Keiner kommt von einer Reise so zurück,
wie er weggefahren ist.

[Graham Greene (1904-1991]

Sonntag, 26. April 2015

von der Coromandel Peninsula über Waikato bis zur Bay of Plenty

Coromandel Peninsula
Auf dem Weg zur Coromandel Peninsula haben wir einen Stopp in Thames unternommen, um unsere Vorräte aufzufüllen.
Die Coromandel Peninsula ist 85 km lang und 40 km breit. Sie liegt westlich der Bay of Plenty und grenzt den westlich liegenden Hauraki-Golf mit dem Firth of Thames teilweise vom Pazifik ab. Auckland, liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Hauraki-Golfs, 55 km westlich. Bei gutem Wetter, besonders im Winter, ist die Halbinsel von der Stadt aus gut zu erkennen. Die Halbinsel ist sehr hügelig und größtenteils von subtropischem Regenwald bewachsen. Die Bergkette Coromandel Range steigt bis auf etwa 900 m auf und bildet gleichsam das Rückgrat der Halbinsel. Die Karagangahake-Schlucht stellt die südliche Grenze der Halbinsel dar. Sie trennt die Coromandel Range von den Kaimai Range.
Coromandel Peninsula
Thames ist eine Stadt mit etwa 6.800 Einwohnern. Die Ortschaft liegt an einer Förde der Hauraki-Bucht, etwa 100 km südöstlich der Stadt Auckland. Thames wurde 1867 als Goldgräberstadt zwischen dem Firth of Thames (Themse-Förde) und der Coromandel Range gegründet. 1868 erreichte die Einwohnerzahl der Ortschaft mit 18.000 Menschen ihren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt war Thames bedeutender als die heutige Metropole Auckland. Heute leben die Menschen im Stadtgebiet von Thames hauptsächlich vom Tourismus, dem Einzelhandel sowie der Landwirtschaft.
Danach folgten wir der schmalen Küstenstraße, welche sich an der Küste entlang schlängelt, vorbei an hübschen kleinen Buchten und steinigen Stränden, Richtung Norden bis nach Coromandel Town.
Coromandel Peninsula
Randvoll mit denkmalgeschützten Gebäuden, ist die Stadt ein durch und durch idyllischer kleiner Ort. Und fuhren dann über Colville bis zur Nordsitze, dieser zerklüftete Zipfel ist äußerst einsam und atemberaubend schön, wo wir am Port Jackson Strand badeten.
Als letzten Abstecher besuchten wir noch die Fletcher Bay, da dort die Straße endet, bevor wir den ganzen Weg zurückfuhren, um zur Little Bay im Osten zu gelangen, um kostenfrei im Little Bay Recreation Reserve zu übernachten.
Dort lernten wir Barbara (36 J.) und ihren Sohn Luis (4 J.) aus Deutschland kennen. Nach einem gemeinsamen Abendessen, gingen wir mit dem Kleinen noch am Strand spazieren.
Stony Bay

Am 1. März 2015 fuhren wir nach Norden zur Stony Bay und frühstückten dort, bevor wir in die andere Richtung nach Whangapoua fuhren. Dort ruhten wir kurz am Strand und kühlten uns im Nass ab, bevor wir am felsigen Küstenvorland zum entlegenen, wunderschönen, 30 Gehminuten entfernten New Chum's Beach wanderten, wo wir auch wieder ein Wellen- und Sonnenbad genossen.
Für 30 $/Nacht übernachteten wir im Long Bay Motor Camp & Cabins an der Westküste.
Dort angekommen gönnten wir uns ein Bier auf einer Wiese am Strand, bevor es Abendessen gab.
New Chum's Beach
Nach so vielen Tagen auf Schotterstraßen unterwegs, ließen wir uns nicht die Möglichkeit nehmen, in dem Camp Olaf mit einem Gartenschlauch abzuspritzen. Zum Sonnenuntergang unternahmen wir einen kleinen Spaziergang zur nicht weit entfernten Tucks Bay.

