr. 
auf Rangitoto Island

Freitag stand also wieder ein Umzug an, was bedeutete, dass ich das Zimmer wieder um 10 Uhr verlassen musste. Zusätzlich bedeutete dieser Tag endlich die Ankunft von Chris, welchen ich vom Flughafen abholen wollte, also nahm ich den Airport Express um 12:30 Uhr. Während ich also auf den verspäteten Flug von Chris wartete, traf ich eine alte Bekannte wieder: Kate, mit welcher ich auf Mt. Buller in Australien gearbeitet hatte. Sie wartete auf die Ankunft ihrer Eltern. Vertieft in das Gespräch mit Kate verging die Zeit wenigstens einigermaßen, und auch mein Buch half bis Chris um 15 Uhr sich endlich in der Empfangshalle zeigte.
Nach einer kurzen Begrüßen und Austausch von Neuigkeiten ging es dann mit dem Bus wieder zum Hostel, wo wir auch direkt unser Doppelzimmer beziehen konnten, in welchem wir immerhin für 2 Nächte bleiben durften.
 Danach liefen wir zur Post im Krankenhaus, da allerdings der Kopierservice schon geschlossen hatte, war der weg umsonst und wir konnten Chris Steuernummer nicht beantragen. Daraufhin ging es in die City zu Vodafone, um Chris Sim-Karte zu kaufen.

auf Rangitoto Island
Nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt, ging es zurück zum Hostel, wo Chris dann das Abendessen zauberte. Da der Arme Koch ist, hat er die Arschkarte stets die Mahlzeiten für uns zuzubereiten. :)
Da es oberste Priorität war, dass so bald Chris ankommt, wir ein Auto suchen, haben wir nach dem Essen noch ein wenig Internetrecherche betrieben und mussten feststellen, dass die Gumtree-Seite geschlossen wird. Wie dann noch Autos finden? Also über Facebook einer Gruppenseite für Backpacker beigetreten, wo Autos angeboten, Fragen gestellt und Reisepartner usw. gesucht werden.
Gegen 21 Uhr habe ich mich dann mit Kate auf 2 Bier im O'Hagans Irish Pub getroffen – Chris hat uns nicht begleitet, da er nach der Anreise, sowie ich eine Woche früher selbstverständlich total müde war.
Von Kate hatte ich mich dann um Mitternacht verabschiedet. Im Hostel angekommen wurde ich von 2 Deutschen angesprochen, die ihr Auto verkaufen möchten und mitbekommen hatten, dass Chris und ich eines suchen. Wir haben uns dann zur Besichtigung für den kommenden Tag verabredet. 

auf Rangitoto Island

Also sind wir am nächsten Tag zu der Automesse, bei welcher die beiden Deutschen ihr Auto anboten. Dort boten auch viele andere Reisende ihre Autos an, weshalb wir ausreichend Zeit hatten uns das Angebot anzuschauen. Das Auto der beiden Deutschen sagten uns gar nicht zu, dafür so einige andere.
Nach einem Frühstück im Hostel wollte Chris auch mal die Stadt sehen, also sind wir die Queen Street runter bis zur Queens Wharf. Währenddessen haben wir uns über die am Vormittag gesehenen Autos unterhalten und unseren Favoriten auserkoren und direkt die Verkäufer, Martin und Helena aus Tschechien, kontaktiert, um eine Probefahrt zu vereinbaren. Die beiden sind dann auch spontan zu unserem Hostel gekommen. Die Probefahrt habe ich dann gemacht, da der Mitsubishi nur ein 2-Sitzer war, da der hintere Sitzbereich zum Schlafen umgebaut war, und Chris noch nie mit einem Auto im Linksverkehr unterwegs war. Da wir beide trotz gültigen TÜVs, in Neuseeland nennt man es Warrant of Fitness (WOF), auf einen Werkstattcheck bestanden und dieses nicht mehr am Wochenende möglich war, verabredeten wir uns 4 für Montag.
Nach einem sehr frühen Abendessen ging es mit dem Bus zum Lloyd Elsmore Park zum „Movies in the Park“ wo auf einer monströsen Leinwand, so bald es dunkel wurde, der Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ kostenfrei ausgestrahlt wurde.Zusätzlich bekamen wir kostenfreie Schokolade, als wir ein Foto von uns vor einem Auto schießen ließen.
Um 22:45 Uhr nahmen wir dann den letzten Bus zurück zum Hostel.

in Auckland

Sonntag stand dann ein erneuter Zimmerwechsel an, weshalb wir um 10 Uhr wieder aus dem Zimmer raus mussten. Daraufhin nahmen wir den Bus nach St. Heliers und entspannten am dortigen Strand und gingen auch eine Runde schwimmen. Zu Fuß ging es dann weiter zum Kohimarama Beach und wieder ab ins Wasser – es war ein unglaublich heißer Tag. Wir folgten dem Tamaki Drive weiter gen Stadt vorbei an Mission Bay bis wir mit dem Bus zurück zum Hostel fuhren.
Nach dem Abendessen spazierten wir noch einmal Richtung Hafen und holten uns dann in einem Bottle Shop Getränke um auf Neuseeland anzustoßen, bei einer Runde Rommé.