Da sich der Campingplatz direkt an einer Bucht befand, gingen wir am nächsten Morgen als erstes im Meer schwimmen.
Danach war unser erstes Ziel an diesem Tag Opito – eine versteckte Enklave mit 250 Eigenheimen. Am sagenhaften Strand unternahmen wir einen ausgiebigen Spaziergang, bevor wir nach Whitianga weiterfuhren und dort zum Tanken hielten, wobei wir schon Spritpreise von 1,77 – 2,17 $/L hatten.
Coromandel Peninsula
Der Ort Whitianga liegt im Herzen der Mercury Bay an der Ostküste der Coromandel Peninsula, einem der beliebtesten Touristenziele 208 km östlich der Metropole Auckland. Mit 3.768 Einwohnern gehört Whitianga zu den größeren Siedlungen des Thames-Coromandel-Distrikts. Das Gebiet um Whitianga ist schon vor über 1.000 Jahren von den Maori besucht worden. Jahrzehntelang wurde Whitianga als Hafenstadt für den Export von Holz in zahlreiche Länder, z.B. nach Norwegen, Frankreich oder Italien verwendet. Damals diente der Ort als Zentrum für die Verarbeitung von Flachs und Holz von Kauribäumen, Bootsbau, Bergbau sowie zur Gewinnung von Kautschuk. Heute ist Whitianga eine blühende Kleinstadt mit vielen Angeboten für Wasser- und Angelfreunde.
Cathedral Cove
Weiter ging es zum kleinen Hahei, welches eine legendäre Stadt am Strand ist. Im Sommer bläht sie sich fast bis zum Platzen auf, ansonsten aber ist sie fast verwaist – sieht man mal von den Busladungen voller Touristen ab, die den obligatorischen Zwischenstopp an der Cathedral Cove einlegen – so wie wir.
Opoutere
Die Cathedral Cove ist eine Bucht am Strandabschnitt der Mercury Bay. Der Name schließt im Allgemeinen die Cathedral Cave (Kathedralen-Höhle) mit ihrem berühmten gigantischen steinernen Torbogen mit ein. Trotz ihrer Einordnung im Meeresschutzgebiet ist die Höhle sowie einige der Buchten in dem Areal mit Wegen gut erreichbar. Vom Parkplatz nahe Hahei und der Gemstone Bay mussten wir rund 30 min Fußweg und ein Abstieg über eine Treppe bis zum Strand der Mare’s Leg Cove zurücklegen. Am Ziel angekommen, war der Strand schlichtweg überfüllt mit Touristen, weshalb wir uns nicht lange dort aufhielten.
Wenige Kilometer südlich von Hahei liegt der ebenfalls sehr interessante Hot Water Beach.
Hamiltons Gap
Der Hot Water Beach trägt seinen Namen wegen des Austrittes von Thermalwasser an einem eng begrenzten Abschnitt des Sandstrandes. Etwa 2 km unter der Erdoberfläche befinden sich etwa 170 °C heiße Gesteinsschichten, die Reste vulkanischer Aktivität in einer Zeit vor 5 bis 9 Millionen Jahren sind. Darüber befinden sich Reservoire heißen Wassers. Kaltes Grundwasser sickert in das Gestein, an seiner Stelle steigt Heißwasser durch Risse im Gestein nach oben. Der Bereich, in dem das Heißwasser austritt, ist nur in einer Zeit von 1 bis 2 Stunden während der Ebbe nicht vom Meer bedeckt. In dieser Zeit wird der Strandabschnitt von Einheimischen und Touristen genutzt, die sich Mulden in den Sand graben, um in dem warmen Wasser zu baden. Die jährlichen Besucherzahlen lagen 2011 bei rund 700.000, wobei man von rund 210.000 Touristen ausging, die von außerhalb Neuseelands kamen. Damit ist der Strand die wichtigste mit Geothermie verbundene Sehenswürdigkeit der Region Waikato.
Hamiltons Gap
Da man allerdings mitten im kleinen Ort für das Parken zahlen soll, sind wir zu dem Surfstrand ein wenig außerhalb des Ortes gefahren, von welchem man problemlos hätte zum Hot Water Beach laufen können, allerdings war es an dem Tag so warm, dass wir gar nicht in warmen Wasser baden wollten und uns stattdessen im Meer erfrischten.
Für die Übernachtung fuhren wir zum kostenfreien Waiponga Reserve bei Opoutere, wo wir gegen 18 Uhr zu Abend aßen, bevor wir ca. 700 m bis zum Strand gingen und dort spazierten.

Hamiltons Gap
Am nächsten Morgen wurden wir unsanft um 8 Uhr von einer Mitarbeiterin der naheliegenden Gemeinde geweckt, die uns eine $ 200 Strafe auferlegte, weil wir auf dem Campspot unerlaubt übernachtet hatten. Was nicht der Wahrheit entsprach, denn unser Problem war lediglich das wir kein zertifiziertes Selbstversorgerfahrzeug sind, weshalb es uns nicht gestattet ist in den dafür gekennzeichneten Plätzen zu übernachten. Das wiederum ist schwachsinnig, da es an diesen Übernachtungsplätzen immer Toiletten gibt. Dieses Gesetz wurde erst im Jahr 2011 eingeführt, das muss bedeuten, dass der Strom an Touristen in den letzten Jahren so stark zugenommen hat und damit auch die Verschmutzung der Campingplätze, dass die Neuseeländer sich gezwungen sahen, solch bescheuerte Regeln aufzusetzen.
Wir versuchten mit der Dame zu reden und auf unwissend zu tun, doch diese drückte uns trotzdem den Strafzettel in die Hand und meinte lediglich wir könnten schriftlich Widerspruch einlegen.
Bridal Veil Falls
Also fuhren wir nach Thames, gingen ins Gemeindehaus und füllten das dementsprechende Formular aus. Auf welches wir nach nur einem Tag schon per Email eine Reaktion bekamen, in welchem unserem Widerspruch nicht stattgegeben wurde und wir die Strafe trotzdem zahlen sollen.
Seit dem meiden wir die kostenfreien nur für Selbstversorger ausgeschilderten Campingplätze, auch wenn viele meinen, dass nur die Gemeinde von der Coromandel Peninsula so streng ist.
Da uns doch so einige Dinge an unserem Auto aufgefallen sind und wir noch auf die Briefe mit unseren Steuernummern warteten, welche zum Hostel geschickt werden sollten, fuhren wir nach Auckland, sammelten meinen Brief (Chris seiner war noch nicht angekommen) im YHA ein, nutzen das kostenfreie W-Lan dort und suchten eine Werkstatt auf, welche uns einen Termin für 2 Tage später gab. Danach suchten wir noch eine Tankstelle auf, wo Chris den Reifendruck von Olaf prüfte.
Hobbingen
Danach ging es weiter zu einer Post, wo wir für $ 297 unsere Autoregistrierung um ein Jahr bis zum 5. März 2016 verlängerten.
Nach so vielen erledigten Aufgaben fuhren wir ungefähr 1 ½ Stunden bis zum kostenfreien Campingplatz Hamiltons Gap.
Nach einem Strandabstecher gab es gegen 17:30 Uhr Abendessen und während wir den Sonnenuntergang erwarteten, spielten wir Karten.

Hobbingen
Der 4. März 2015 begann mit einem Bad im Meer, einer kalten Dusche und Müsli zum Frühstück. Danach fuhren wir nach Pukekohe, gingen im Pak'nSave einkaufen und fuhren dann zum kostenfreien Campingplatz beim Kaiaua Boat Club.
Pak'nSave ist die günstigste Supermarktkette, danach kommt Countdown und am teuersten ist New World. Sparen ist das Motto der gelb-schwarzen Kette Pak'nSave: Dort sieht es aus wie in einem Warenlager mit Metallregalen bis zur Decke, es gibt alles in großen Mengen und daher vergleichsweise günstig. Das zweite Alleinstellungsmerkmal von Pak'nSave ist, wie der Name schon sagt, die für Kiwis unerhörte Tatsache, dass dort die Einkäufe selbst eingepackt werden müssen. In den anderen Supermarktketten bekommt man sonst seine Einkäufe sorgfältig und thematisch sortiert in Tüten verpackt.
Da es noch mitten am Tag war, nahmen wir uns mal wieder die Zeit Olaf neu zu organisieren – Chris liebstes Hobby.
Hobbingen
Danach spielten wir Karten, gingen spazieren, aßen Abendbrot und spielten wieder Karten.

Am Donnerstag mussten wir das erste Mal seit Langem mit Wecker um 6:30 Uhr aufwachen, da an diesem Tag um 8:30 Uhr der Werkstatttermin anstand, wo wir Dank des Staus in Auckland mit einer halben Stunde Verspätung ankamen. Da wir nicht wussten, wie lange die Reparaturen in Anspruch nehmen würden, gingen wir mal wieder in das YHA, wo ich dann 4 Stunden damit beschäftigt war sämtliche elektronischen Geräte upzudaten und Fotos zu bearbeiten und in Facebook zu veröffentlichen, während Chris in der City unterwegs war. Nach einer ausgiebigen Dusche chillten wir dann auf der Dachterrasse, wo wir dann die 2 deutschen 18-jährigen Leonard und Anton kennenlernten und mit ihnen quatschten. Zwischendurch gesellte sich noch eine 65-jährige Dame aus den USA dazu.
Hobbingen
Um 17:30 Uhr konnten wir unseren Olaf dann aus der Werkstatt holen und hatten eine Rechnung von $ 470 zu zahlen.
Zum Übernachten fuhren wir wieder zurück zum Kaiaua Boat Club, wo wir gegen 19 Uhr ankamen und nach dem Abendessen nur noch Karten spielten.