Am nächsten Tag trafen wir beide uns also mit Martin und Helena, wobei ich mit Martin eine Werkstatt suchte, welche spontan das Auto prüfen könnte und Chris und Helena schlenderten durch die Stadt. Nachdem wir eine Werkstatt gefunden hatte, welche um 14 Uhr Zeit hatte, trafen Martin und ich uns mit den anderen beiden. Daraufhin trennten wir uns erst einmal, damit jeder in Ruhe etwas essen gehen konnte und verabredeten uns ein weiteres Mal für 13:30 Uhr, während Martin und ich mit dem Auto zur Werkstatt fuhren, gingen die anderen beiden zu Fuß. Da der Mechaniker meinte, er würde eine Stunde für den Check brauchen, gingen wir 4 gemeinem in ein Café um die Zeit tot zu schlagen. Der Mechaniker hatte gute Nachrichten für uns, denn wir bräuchten lediglich neue Vorderreifen. Positiv war auch, dass wir einen WOF-Check haben machen lassen, welcher nur $ 30 kostete, wohin gegen eine Inspektion, die einem in jedem Ratgeber empfohlen wird wohl $ 120 kostet. Nach einem Moment des Feilschens einigten wir uns auf $ 4.000 für den Van – da Chris und ich dieses Summe natürlich nicht im Portmonee hatten, lief Chris mit Helena zum Hostel und Martin zeigte mir wie die Autoummeldung bei der Post funktioniert, allerdings hatte ich nicht alle nötigen Dokumente dabei. Nach der Schlüssel- und Geldübergabe und dem Abschied der beiden fuhren wir mit dem Auto zur Post, um es auf mich registrieren zu lassen und hielten beim Tyre Place, wo wir einen Termin zum Reifenwechsel für den nächsten Tag bekamen. Schön ist auch, dass man für die Ummeldung des Autos den Vorbesitzer überhaupt nicht braucht. Dies bedeutet im Endeffekt, dass ich auch einfach ein Auto stehlen kann und es dann auf mich registrieren lassen kann.
Und da die Tankanzeige schon leuchtete, mussten wir natürlich noch tanken.
Zur Feier des Tages fuhren wir noch am Countdown vorbei und deckten uns mit Bier ein bevor wir noch zu AA wollten, um das Auto zu versichern, allerdings kamen wir 15 min zu spät, da die Bürozeiten nur bis 17 Uhr sind.
Und da Parken in Auckland sehr teuer ist, zahlten wir dann für das Parkhaus in der der Nähe des Hostels für 24 Stunden $ 35.

Auckland Harbour Bridge

Am 17. Februar 2015 brachten wir all unseren Besitz ins Auto, welches wir „Olaf“ getauft hatten und checkten um 10 Uhr aus dem Hostel aus. Danach liefen wir mal wieder zur Post im Krankenhaus, um endlich mit allen nötigen Kopien auch Chris seine Steuernummer zu beantragen, denn für nur ein paar Cent war es möglich Kopien im Hostel machen zu lassen. Ebenso hatte sich Chris dann gedacht, dass er sein Bankkonto bei der KiwiBank eröffnen möchte, wenn die Westpac schon nicht möglich ist, aufgrund keiner freien Termine. Denn auch bei dieser Bank hat meine keine Gebühren, wenn man sich nur auf die Automaten und das Onlinebanking beschränkt. KiwiBank wird als eigenständiges Tochterunternehmen der New Zealand Post geführt. Allerdings war zu unserem Zeitpunkt der für Bank-Konto-Eröffnungen zuständige Mitarbeiter nicht mehr da.
Zum Frühstück ging es zurück ins Hostel, wo man uns freundlicherweise noch die Küche nutzen ließ. Zu 12 Uhr brachten wir Olaf zum Reifenwechsel in die Werkstatt und wir beide gingen dann in die Stadt zu einer AA-Filiale, wo wir für $ 150 die nötige Third Body Insurance abschließen.
Ebenfalls versuchten wir in der Postfiliale in der City Chris Konto zu eröffnen, doch die Dame dort meinte plötzlich, dass dies nur mit der Steuernummer ginge, welche wir erst an diesem Tag beantragt hatten – also wieder nichts.
Um die Wartezeit bis unser Auto fertig ist rumzubekommen, gingen wir ins Hostel, schließlich gab es da kostenfreies W-Lan. Ich lud mir die „Camping NZ“-App herunter, während Chris schon vor Wochen die App „Campermate“ gedownloadet hatte. Somit hatten wir 2 Apps, die uns die Campingplätze Neuseelands, teilweise sogar kostenfrei, anzeigen.
Waitakere Ranges
Um 14:30 Uhr konnten wir unseren Olaf abholen und fuhren zu Kmart, Countdown, Bunnings und The Warehouse, um uns mit Lebensmitteln, zusätzlicher Sommerkleidung und Campingausrüstung, die nicht mit dem Auto kam, auszustatten.
Der Road Trip über de Nordinsel konnte also beginnen. Erstes Ziel: die Waitakere Ranges: eine Hügelkette, die sich etwa 25 km westlich von Auckland über eine Strecke von 25 km in Nord-Süd-Richtung erstreckt. Sie sind maximal 474 m hoch. Die Westküste westlich von Auckland besteht aus bis über 300 m hohen Klippen, die gelegentlich von Stränden unterbrochen werden. Die Klippen entstanden durch Erosion von altem vulkanischen Konglomerat und Lavaströmen, die vor 12 bis 25 Millionen Jahren abgelagert wurden. Die Hügel sind von „Bush“ (in diesem Fall subtropischem Wald) bedeckt, der sich nach Abholzung und Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 18. und im frühen 19. Jahrhundert regenerierte.
Als Schlafplatz für die erste Nacht hatte Chris den Whatipu Lodge Campground für 15 $/Nacht ausgewählt. Wo wir die Bestandsaufnahme von Olaf in Angriff nahmen, um zu sehen, was wir besitzen, was wir nicht benötigen und was wir noch kaufen müssen.
So bald es dunkel wurde ging es auch schon zum Schlafen ins Auto.

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