Da es am nächsten Tag einfach nicht aufhören wollte zu regnen, fuhren wir mal wieder nach Pukekohe.
Pukekohe ist eine Stadt mit 21.500 Einwohnern. Sie liegt in der Region Auckland zwischen Manukau Harbour und der Mündung des Waikato River etwa 50 km südlich Aucklands. Die in den 1860er Jahren gegründete Stadt ist das ländliche Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum des Franklin-Distrikts. Vorwiegende Wirtschaftszweige sind Gartenbau und Milchwirtschaft.
Hobbingen
Auf dem Programm stand: Tanken, Einkaufen, im The Warehouse meine FlipFlops umtauschen, Chris Konto bei der KiwiBank eröffnen, am Vortag kam endlich sein Brief mit der Steuernummer im Hostel an, bei der Westpac meine Steuernummer nachreichen und die Anschrift ändern und bei Vodafone Handyaufladungen holen.
Auf dem Weg zurück zum Kaiaua Boat Club meinte ein Auto mit Bootsanhänger mir die Vorfahrt klauen zu müssen, wobei ich eine Vollbremsung einlegen musste, aber der Bremsweg so lang war, dass ich dem trotzdem fast hinten drauf gefahren wäre, nach rechts oder links ausweichen war unmöglich – es war echt knapp.
Hobbingen
Und da das noch nicht Schock genug war, flog ich wenig später bei einem Überholmanöver aus der Kurve und versenkte Olaf in einem Zaun am Straßenrand. Dabei haben wir uns zwar gedreht aber nicht überschlagen, wobei dies nur aufgehalten wurde, weil der Zaun uns gebremst hatte. Wir haben unseren Unterbodenschutz verloren und ungefähr 10 m Zaun zerstört und einige Drähte hatten sich an unserem Hecklicht verfangen – diese konnten wir aber lösen. Olaf sprang sogar noch an, allerdings bewegte er sich aufgrund des nassen Rasens kein Stück nach vorne und nach hinten ging nicht, da das Heck im Zaun hing, und der schon sehr strapaziert war.
Hobbingen
Aber es haben viele angehalten und uns Hilfe angeboten, der erste Mann, der anhielt, namens Glenn, fuhr nur kurz nach Hause um seinen 4WD zu holen und ein vernünftiges Seil. Während wir auf seine Rückkehr warteten kam Graham dazu, der Bruder des Farmers, dessen Zaun ich zerstört hatte, und half uns ebenfalls mit Glenn unser Auto freizubekommen. Für den zerstörten Zaun verlangte er lediglich $ 100 und bis heute kam keine Reaktion vom Farmer, obwohl ich meine Kontaktdaten da ließ, also scheint er mit der Summe zufrieden gewesen zu sein.
Gegen 18 Uhr kamen wir dann am Campingplatz an, tranken Bier und Wein auf den Schock, aßen Abendessen und schauten gegen 20:30 Uhr mit meinem Laptop den Film „Max Payne“.
Lake Ngaroto

Erstaunlicherweise lief Olaf auch am nächsten Tag ohne Probleme, selbstverständlich wollten wir noch mit ihm in eine Werkstatt, aber am Wochenende ist alles geschlossen. Also fuhren wir nach Raglan, aßen dort in einem Park Frühstück und fuhren zum Ocean Beach, um einen Strandspaziergang zu unternehmen.
Raglan ist eine Ortschaft an der Westküste und ist vor allem als Surfspot bekannt.
Marokopa Falls
Nach einem Stopp an der Manu Bay, ein legendärer Surfstrand, fuhren wir zu den Bridal Veil Falls, welche ein 55 m hoher Wasserfall am Pakoka River sind. Der Fall stürzt über die Abbruchkante einer Steilwand aus Säulenbasalt in einen kleinen, 5 m tiefen See am Fuße der Wand. Hier befindet sich unmittelbar unter der Seeoberfläche ein großer Felsen, auf dem das auftreffende Wasser zerstäubt. Dies brachte dem Wasserfall seinen Namen ein. Der Wasserfall war nach einem 10-minütigem Fußmarsch durch den Regenwald, der die umgebende Landschaft dominiert, erreicht. Dort gab es 2 Aussichtsplattformen. Über eine Treppe an der Seite der Steilwand – unterwegs gab es eine weitere Aussichtsplattform – konnten wir den Wasserfall auch von unten betrachten.
Am Lake Karapiro übernachteten wir dann kostenfrei in der Horahora Domain, wo es nicht aufhörte zu regnen.
Lake Rotorua
Der Lake Karapiro ist ein Stausee am Waikato River. Der See nahe Cambridge und etwa 30 km südöstlich der Stadt Hamilton wurde 1947 für das Wasserkraftwerk Karapiro Power Station geschaffen.
Während Chris also im Regen unter unserer Heckklappe das Abendessen zubereitete, kam Francis (Neuseeländer, >60 J.) zu uns und lud uns zu einem Heißgetränk in seinem Wohnmobil ein, welches wir nach dem Abendessen auch gerne in Anspruch nahmen. Somit lernten wir dann auch seine Frau Christine kennen und unterhielten uns mit ihnen bis 21:30 Uhr. Zum Abschied bekamen wir auch deren Visitenkarte mit der Bitte, dass wir uns melden sollten, wenn wir in der Nähe von New Plymouth sind.
Rotorua

Am 8. März 2015 war es endlich so weit – wir fuhren zum Hobbiton Movie Set.
Eigentlich ist Hobbingen, bei Matamata gelegen, die Schaffarm der Familie Alexander. Der Legende nach ist Peter Jackson auf der Suche nach einem geeigneten Filmset über die Farm geflogen und war überzeugt: Hier ist Hobbingen (vor Ort nennt man es englisch Hobbiton). Jetzt musste nur noch der Farmer überzeugt werden, sein Land für ein paar Monate der Filmcrew zu überlassen. Der Ort war perfekt, er hatte alles was Hobbingen hat: einen Berg, einen Partybaum, einen See, es mussten nur die Hobbithöhlen zugefügt werden. Die neuseeländische Armee kam, und baute eine Straße. Die Ausstatter kamen und bauten das Filmset. Dann kam die Filmcrew mit 400 Leuten und drehte alle 3 Herr-der-Ringe-Teile. Nach Drehschluss kamen die Abrissbagger und fingen mit der Demontage an. Und dann regnete es, so doll, dass die Bagger aufhören mussten. Während dieser Pause kamen die ersten Lord-of-the-Rings-Fans und besuchten die Hobbingen-Kulisse (oder das was übrig war). 2 Jahre später, so lange brauchte die Familie Alexander und New Line Cinema, wurden die ersten Touren für Touristen auf das Gelände angeboten. Und dann kam Peter Jackson zurück: Im Jahr 2011 wurde Hobbingen komplett neu aufgebaut, diesmal aus Stein und haltbaren Materialien. Anfang November 2011 wurden alle 3 Teile der Hobbit-Trilogie gedreht. Nach Ende der Dreharbeiten kamen diesmal keine Bagger, sondern die Gärtner: Hobbingen wird erhalten und kann besucht werden. Wer will, kann im Rahmen einer Tour durchlaufen, fotografieren und im Ende 2012 eröffneten Green Dragon Inn einen Hobbit-Drink.
Wir kamen gegen 11 Uhr am Shires Rest Café an, wo die Touren starten. Dort ist auch ein Parkplatz und der Souvenir-Shop. Die nächste verfügbare Tour war um 12:15 Uhr und kostete uns 75 $/Person. Mit einem Bus ging es über die Schafweiden zum Set. Eine Gruppenleiterin erkundete mit uns und dem Rest unserer Gruppe, gefühlte 40 Personen, das Set und gab ausführliche Erklärungen und Informationen. Insgesamt dauerte die Tour 2 Stunden, also ausreichend Zeit für Erinnerungsfotos vor den vielen Hobbitlöchern. In die Hobbithöhlen konnte wir nicht hinein – sie sind nur eine Kulisse, das heißt hinter den Türen sind keine Höhlen, sondern Wände.
im Kuirau Park in Rotorua

Nach diesem großartigen Erlebnis besuchten wir die Familie Gaylor in Glen Massey, welche unsere Briefe, da wir deren Adresse nutzen dürfen, aufbewahrten und wir sie nun abholen wollten, wenn wir schon mal in der Nähe sind. Nach einem kurzen Plausch fuhren wir dann zum Lake Ngaroto, an welchem wir kostenfrei übernachten konnten.

Nachdem wir am nächsten Morgen gegen 8 Uhr aufgestanden waren, mussten wir leider feststellen, dass wir hinten links einen platten Reifen hatten. Natürlich machte Chris sich gleich ans Wechseln, allerdings scheiterte er anfangs an der riesigen Mutter, die sich nicht lösen ließ. Daraufhin fragte er 2 Herren, die nebenan im Seglerhaus am Herumhantieren waren, aber auch die hatten nicht die geeigneten Werkzeuge. Allerdings bot einer uns an, nach dem Segelunterricht uns mit zu einer Werkstatt zu nehmen. Also hieß es abwarten und frühstücken. Während ich das Geschirr auf der Toilette spülte, hatte Chris sich einen Hammer geschnappt und damit die Mutter bearbeitet und konnte den Reifen dann erfolgreich austauschen.

Blick auf Mount Maunganui
Nun fuhren wir, da Montag war und die Werkstätten nun wieder geöffnet waren, gegen 10:30 Uhr nach Hamilton und gaben Olaf im Tyre Place ab, um die Hinterreifen zu erneuern, die Fahrwerksgeometrie richten zu lassen und ihn allgemein checken zu lassen nach dem Unfall. Um die Zeit zu überbrücken gingen wir bei Kmart und im The Warehouse shoppen. Hamilton bildet mit etwa 130.000 Einwohnern den siebtgrößten Stadt-Distrikt bzw. mit 185.000 Einwohnern im Ballungsraum die viertgrößte Agglomeration des Landes.
Als wir gegen 13 Uhr wieder bei der Werkstatt ankamen, hatten sie noch einen defekten Schlauch entdeckt, der ersetzt werden musste, ansonsten haben sie keine weiteren Schäden vom Unfall finden können. Während wir also noch einmal 1 ½ Stunden warten mussten, spielten wir Karten im Wartebereich und bedienten uns am kostenfreien Kaffeeautomaten. Die Rechnung betrug dann dieses Mal $ 435.
Da wir noch etwas Spannendes an diesem Tag erleben wollten, fuhren wir zum Mangapohue Natural Bridge Scenic Reserve, welches ein 5,5 ha großes Naturschutzgebiet mit einem riesigen Kalksteinbogen ist. Die eindrucksvoll gestuften, 30 m hohen Marokopa Falls liegen noch weiter westlich. Ein kurzer Weg ( hin & zurück 15 min) führte uns ab der Straße zum Fuß des Wasserfalls.
Für 35 $/Nacht übernachteten wir dann im Otorohanga Holiday Park, wo wir Wäsche wuschen, duschten, Abendessen aßen und uns im Auto dann „Maleficent – Die dunkle Fee“ anschauten.

Am Dienstag spielten wir nach dem Frühstück Karten bis die Wäsche ausreichend getrocknet war und um dann gegen 12:30 Uhr nach Rotorua zu fahren.
Rotorua ist ein Kurort und hat 54.900 Einwohner. Er liegt in der Region Bay of Plenty und befindet sich direkt an der Südküste des nach dem Lake Taupo zweitgrößten Sees auf der Nordinsel, des etwa 80 km² großen Lake Rotorua. Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Gegenwärtig sind der Pohutu Geysir, die Thermalfelder von Whakarewarewa nahe der Stadt und die einzige Schnitz- und Kunstakademie der Māori die wichtigsten Attraktionen. Außerdem besitzt auch der botanische Garten eine gewisse Bekanntheit. Auch das früher sowohl von Māori als auch von Europäern gegründete Te Wairoa, eine kleine Ortschaft unweit Rotoruas, das bis 1886 als Ausgangspunkt zu den White and Pink Terraces diente, wird heutzutage immer öfter besucht. In dem wiederausgegrabenen Dorf wurde ein Museum zur Geschichte der Siedlung eingerichtet.
Da allerdings alles Sehenswerte dort Eintritt kostet, gingen wir lediglich am See spazieren und im Kuirau Park, ein durch und durch vulkanisches Gebiet, das wir kostenlos erkunden konnten.
Matata
Im Jahr 2003 begrub ein Vulkanausbruch einen Großteil des Parks unter Schlamm. Somit befinden sich dort ein Kratersee, Tümpel mit kochendem Schlamm und jede Menge wabernde Dampfwolken. Chris mochte an diesem Ort besonders die schwefelreiche Luft.
Nach einer kleinen Einkaufstour im Pak'nSave und Countdown fuhren wir zum Pikowai Campground für 16 $/Nacht. Wo wir ein wenig am Strand entspannten, dann Abendbrot aßen und Karten spielten.

Zum Wachwerden am nächsten Morgen gingen wir im Meer schwimmen und nutzen dann die kalten Duschen.
Danach fuhren wir nach Tauranga zum Minden Lookout, von wo aus man einen ausgezeichneten Blick zurück auf die Bay of Plenty hat.
Tauranga ist eine mit über 114.789 Einwohner Hafenstadt im Nordosten. Sie ist die größte und aus ökonomischer Sicht wichtigste Stadt der Region Bay of Plenty und zudem die größte neuseeländische Agglomeration, die offiziell einen Māori-Namen führt.
In der Mills Reef Winery, ein herrschaftliches Gut, verkosteten wir 5 herrliche Weißweine. Daraufhin fuhren wir nach Mount Maunganui und gingen am dortigen Mount Beach in den Wellen baden.
Mount Maunganui ist ein Vorort der Stadt Tauranga und liegt auf einer Halbinsel nördlich der Stadt. Der Name wurde von dem erloschenen Vulkan gleichen Namens übernommen, der sich über die Stadt erhebt. Umgangssprachlich wird er vor Ort einfach als The Mount bezeichnet. Die Stadt liegt auf einer Sandbank, die den Vulkan mit dem Festland verbindet. So hat Mount Maunganui sowohl eine geschützte Hafenküste als auch eine Ozeanküste in Reichweite. Am Fuße des Vulkans ist die Stadt nur wenige hundert Meter breit. Der Ort ist für gute Bedingungen zum Surfen bekannt, obwohl Teile der Küste als gefährlich gelten. Der erloschene Vulkankegel, dem die Stadt ihren Namen verdankt, ist 232 m hoch und dominiert das weitgehend flache Umland.
Danach erkundeten wir Moturiki Island, welche mit der Halbinsel verbunden ist.
Und auf dem Weg zur Matata Campsite, für 12 $/Nacht, hielten wir noch an der riesigen Nachbildung einer aufgeschnittenen Kiwifrucht bei Te Puke an.
Maraehako Bay
Te Puke ist eine Kleinstadt 28 km südöstlich von Tauranga. Sie ist besonders für den Anbau von Kiwifrüchten bekannt.

Am 12. März 2015 wurden wir mal wieder von Regen heimgesucht. Trotzdem fuhren wir zu den Wairere Falls in Whakatane, ein Bilderbuch-Wasserfall, der hinter der Stadt über die Klippen plätschert und somit für eine dunstige Stimmung sorgt.
Die Stadt Whakatane liegt direkt an der Mündung des Whakatane Rivers in den Pazifischen Ozean. Bis nach Tauranga im Westen sind es 94 km und Opotiki im Osten liegt 55 km entfernt. Das Stadtzentrum liegt unterhalb des Ausläufers der Raungaehe Range, die an der Küste in dem in die See hineinreichenden Kohi Point enden. Die Felsen, die die sichtbare Verwerfung der Whakatane Fault darstellen, unterbrechen an dieser Stelle den fast 100 km langen Sandstrand der Bay of Plenty.
Maraehako Bay
Danach wollten wir vom Kohi Ponit Lookout die Aussicht genießen, aber durch den Regen war nicht viel zu erkennen, drum entschieden wir uns uns einfach schon früher auf einem Campingplatz einzufinden. Nachdem wir bereits 2 angefahren hatten, diese uns aber nicht zusagten, landeten wir beim traumhaft schönen Maraehako Camping Ground für 24 $/Nacht
Da der Himmel während der Fahrt noch einmal aufgeklart ist, nutzten wir die Gelegenheit und gingen in der Bucht schwimmen, wobei in 50 cm Abstand ein Rochen an mir vorbeischwamm
Danach spielten wir Karten und lasen bis zum Abendessen (Chris hat mittlerweile auch angefangen zu lesen).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen